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Verurteilung nach Rassismus-Eklat

Verurteilung nach Rassismus-Eklat

Ein Fußballfan in England muss nach rassistischen Beleidigungen ins Gefängnis. Der Brite hatte sich dabei gefilmt, wie er im EM-Finale die englischen Fehlschützen beschimpfte.
England scheitert mal wieder im Elfmeterschießen am großen Coup. Auch Trainer Gareth Southgate, der schon bei der EM 1996 selbst einen entscheidenden Elfmeter verschoss, gerät in die Kritik.
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von SPORT1

Es waren hässliche Szenen nach dem Finale der Europameisterschaft im vergangenen Sommer. (EM 2021, Finale: Italien - England zum Nachlesen im TICKER)

England verlor das Endspiel vor heimischen Publikum im Elfmeterschießen knapp gegen Italien und stürzte die Nation ins Tal der Tränen. Unter die Enttäuschung mischte sich jedoch auch Hass, der sich vor allem an drei Akteuren entlud.

Die Fehlschützen Jaden Sancho, Marcus Rashford und Bukayo Saka mussten nicht nur die Niederlage verkraften, sondern sahen sich nach dem verlorenen Elfmeterschießen der Three Lions in den sozialen Medien auch massiven, teils rassistischen Beleidigungen ausgesetzt.

Für einen der Beschuldigten hat sein Handeln nun Konsequenzen. Jonathon Best wurde von einem britischen Gericht zu zehn Wochen Gefängnis verurteilt, nachdem er über ein soziales Netzwerk ein 18-sekündiges Video veröffentlichte, in dem er die Fehlschützen rassistisch beleidigte.

Gefängnisstrafe nach Beleidigungen gegen Sancho, Rashford und Saka

Da sich der Londoner weigerte den Beitrag von seinem Profil zu löschen, wurde er von einem anderen User der Polizei gemeldet, die schließlich die Ermittlungen aufnahm.

„Jonathon Best beschimpfte in einem Livestream auf Facebook die drei Spieler, die während des Spiels einen Elfmeter verschossen hatten, rassistisch. Er nutzte die sozialen Medien, um diese drei jungen Männer, die versucht hatten, ein Tor für England zu erzielen, öffentlich zu verunglimpfen. Als ein anderer User ihn aufforderte, den äußerst beleidigenden Inhalt zu entfernen, antwortete Best: ‚Es ist mein Profil, ich kann tun, was ich will‘“, beschrieb eine Sprecherin der lokalen Behörden CPS den Fall.

Diese dankte im Anschluss den Usern, die den Vorfall gemeldet hatten und hofft durch die Verurteilung auf eine abschreckende Wirkung für mögliche Nachahmer.

„Es gibt weder im Fußball noch anderswo Platz für Rassismus. Die CPS ist entschlossen, Täter von Hassverbrechen vor Gericht zu bringen, wenn es dafür Beweise gibt“, erklärte Elaine Cousins von CPS.