Julian Nagelsmann soll Nachfolger von Hansi Flick werden – ein mutiges und dennoch plausibles Vorhaben der DFB-Spitze um Rudi Völler!
DFB: Nagelsmann ergibt viel mehr Sinn als van Gaal! Kommentar
Das wird bei Nagelsmann oft vergessen
Nagelsmann ist von allen verfügbaren Optionen (Jürgen Klopp kann leider noch nicht) die beste. In seiner Verpflichtung liegt mehr Chance als Risiko.
Auf der einen Seite für den DFB und sein Auslaufmodell „Die Mannschaft“, die sich mit einem fachlich hervorragenden, akribischen, anspruchsvollen und energischen Trainer wie dem 36-Jährigen neu erfinden kann. Und auf der anderen Seite für Nagelsmann selbst, der nach seinem turbulenten Aus beim FC Bayern die Möglichkeit erhält, sich perspektivisch für einen europäischen Top-Verein zu empfehlen.
Neues Sommermärchen?
Die Heim-EM im nächsten Jahr muss er nach den jüngsten Enttäuschungen der DFB-Elf nicht gewinnen. Das verlangt keiner. Er soll vor allem eine Mannschaft formen, der es wieder Spaß macht zuzuschauen. Die sich gemeinsam aufreibt. Die Euphorie erzeugt. Wie beim Sommermärchen 2006.
Obiges, ist ihm – möglicherweise in Verbindung mit einem erfrischenden Typen à la Sandro Wagner als Co-Trainer sowie einem „alten Hasen“ wie Völler als nahbare Unterstützung im Hintergrund – absolut zuzutrauen.
Zwar hat Nagelsmann während seiner Zeit in München auch Fehler gemacht. Doch das weit verbreitete Narrativ, er könne nicht mit Stars umgehen und habe beim FC Bayern gar die Kabine verloren, hinkt. Oft wird vergessen, dass er nicht die nötige Unterstützung von den damaligen Bayern-Verantwortlichen (Sportvorstand Hasan Salihamidzic und CEO Oliver Kahn) erfuhr. Oft wird vergessen, dass er einen Großteil der deutschen Nationalspieler im Team an seiner Seite hatte.
Nagelsmann kennt die Bedürfnisse der Spieler
Er weiß, wie die meisten Spieler im DFB-Team ticken. Er muss nicht täglich mit Joshua Kimmich, Leon Goretzka, Jamal Musiala, Leroy Sané und Niklas Süle oder auch seinen früheren Leipziger Schützlingen wie Benjamin Henrichs zusammenarbeiten, um zu wissen, was sie für ihr Spiel brauchen. Und genau deshalb ergibt diese Lösung viel mehr Sinn als ein Coach der älteren Schule wie Louis van Gaal, der weiter weg ist und bis auf Thomas Müller alle DFB-Spieler innerhalb von wenigen Monaten kennen lernen müsste.
Bundestrainer Nagelsmann? Es wäre vor allem eine spannende Chance für alle Beteiligten!