Eriksen wird Defibrillator implantiert

Eriksen wird Defibrillator implantiert

Christian Eriksen muss sich nach seinem Herzstillstand auf dem Spielfeld einem Eingriff unterziehen. Etliche Experten raten zu dem Schritt.
Kardiologe Sanjay Sharma hat mit Christian Eriksen bei Tottenham zusammengearbeitet. Der Arzt hält es für unwahrscheinlich, dass der Däne bei Inter Mailand weiterspielen kann.
Eriksens Ex-Arzt macht wenig Hoffnungen auf Comeback
00:51
. SPORT1
von SPORT1
am 17. Juni

Seit seinem dramatischen Zusammenbruch im EM-Auftaktspiel der dänischen Nationalmannschaft fragen sich die Fußball-Fans: Wie geht es mit Christian Eriksen weiter? 

Nun steht fest, dass sich der Superstar von Inter Mailand nach seinem Herzstillstand auf dem Spielfeld einem operativen Eingriff unterziehen muss. Wie der dänische Verband DBU am Donnerstag in einem offiziellen Statement bekannt gab, wird dem 29-Jährigen ein implantierbarer Defibrillator (ICD) eingesetzt. 

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"Nachdem bei Christian diverse Herz-Untersuchungen durchgeführt wurden, ist man zu der Entscheidung gekommen, dass er einen ICD haben sollte. Dieses Gerät ist nach einer Herz-Attacke wegen Rhythmusstörungen notwendig", hieß es in der Mitteilung. 

Eriksen habe die Entscheidung der Mediziner akzeptiert. Nationale und internationale Experten hätten zu dem Schritt geraten. Der Mittelfeldspieler war beim Spiel gegen Finnland am Samstag kollabiert, nach einem Herzstillstand musste er reanimiert werden. 

Notarzt berichtet von bewegendem Moment auf Spielfeld

Der deutsche Notarzt Jens Kleinefeld, der Eriksen in den bangen Minuten auf dem Platz betreute, erklärte in einem Interview mit der Funke Mediengruppe, dass der Spieler mit nur einem Elektroschock durch einen Defibrillator wieder ins Leben zurückgeholt werden konnte. 

"Etwa 30 Sekunden später hat der Spieler die Augen geöffnet und ich konnte direkt mit ihm sprechen. Das war ein sehr bewegender Moment, weil bei solchen medizinischen Notfällen im Alltag die Erfolgsaussichten doch deutlich geringer sind", sagte Kleinefeld.

Und weiter: "Bei einem medizinisch durchgecheckten Profisportler handelt es sich meistens um eine Art 'Kurzschluss', der das Kammerflimmern auslöst. Der Elektroschock gibt dann den entscheidenden Impuls, dass das Herz wieder schlägt. Bei so jemandem ist – anders als bei normalen Patienten, etwa mit Vorerkrankungen – die Wahrscheinlichkeit minimal, dass das Herz erneut stehen bleibt." 

Ob Eriksen mit dem ICD wieder auf den Platz zurückkehren kann, ist unklar. Hoffnung macht der Blick auf den niederländischen Nationalspieler Daley Blind, der mit einem solchen Gerät noch aktiv ist. Blind war der Zusammenbruch von Eriksen besonders nahe gegangen

Wegen seiner eigenen Leidensgeschichte, und weil Eriksen für ihn ein Freund ist, erwog er sogar einen EM-Verzicht. Letztlich lief er aber doch auf - für Eriksen könnte er nun gar zur Inspiration werden. 

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