Publikumsliebling Deniz Undav hat nach dem blamablen WM-Aus mit der deutschen Fußball-Nationalmannschaft noch wochenlang über seinen Anteil an der Turnierpleite gegrübelt.
Eine Szene beschäftigte Undav besonders: WM-Aus "meine Schuld"?
Diese Szene brachte Undav ins Grübeln
Eine Szene beschäftigte Undav dabei besonders. „Die ganze Zeit habe ich darüber nachgedacht, ob unser Ausscheiden auch meine Schuld war, weil ich gegen Paraguay gleich nach ein paar Minuten vergeblich aufs Tor geschossen hatte, statt den Ball querzupassen. Aber ich hatte in dem Moment einfach nicht gesehen, dass ein Mitspieler vielleicht besser positioniert war“, sagte Undav dem am Freitag erscheinenden Bundesliga-Magazin, aus dem die Bild-Zeitung vorab zitierte.
Nagelsmann kritisierte Undav nach dem WM-Aus
In der sechsten Minute hatte Undav dereinst aus spitzem Winkel den Ball – halb geflankt, halb geschossen – auf den zweiten Pfosten gezogen, statt die in der Mitte frei stehenden Mitspieler zu bedienen. Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann äußerte sich nach dem K.o. kritisch zu besagter Szene.
„Da stehen wir zu viert alleine vor dem Tor, da müssen wir nur quer spielen, dann schieben wir den Ball ins leere Tor. Da chippt der Deniz den irgendwie auf den zweiten Pfosten. Das ist eine ganz einfache Aktion, da war ja nicht viel dahinter“, bemängelte Nagelsmann unmittelbar nach dem Spiel bei MagentaTV.
Worte, die beim neuen Stuttgart-Kapitän nachhallen: „Dann sagst du dir: Wir hatten danach doch noch 115 Spielminuten Zeit, es kann doch nicht nur an der einen Aktion gelegen haben. Aber der Gedanke kommt zurück: ‚War es wirklich deine Schuld?'“
Es war nicht das erste Mal, dass Nagelsmann mit seinen Äußerungen über den 30-Jährigen für Unruhe sorgte. Immer wieder setzte er den formstarken Knipser auf die Bank und überließ meist Kai Havertz oder Nick Woltemade die Rolle im Sturmzentrum.
Undav: „Gefühlt das ganze Land stand hinter mir“
Auch im Turnier wurde der Publikumsliebling von den Fans lautstark in die Startformation gefordert. „Ich habe natürlich mitbekommen, dass ich bei der WM positiv gesehen wurde. Gefühlt das ganze Land stand in der Frage, ob ich in die Startelf gehöre, hinter mir. Ein besseres Gefühl kannst du als Fußballer gar nicht haben“, freute sich Undav.
Nachdem Undav als Einwechselspieler im März beim Testspiel gegen Ghana kurz vor Schluss den Siegtreffer erzielt hatte, meinte Nagelsmann: „Wenn er vorher 70 Minuten marschiert, weiß ich nicht, ob er ihn so reinmacht.“
Der Trainer sprach später von einem „unnötigen Satz“ und entschuldigte sich telefonisch beim 13-maligen Nationalspieler. Nach der WM habe sich Nagelsmann nicht nochmal gemeldet. „Nein, aber das braucht er auch nicht“, beteuerte Undav.
Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp soll nun sowohl sportlich als auch personell ein neues Kapitel für Schwarz-Rot-Gold beginnen. Seinen ersten Kader für die Nations-League-Partien gegen die Niederlande (24.09.) und Griechenland (27.09.) wird der Hoffnungsträger am 17. September benennen.