Schweiz feiert Coup gegen Frankreich

Schweiz feiert Coup gegen Frankreich

Der Weltmeister ist raus! Frankreich scheitert nach einem unglaublichen Spektakel sensationell im Elfmeterschießen an der Schweiz. Kylian Mbappé wird zum Pechvogel.
Kylian Mbappé vergab den entscheidenden Elfer
Kylian Mbappé vergab den entscheidenden Elfer
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 29. Juni

Was für ein unfassbares Spektakel!

Weltmeister Frankreich scheiterte nach einem denkwürdigen EM-Achtefinale an der Schweiz.

Die Mannschaft von Vladimir Petkovic sorgte dabei mit 5:4 im Elfmeterschießen für die Sensation und warf die von Didier Deschamps trainierten Franzosen aus dem Turnier. Ausgerechnet Hoffnungsträger Kylian Mbappé vergab den entscheidenden Elfer um 0.45 Uhr Ortszeit in Bukarest gegen Yann Sommer, der bislang nicht gerade als Elfmeter-Killer bekannt war. Nach 120 ereignisreichen Minuten hatte es 3:3 (3:3, 0:1) gestanden. Am Freitag wartet im Viertelfinale Spanien auf die Schweizer. (Ergebnisse und Spielplan der EM)

Sommer: "Stehe noch ein bisschen neben mir"

"Ich stehe noch ein bisschen neben mir. Es war ein unglaublicher Fußballabend. Wir haben sehr viel Moral gezeigt und sehr viel Herz", sagte Gladbach-Keeper Sommer im ZDF: "Wir haben alles auf dem Platz gelassen. Wenn man gegen den Weltmeister nach zwei Toren zurückkommt, in einer Phase, in der man eigentlich schon down ist, ist das unglaublich. Im Elfmeterschießen ist immer auch ein bisschen Glück dabei. Ich bin unheimlich stolz auf unsere Mannschaft."

Bei den Franzosen saß der Frust tief. "Es hat immer etwas gefehlt. Am Ende war das Elfmeterschießen eine Lotterie. Wir sind wir natürlich enttäuscht", sagte Raphael Varane. "Ich finde, wir sind eine gute Gruppe und haben eine gute Mentalität. Wir werden das anlysieren und müssen den Kopf oben behalten. In der Kabine wird es sehr ruhig werden. Wir müssen an die kommenden Ziele denken."

Lloris: "Diese Enttäuschung müssen wir verdauen"

Torhüter Hugo Lloris ergänzte: "Wir können nicht von einem missglückten Spiel sprechen, aber für die französische Mannschaft, den amtierenden Weltmeister, ist es kein gutes Ergebnis, im Achtelfinale auszuscheiden. Diese Enttäuschung müssen wir erst einmal verdauen."

Schweiz schreibt Geschichte

Dreimal war im verflixten Achtelfinale Endstation! Mit dem ersten Sieg in einem Elfmeterschießen im vierten Versuch schrieb die Schweiz Geschichte, qualifizierte sich erstmals für ein EM-Viertelfinale. Das Viertelfinale eines großen Turniers hatte die Schweiz zuletzt vor 67 Jahren erreicht - bei der WM 1954 im eigenen Land. Für Frankreich endete eine Serie von 19 Pflichtspielen ohne Niederlage.

Der Ex-Frankfurter Haris Seferovic (15.) brachte die Schweizer zunächst per Kopf überraschend in Führung. Bayern-Verteidiger Benjamin Pavard hatte zuvor Flankengeber Steven Zuber zu viel Platz gelassen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

Rodríguez verschießt Elfer - danach dreht Benzema auf

Zu Beginn des zweiten Durchgangs hatten die Eidgenossen die große Chance, die Führung weiter auszubauen. Nach einem Foul von Benjamin Pavard an Steven Zuber auf der Sechzehnerlinie entschied Schiedsrichter Fernando Rapallini nach Videobeweis auf Elfmeter, aber Ricardo Rodríguez scheiterte an Hugo Lloris (55.).

Der Fehlschuss war gleichzeitig ein Weckruf für die Franzosen, die keine zwei Minuten brauchten, um das Spiel zu drehen. Karim Benzema verschaffte sich mit einer kunstvollen Ballannahme an der Strafraumgrenze raum und vollende zum Ausgleich (57.).

Pogba trifft traumhaft - Gavranovic erzwingt Verlängerung

Wenig später staubte der Angreifer von Real Madrid aus kurzer Distanz nach einem Heber von Antoine Griezmann per Kopf ab (59.). Paul Pogba (75.) sorgte mit einem traumhaften Schlenzer in den rechten Winkel für ein weiteres Highlight und ließ die Franzosen bereits vom Viertelfinale träumen. Doch die Schweiz gab sich noch nicht geschlagen.

Seferovic (81.) brachte mit seinem zweiten Treffer des Abends die Eidgenossen in der Schlussphase zurück in die Verlosung. Der vermeintliche Ausgleichstreffer von Mario Gavranovic (85.) zählte wegen einer Abseitsstellung nicht. Fünf Minuten später traf Gavranovic (90.) erneut - und diesmal zählte es.

Um ein Haar hätte der eingewechselte Bayern-Star Kingley Coman für den Lucky Punch für Frankreich gesorgt, doch der Flügelstürmer traf nur die Latte (90.+4). Die Partie bekam ihre verdiente Zugabe. In der Verlängerungen spielten beide Teams weiter nach vorne - Tore fielen aber keine mehr. Die Entscheidung fiel im Elfmeterschießen.

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