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Diesen Mann muss Deutschland heute fürchten

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Ihn muss Deutschland heute fürchten

Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi steht gegen Deutschland mit dem Rücken zur Wand, will aber an die starken Resultate in den letzten Jahren anknüpfen. Ein Ex-Bundesliga-Star erklärt, wie sein guter Freund tickt.
Im zweiten Gruppenspiel der EM 2024 trifft die deutsche Fußballnationalmannschaft auf Ungarn. Bundestrainer Julian Nagelsmann kann die Stärken des Gegners klar benennen und weiß, worauf es ankommen wird.
Reinhard Franke
Ungarns Nationaltrainer Marco Rossi steht gegen Deutschland mit dem Rücken zur Wand, will aber an die starken Resultate in den letzten Jahren anknüpfen. Ein Ex-Bundesliga-Star erklärt, wie sein guter Freund tickt.

Es war im Sommer 1996, der freudloseste, den die Fans von Eintracht Frankfurt bis dato erlebten hatten. Die SGE, Gründungsmitglied der Bundesliga, war nach 33 Jahren erstmals abgestiegen. Ein Tiefpunkt, der zu einem unerwarteten Wendepunkt für Ex-Nationalspieler Maurizio Gaudino wurde.

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Dragoslav Stepanovic, der damalige Coach der Eintracht, rief an und bat Gaudino, zurückzukommen. Zwei Jahre nachdem großen Knall, als Gaudino zusammen mit Anthony Yeboah und Jay-Jay Okocha ein Straftraining des damaligen Coachs Jupp Heynckes verweigert und sich damit ins Abseits befördert hatte.

Der Mittelfeld-Star nahm das Angebot an - und empfahl Stepanovic auch noch einen Kollegen, den er zuvor auf einer Leihstation kennengelernt hatte: den Italiener Marco Rossi. Rossi ist heute Nationaltrainer von Ungarn, dem zweiten deutschen EM-Gegner am Mittwoch in Stuttgart (ab 18 Uhr im LIVETICKER). Bei SPORT1 spricht der heute 57 Jahre alte Gaudino über seinen Weggefährten.

Marco Rossi landete 1996 bei Eintracht Frankfurt
Marco Rossi landete 1996 bei Eintracht Frankfurt

Gaudino hält Kontakt mit Rossi

„Wir wollten uns eigentlich nach dem ersten Spiel im Mannschaftshotel treffen“, verrät Gaudino, der bis heute mit Rossi in Kontakt ist. Gaudino traf Rossi - langjähriger Serie-A-Verteidiger bei Brescia Calcio und Sampdoria Genua - bei Club América in Mexiko, wohin er zwischenzeitlich von der Eintracht verliehen worden war. Gaudino riet den Verantwortlichen der Hessen dann für den Neustart in der Zweiten Liga, Rossi zu verpflichten.

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Er folgte Gaudino an den Main. Gaudino - der selbst italienischstämmig ist - hat sich damals, nach seinem Wechsel zur Eintracht, um viele Dinge für Rossi gekümmert „wie die Wohnungssuche, und ich war auch der Dolmetscher. So ist eine gute Freundschaft entstanden. Wir haben uns etwas aus den Augen verloren, haben uns aber immer mal in Italien getroffen. Seine Frau kommt aus Neapel und er aus der Nähe von Turin. Wir denken gerne an die alten Zeiten zurück.“

Warum Gaudino Rossi der Eintracht ans Herz legte? „Wir hatten viele junge Spieler und ich war froh, dass mit ihm ein erfahrener Spieler da war“, erinnert er sich: „Er brachte eine enorme Qualität mit und war auch menschlich eine Bereicherung für die Mannschaft.“

Gute Erinnerungen an Frankfurt

Rossi bestritt 14 Spiele für die Eintracht, die meisten über die volle Distanz, wurde aber von Verletzungen zurückgeworfen und ging nach einem Jahr zurück in die Heimat. Gute Erinnerungen an die Zeit in Hessen und den „sympathischen“ Kult-Coach Stepanovic hat er dennoch, wie er kürzlich der dpa verriet. Seit 2002 ist Rossi selbst Trainer, seit 2018 Nationalcoach der Ungarn - und Gaudino ist beeindruckt, was sein Freund dort aufgebaut hat.

SPORT1-Reporter Reinhard Franke traf Maurizio Gaudino (l.) in München
SPORT1-Reporter Reinhard Franke traf Maurizio Gaudino (l.) in München

„In den vergangenen Jahren haben sie unter Marco sehr gut performt. Er hat aus diesem Team eine Spitzenmannschaft geformt“, lobt Gaudino: „Die EM-Qualifikation wurde auch souverän geschafft.“ Nach der Auftaktniederlage gegen die Schweiz steht Ungarn nun aber unter Druck - Gaudino warnt dennoch: „Marcos Team ist spielerisch viel stärker als die Schotten. Es wird ein schweres Spiel für Deutschland.“

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Besonders im Fokus sieht Gaudino den Ex-Leipziger Dominik Szoboszlai, mittlerweile Stammspieler beim FC Liverpool: Er sei für Ungarn „noch wichtiger als Toni Kroos für Deutschland“, findet Gaudino. Und Rossi sei „ein Taktikfuchs“.

Gaudino lobt Ungarn

Der 59-Jährige werde den Deutschen „mit gefährlichen Kontern wehtun wollen. Die Ungarn haben eine gute Struktur und werden sich extrem auf das Spiel gegen die Deutschen konzentrieren.“

Wenn Gaudino am Mittwoch zuschaut, wie sein alter Freund das DFB-Team herausfordert, schlagen zwei Herzen in seiner Brust. „Ich wünsche Marco, dass er ein sehr gutes Spiel seines Teams sieht“, hofft der frühere Meisterspieler des VfB Stuttgart auf ein gutes Ende: „Er soll bitte die Gruppenphase überstehen.“