Uli Hoeneß blickt mit großer Irritation auf das Abschneiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft im Sommer zurück. Der Ehrenpräsident des FC Bayern verurteilt diverse Maßnahmen des DFB – vor allem eine Personalie stößt ihm sauer auf.
"Dieser Unfug": Uli Hoeneß attackiert DFB-Spitze
Hoeneß attackiert gesamte DFB-Spitze
Es geht um seinen langjährigen Widersacher Andreas Rettig, der noch bis Ende des Jahres als Geschäftsführer für den Verband arbeitet.
„Der war ja Sportdirektor, das hat keiner verstanden. Er kann das nicht“, schimpfte Hoeneß im Interview mit RTL/Sky: „Und dass er jetzt noch weiterwursteln kann bis Ende des Jahres, obwohl er dann aufhört, versteht kein Mensch.“ Anmerkung: Tatsächlich ist Rettig als DFB-Geschäftsführer tätig; zum Ende des Jahres scheidet er aus dem Amt aus.
Hoeneß kritisiert auch Völler und DFB-Boss
Nicht nur Rettig, sondern auch seinem „guten Freund Rudi Völler“ sowie DFB-Präsident Bernd Neuendorf kreidet Hoeneß eine aus seiner Sicht fatale Fehlentscheidung während der WM an.
„Die hätten diesem Unfug ein Ende machen müssen. Dass Frauen und Kinder von Anfang an bei einer WM sind – ich meine, das ist Arbeit!“, beschwerte sich Hoeneß. Das viele Geld, „das wir alle verdienen, ist auch Entschädigung für entgangene Muße“.
Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte die Familien der Spieler ins WM-Camp eingeladen. Der Coach selbst wurde von seiner Frau und seiner Mutter unterstützt. Die richtige Einstellung zum Fußball könne bei ständiger familiärer Begleitung aber nicht entstehen, erklärte Hoeneß.
„Ich bin nicht bereit, jetzt, wo er (Nagelsmann; Anm. d. Red.) am Boden liegt, auf ihn draufzutreten“, sagte Hoeneß. „Der Fußball ist entscheidend, und das ist brutale, harte Arbeit.“
Mit Rettig verbindet den Bayern-Patron schon länger eine gegenseitige Ablehnung. Besonders deutlich wurde diese einst, als Hoeneß eigens im SPORT1 Doppelpass anrief, um Rettig deutlich zu kritisieren.