Bayern-Talent Osmani entscheidet sich gegen den DFB

"Wohl nicht alle von den Jungs werden für Bayern spielen"
1:08

"Wohl nicht alle von den Jungs werden für Bayern spielen"

Der DFB geht bei einem weteren vielversprechenden Youngster leer aus. Bayern-Juwel Erblin Osmani wird für die kosovarische Nationalmannschaft berufen.

Das Bayern-Talent Erblin Osmani hat sich gegen den DFB und für die kosovarische Nationalmannschaft entschieden. Um den 17-Jährigen hat es vergangene Woche schon Wirbel gegeben, als Faruk Ajeti – der kosovarische Botschafter in Deutschland – dem Youngster seinen kosovarischen Pass überreichte. Dabei verkündete er prompt, dass Osmani zukünftig für sein Land auflaufen wird.

Diese Entscheidung wurde jetzt bestätigt. Der defensive Mittelfeldspieler ist Teil des 27-Mann Kaders von Trainer Franco Foda. Osmani ist nicht der erste Jugendspieler mit doppelter Staatsbürgerschaft, der dem DFB durch die Lappen geht. Schon Ibrahim Maza (Algerien) und Paul Wanner (Österreich) wurden jüngst von anderen Verbänden erfolgreich gelockt.

Erblin Osmani hat sich für die kosovarische Nationalmannschaft entschieden
Erblin Osmani hat sich für die kosovarische Nationalmannschaft entschiedenErblin Osmani hat sich für die kosovarische Nationalmannschaft entschieden© IMAGO/Sven Simon

Auch der gebürtige Berliner und neue Teamkollege Fisnick Asllani hatte sich in der Vergangenheit gegen den DFB entschieden. Dagegen sicherte sich der DFB Louey Ben Farhat und Noahkai Banks.

Kompany zeigt Osmani sein Vertrauen

Osmani durfte im März gegen Union Berlin zum ersten Mal Bundesliga-Luft schnuppern. Im Alter von 16 Jahren und 305 Tagen wurde er zum drittjüngsten Debütanten in der Geschichte des Rekordmeisters. Nur besagter Paul Wanner und Filip Pavic waren bei ihrem Debüt für das Profiteam jünger.

Im Juli wurde der nun 17-Jährige mit einem ersten langfristigen Vertrag bei den Münchnern ausgestattet. Aktuell wird er in der U19 eingesetzt. Für deutsche U-Nationalmannschaften absolvierte er mehrere Spiele, für den Kosovo lief er bisher nicht auf.

DEINE MEINUNG

Ist ein Wechsel zum DFB noch möglich?

Die Nominierung allein heißt aber nicht, dass ein Spieler für immer für diesen Verband spielen muss. Ein Wechsel zum DFB ist also für den Moment noch möglich. Damit sich ein Spieler bei einem Verband „festspielt“, muss er mindestens vier Spiele für eine Nation absolvieren oder bei einem Einsatz älter als 21 sein.

Die fehlende Erfahrung Osmanis im Herrenfußball lässt zumindest offen, ob er in der anstehenden Länderspielpause tatsächlich an Einsatzminuten kommen wird. Durchsetzen müsste er sich unter anderem auch gegen Hoffenheim-Profi Leon Avdullahu.

Auf Osmani und Kosovo wartetn in der Nations League in der Gruppe B Irland, Österreich (ein Heim- und ein Auswärtsspiel) und Israel.