Sven Mislintat erklärt das System Jürgen Klopp im Detail

Wegen Klopp: Effenberg mit deutlicher Mahnung
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Wegen Klopp: Effenberg mit deutlicher Mahnung

Jürgen Klopp steht vor einer großen Herausforderung. Sven Mislintat kennt den neuen Bundestrainer bestens - und erklärt nun, wie die nächsten Schritte der deutschen Nationalmannschaft aussehen werden.

Sven Mislintat sieht in Jürgen Klopp die bestmögliche Lösung für die Probleme im deutschen Fußball. Der langjährige Fußballfunktionär lobte seinen Ex-Kollegen und Mentor im FIROCKX Doppelpass bei SPORT1 in den höchsten Tönen – und erklärte den Plan des neuen Bundestrainers im Detail.

„Er nimmt einfach unglaublich gut mit“, meinte Mislintat: „Wir benutzen zwar oft das Wort Menschenfänger, aber es ist ja was dahinter. Er fängt dich nicht nur mit der Emotionalität, sondern auch mit dem Inhalt.“

Jürgen Klopp im Gespräch mit seinen Spielern
Jürgen Klopp im Gespräch mit seinen SpielernJürgen Klopp im Gespräch mit seinen Spielern© IMAGO/anke waelischmiller

Große Transparenz, maximale Glaubwürdigkeit und klare Regeln seien Klopps große Trümpfe: „Der deutsche Fußball steckt in einer Krise und es ist wichtig, dass wir jemanden haben, der in der Vergangenheit solche Situation schon mal erlebt hat. Wenn er was sagt, dann glauben wir das auch, weil es bewiesen und fundamentiert ist.“

„Wir werden von Klopp das 4-3-3 bekommen“

Welche Schritte Mislintat, der bei Borussia Dortmund als Chefscout lange mit Klopp zusammenarbeitete, nun erwartet?

„Talent bedeutet Potenzial, was über Entwicklung zu Qualität gemacht werden muss, in einer Systematik, die glasklar ist. Wir werden von Klopp das 4-3-3 bekommen, das hat er überall gespielt und wir werden nicht in einem Jahr darüber diskutieren, ob wir Fünfer- bzw. Dreierkette spielen“, versprach Mislintat.

DEINE MEINUNG

Aktuell setzt der Bundestrainer auf einen XXL-Kader aus 44 Spielern, unterteilt in zwei Gruppen. „Dahinter steckt ein Plan, das ist am Reißbrett entworfen worden“, betonte er.

Macht Klopp Treu zum nächsten Leistungsträger?

Der aktuell vereinslose Funktionär (zuletzt Fortuna Düsseldorf) zog auch den Vergleich zu Klopps Vorgänger Julian Nagelsmann. Unter diesem seien wenige Probleme gelöst worden. Stattdessen sei man Kompromisse eingegangen, wie bei der Versetzung des etatmäßigen Sechsers Joshua Kimmich auf die Rechtsaußenposition.

Dies werde es unter Klopp nicht geben. Dessen Plan sehe stattdessen vor: „Ich habe Top-Qualität auf einigen Positionen: Die setzen als Ankerspieler und den Rest muss ich entwickeln. Das hat er immer gemacht.“

Erste Anzeichen gibt es bereits mit der Berufung von Rechtsverteidiger Philipp Treu. Der 25-Jährige vom SC Freiburg war beim 1:1 gegen die Niederlande in der Nations League zu seinem ersten Länderspiel gekommen. Gerade auf der langjährigen deutschen Problemposition kenne sich Klopp aus, wie Mislintat in Erinnerung rief.

„Ob mit Robertson oder Trent Alexander-Arnold mit den Außenverteidigern in Liverpool oder Piszczek und Schmelzer in Dortmund – das macht er jetzt gerne auch mit Treu. Und ihm traut man das zu, in Verbindung mit den Freiburgern, dem eine Top-Entwicklung mitzugeben.“     

Vergleich zwischen Klopp und Kompany

Interessant: Mislintat verglich Klopp auch mit Bayern Münchens Trainer Vincent Kompany: „Was Vincent bei Bayern macht, ist das, was Klopp auch immer hinbekommen hat. Es ist eine Mischung aus Inhalt und sozialer Intelligenz.“

Beide hätten für ihre Mannschaften „dieses Beschützer-Gen. Das sind Topbeispiele dafür, wie alles zusammenkommt. Sie haben diese Nähe, aber trotzdem das Herausfordernde.“

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