Polen nach EM-Pleite am Pranger

Polen nach EM-Pleite am Pranger

Die polnische Nationalmannschaft startet mit einer Niederlage in die Europameisterschaft. Lewandowski bleibt blass, Szczesny schreibt EM-Geschichte.
Robert Lewandowski (3.v.l.) blieb gegen die Slowakei blass
Robert Lewandowski (3.v.l.) blieb gegen die Slowakei blass
© Imago
. SPORT1
von SPORT1
am 14. Juni

Bitterer EM-Auftakt für die polnische Nationalmannschaft! (Der Spielverlauf zum Nachlesen im LIVETICKER)

Das Team um Star-Stürmer Robert Lewandowski unterlag der Slowakei mit 1:2 (0:1) - eine gelb-rote Karte für Grzegorz Krychowiak ließ den Spielverlauf kippen und gab letztendlich den Ausschlag.

"Wir haben die erste Hälfte verschlafen. Dieser Abend ist sehr bitter, wir dürfen jetzt nicht zusammenbrechen. Es wird schwer, aber alles ist möglich", sagte Polen-Torschütze Karol Lynetty im Anschluss im polnischen Fernsehen.

Presse zerreißt polnische Mannschaft

Die polnische Presse zeigte sich erschüttert von der Leistung der Nationalmannschaft. Besonders Trainer Paulo Sousa und Robert Lewandowski stehen in der Kritik. "Auf dem Papier hatten wir die besseren Spieler, die Slowaken hatten eine Mannschaft. Sousa hat es nicht geschafft, eine zu bauen. Er hatte einfach keine Zeit dafür. Und uns fehlte ein Kapitän", kommentierte die polnische Sportzeitung Przeglad Sportowy.

In der Einzelkritik wurde gar gescherzt, ob überhaupt der richtige Lewandowski aufs Feld gelaufen sei. "Der Nachname Lewandowski ist der siebtbeliebteste in Polen (Daten vom März 2021), insgesamt tragen ihn über 45.000 Polen. Nach dem, was in St. Petersburg passiert ist, ist es schwer, sich nicht zu fragen, ob überhaupt der richtige aufs Feld gelaufen ist", wird in der Bewertung gewitzelt.

"Eine miserable Leistung", wird am Ende die Performance von Lewandowski bewertet. Ein mögliches Weiterkommen würde nach der Auftaktniederlage "an ein Wunder grenzen".

Lewandowski selbst klang nach der bitteren Niederlage ebenfalls nicht allzu optimistisch. "Wir haben gegen den theoretisch schwächsten Gegner der Gruppe verloren, das bringt uns in eine schwierige Position", sagte Lewandowski dem polnischen Sender TVP, fügte aber noch hinzu: "Wir tun alles, damit es in den nächsten Spielen anders aussieht."

In den verbleibenden zwei Gruppenspielen warten Spanien und Schweden auf Lewandowski und Co.

Robert Mak tanzt Polen-Verteidiger aus

Dabei starteten die Polen mutig und offensiv in die Partie – vorne wurde immer wieder Lewandowski gesucht, der jedoch noch keine Durchschlagskraft entwickeln konnte.

In der 13. Minute wurde dagegen die Slowakei das erste Mal gefährlich. Aus 17 Metern nahm sich Bundesliga-Profi Ondrej Duda ein Herz und zog aus halblinker Position ab – der Profi des 1. FC Köln traf jedoch nur das Außennetz.

Die Slowaken wurden daraufhin offensiv immer aktiver.  Mitte der ersten Halbzeit war es schließlich so weit: Robert Mak erhielt den Ball auf der Außenbahn und marschierte Richtung Tor.

Kurzerhand vernaschte er auf dem Weg in den Strafraum zwei polnische Verteidiger und zog aus kurzem Winkel ab – vom Pfosten flog der Ball gegen Polen-Keeper Wojciech Szczesny und von dort ins Tor (18.)

Szczesny schreibt EM-Geschichte

Der Juventus-Torwart sah in dieser Situation alles andere als gut aus. Szczesny sorgte damit unfreiwillig für einen Rekord: Sein Eigentor nach 18 Minuten ist das früheste Eigentor in der EM-Geschichte. Zudem ist der Pole der erste Torhüter, der in der Geschichte der Europameisterschaft ein Eigentor erzielt hat.

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Die Polen zeigten sich von der Slowakei-Führung geschockt! Die Slowakei kontrollierte plötzlich das Spiel, ein Weitschuss von Juraj Kucka flog nur Zentimeter über den Kasten (27.)

Kurz vor der Pause kam Bayern-Star Lewandowski im Strafraum zu seinem ersten Abschluss,  traf den Ball jedoch nicht richtig und vergab deutlich (42.).

Polnischer Blitzstart in Hälfte zwei

In der zweiten Hälfte legte Polen einen Blitzstart hin. Mateusz Klick steckte auf Maciej Rybus durch, der an der Grundlinie auf Karol Linetty zurücklegte. Dieser schob den Ball aus kurzer Distanz ins lange Eck, der slowakische Keeper machte sich lang, erreichte die Kugel vor der Linie aber nicht mehr (46.).

Nach dem Ausgleich schöpfte die polnische Nationalmannschaft wieder Hoffnung, die Körpersprache veränderte sich. Der polnische Torschütze zum Ausgleich hatte im Strafraum die Führung auf dem Fuß, zog aber zu überhastet ab, der Schuss stellte für Dubravka keine Probleme dar (51.).

Gelb-rote Karte bringt Polen in die Bredouille

Eine Wendung erfuhr das Spiel, als Polen-Mittelfeldspieler Grzegorz Krychowiak in der 62. Minute die gelb-rote Karte sah, nachdem er seinem Gegenspieler mit dem Stollen auf den Fuß trat.

Die Slowaken übernahmen daraufhin wieder die Kontrolle über das Spiel. Innenverteidiger Milan Skriniar brachte die Slowakei mit einem platzierten Schuss von der Strafraumkante schließlich wieder in Führung (69.)

Polen versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, am Ende fehlte aber die letzte Durchschlagskraft von Lewandowski und Co. In der Nachspielzeit hatte Jan Bednarek den Ausgleich auf dem Fuß, schoss aus rund zwölf Metern aber am Tor vorbei (90.+1).

Die Slowakei feierte damit einen erfolgreichen Auftakt in die Europameisterschaft, die polnische Nationalmannschaft steht dagegen angesichts der übrigen Gruppengegner (Spanien und Schweden) bereits mit dem Rücken zur Wand.

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