Ballack, Kahn und Matthäus melden sich in Kimmich-Debatte zu Wort

Klopp verzweifelt: "Ich gebe auf"
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Klopp verzweifelt: "Ich gebe auf"

Die Debatte um Joshua Kimmich in der deutschen Nationalmannschaft schlägt weiter hohe Wellen. Michael Ballack und Oliver Kahn vertreten unterschiedliche Meinungen - Lothar Matthäus verweist auf das Leistungsprinzip.

Die früheren Nationalmannschaftskapitäne Oliver Kahn und Michael Ballack sehen beim neuen Fußball-Bundestrainer Jürgen Klopp noch keine Absetzbewegung von Joshua Kimmich, meldeten aber dennoch leise Zweifel an.

„Klopp hat ihn ein bisschen rausdelegiert für diese beiden Spiele, um zu sehen, wie die Gruppe ohne ihn funktioniert“, sagte Ballack am Sonntag bei RTL vor dem Nations-League-Spiel gegen Griechenland (ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) über den Bayern-Star, der wider Willen nicht in Klopps zweitem Kader dabei sein durfte.

Das Standing von Joshua Kimmich im DFB-Team wird stets diskutiert
Das Standing von Joshua Kimmich im DFB-Team wird stets diskutiertDas Standing von Joshua Kimmich im DFB-Team wird stets diskutiert© IMAGO/Kirchner-Media

Ballack: Kimmich muss die Diskussion „aushalten“

„Damit schwächt er ihn nicht“, betonte Ballack, „und ich sehe auch niemanden, der ihn derzeit ersetzen könnte.“ Klopp teste seine Optionen, „er fährt zweigleisig, und das finde ich völlig in Ordnung“. Entsprechend komme die Diskussion „nicht zum richtigen Zeitpunkt“.

Ballack war der Meinung, dass Kimmich die Diskussion um seine Person „aushalten muss“, auch weil Klopp ihm öffentlich den Rücken stärkt: „Er widerspricht in den Pressekonferenzen den Tendenzen, den Fragen der Journalisten. Damit versucht er, die Diskussion im Keim zu ersticken.“ Der Ex-DFB-Kapitän merkte aber auch an, dass Klopp mit der Nichtberücksichtigung gegen Griechenland „zweigleisig“ fahre: „Und das ist auch gut so.“

Auch Kahn sieht den DFB-Kapitän Kimmich weiterhin als wichtigen Spieler für die Nationalmannschaft an, hat aber das Gefühl, dass der 31-Jährige unter Klopp „nicht mehr hundertprozentig gesetzt“ sei.

Nach einem Bundestrainerwechsel allerdings habe sich jeder aufs Neue zu beweisen: „Alle müssen das Gefühl bekommen, sich ihren Status erarbeiten zu müssen.“ Für eine Führungsfigur wie Kimmich sei es „wichtig, dass andere zu ihm aufschauen. Dafür fehlen ihm die Erfolge mit der Nationalmannschaft. Das macht es schwierig.“

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Laufen Pavlovic, Bischof und Co. Kimmich den Rang ab?

Lothar Matthäus sieht Kimmich „natürlich gesetzt, wenn er die Leistung bringt“. Spielt ein anderer jedoch stärker auf der Position des Kapitäns im defensiven Mittelfeld, sagte der Rekordnationalspieler, „wird Kimmich es schwer haben“. Beim 2:0 gegen Serbien hatten Aleksandar Pavlovic und Tom Bischof überzeugt.

Bei der Kombination aus Pavlovic und Kimmich hingegen meldete Ballack seine Zweifel an: „Ich tue mich schwer, wenn Kimmich und Pavlovic nebeneinanderspielen, weil sie sich zu ähnlich sind.“

Dass Kimmich unter Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann zumeist auf der Rechtsverteidigerposition auflief, hielt Ballack ebenfalls für problematisch: „Wenn du solche Führungspersönlichkeiten hast, musst du sie in der bestmöglichen Position spielen lassen, aber du musst das mit ihnen kommunizieren. Wenn das funktioniert, funktioniert auch die Mannschaft. Wenn das nicht mehr ganz so funktioniert und deine Überlegungen in eine andere Richtung gehen, dann gibt es Probleme.“

„Wer soll den sonst Kapitän werden?“

Ballack fragte sich auch, wie lange Kimmich ob seines Alters dieses Niveau noch halten kann. Ex-Torhüter Roman Weidenfeller merkte derweil an, dass die Kapitänsbinde Kimmich belasten würde. „Wer soll denn sonst Kapitän werden?“, sagte Ballack.

„Wir neigen in Deutschland dazu, gewisse Tendenzen an Personen festzumachen. Wir haben im Moment eben diese Mannschaft, die nicht in der Weltspitze ist, oder mithalten kann. Dafür haben wir die letzten Turniere zu schlecht abgeschnitten. Das wird natürlich auch mit Personen in Verbindung gebracht und das ist auch richtig, aber es ist nicht ausschließlich richtig. Joshua ist ein Top-Spieler und im Moment ist diese Diskussion vielleicht auch nicht zum richtigen Zeitpunkt, aber sie wird natürlich geführt“, fuhr der ehemalige Bayern-Profi fort.

Beim Thema Kimmich wird Effe überdeutlich
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Eine klare Meinung vertrat übrigens auch Stefan Effenberg im FIROCKX DOPPELPASS auf SPORT1: „Ein Kapitän der deutschen Nationalmannschaft sollte immer gesetzt sein. Ein Kapitän muss immer fester Bestandteil eines Teams sein.“

Wie dem auch sei: Klopp spielt die Diskussion, ob Kimmich weiterhin benötigt werde, bisher herunter. Entsprechenden Fragen wich er während seiner Pressekonferenz am Samstag aus. „Ich gebe auf. Macht, was ihr wollt“, sagte er.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)