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EM 2024: Eine Kane-Statistik sagt viel aus

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EM 2024: Eine Kane-Statistik sagt viel aus

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Eine Kane-Statistik sagt viel aus

Harry Kane spielt trotz zweier Tore eine unglückliche EM. Experten raten England-Trainer Gareth Southgate sogar, den Bayern-Star auf die Bank zu setzen. Ergibt das wirklich Sinn?
England zittert sich bei der EM auch im Viertelfinale zum nächsten Sieg. Nach einem dramatischen Elfmeterschießen gegen die Schweiz zieht Harry Kane ein durchaus überraschendes Zwischenfazit zum Turnier.
Alexander Kortan
Alexander Kortan
Harry Kane spielt trotz zweier Tore eine unglückliche EM. Experten raten England-Trainer Gareth Southgate sogar, den Bayern-Star auf die Bank zu setzen. Ergibt das wirklich Sinn?

Stolze 56 Torbeteiligungen gelangen Harry Kane in seiner Debüt-Saison in München (45 Einsätze), für die englische Nationalmannschaft traf der 30-Jährige in seiner Karriere wie am Fließband (65 Tore in 96 Einsätzen) - und auch bei dieser Europameisterschaft erzielte er immerhin zwei der lediglich fünf England-Tore.

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Und doch fordern auf der Insel zahlreiche Experten, den Kapitän im Halbfinale gegen die Niederlande (Mittwoch ab 21 Uhr im SPORT1-Liveticker) auf die Bank zu setzen. Muss Trainer Gareth Southgate wirklich handeln?

Harry Kane landete im Zweikampf mit Manuel Akanji unglücklich auf einer Kühlbox und klagte über Krämpfe in beiden Beinen
Harry Kane landete im Zweikampf mit Manuel Akanji unglücklich auf einer Kühlbox und klagte über Krämpfe in beiden Beinen

Zunächst vorneweg: Kane ist mit Sicherheit nicht das alleinige Problem der überraschend spielschwachen Engländer, die trotz aller berechtigten Kritik und offensichtlichen Problemen immerhin kurz vor einem erneuten Einzug ins EM-Finale stehen. Möglicherweise ist es aber Kanes eigentlicher Backup, Ivan Toney, der Englands Erfolgschancen auf den ersten EM-Titel des Landes erhöhen würde.

Im Achtelfinale gegen Slowenien kam Toney zur Verlängerung in die Partie und war eine Belebung für das Spiel der Engländer. Am Ende hatte er in 30 Minuten Spielzeit fast so viele Ballkontakte (22) wie Kane in 105 Minuten (28) - und obendrein noch Kanes Treffer zum 2:1-Endstand vorbereitet.

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„Es ist schädlich für die Mannschaft, ihn spielen zu lassen“

Trotzdem wechselte Southgate Toney gegen die Schweiz (6:4 nach Elfmeterschießen) erst in der 109. Minute ein, dieses Mal für Kane. Dieser war nach einem Zweikampf mit Gegenspieler Manuel Akanji unglücklich gelandet und wirkte sichtlich angeschlagen.

„Mir geht es gut, ich war einfach müde. Ich hatte ein bisschen Krämpfe, bin über ein paar Wasserflaschen gestolpert und beide Waden haben gekrampft“, gab Kane Entwarnung. Dennoch: Der Bayern-Star erweckte allgemein den Eindruck, nicht in bester körperlicher Verfassung zu sein

Für einige Experten ist der bisherige Turnierverlauf Anlass genug, Kane endlich auf die Bank zu setzen und Toney anfangen zu lassen. So sprachen sich bei der englischen Zeitung Daily Mail drei von sechs Journalisten dafür aus, Toney gegen die Niederlande in die Startelf zu stellen.

„Kane war zwar ineffektiv, aber ich würde ihn immer aufstellen“

„Kane passt nicht, das sieht jeder, und es ist schädlich für die Mannschaft, ihn spielen zu lassen“, argumentierte Craig Hope. Oliver Holt rechnet zwar nicht mit dem Schritt von Southgate, sprach sich aber ebenfalls dafür aus: „Kane aus der Mannschaft zu nehmen, wäre ein radikaler Schritt, den Southgate sicher nicht machen wird, aber der englische Kapitän sieht weit davon entfernt aus, voll fit zu sein.“

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Durch seine Leistungen vergangener Tage habe sich Kane allerdings genug Respekt erarbeitet, sodass viele Hoffnung auf eine Leistungssteigerung haben. „Kane war zwar ineffektiv, aber ich würde ihn immer aufstellen. Er ist der beste Mittelstürmer in Europa“, meinte Ian Ladyman.

So auch Southgate, der allerdings anerkannte, dass sein Mittelstürmer aktuell nicht auf allerhöchstem Niveau spiele: „Er ist vielleicht nicht im Fluss, aber er spielt immer noch eine immense Rolle für die Gruppe“, erklärte der englische Nationaltrainer.

„Einer der größten Fußballer, den England je hatte“

„Gareth wird bei ihm bleiben, er wird Harry Kane nicht rausnehmen“, bekräftige England-Experte Gary Neville am Sky-Mikrofon und hob Kanes Anführer-Qualitäten hervor. „Er ist einer seiner Anführer und einer der größten Fußballer, den England je hatte.“

Was dennoch auffällig ist: Kane und das englische Spielsystem laufen bei dieser EM aneinander vorbei. Während Jude Bellingham und Phil Foden beide bereits über 300 Pässe empfingen, waren es bei Kane nicht einmal 100 Stück - trotz der Unterschiede zwischen Stürmern und Mittelfeldspielern eine extrem hohe Diskrepanz.

Kanes Erklärungsversuch: „Es gibt Momente, in denen sich der Rhythmus des Spiels verändert, wenn Jude oder Phil in der Mitte sind und ich nach links oder rechts ausweiche. Als Stürmer willst du den Zehnern und den Mittelfeldspielern so viel Platz wie möglich geben“, sagte der Bayern-Star auf der Pressekonferenz am Dienstag.

Englands Kapitän Harry Kane scheint nicht komplett fit. Kritiker fordern vor dem EM-Halbfinale gegen die Niederlande einen Bankplatz für den 30-Jährigen.
05:38
Kane auf die Bank? "Er läuft rum wie Falschgeld"

Zugleich gebe „es Momente, wenn du die Verteidiger rausziehen willst, in Positionen, die ihnen nicht gefallen. Mein Spiel besteht immer darin, dass ich schaue, was das Team von mir braucht.“

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Kane hat sich an Kritik längst gewöhnt

Für England-Ikone Gary Lineker aber nicht genug, um Kane zu verschonen. „Scheiße“ habe dieser bei der ersten Gruppenpartie gegen die Serbien gespielt (1:0 für England).

Kane indes blieb cool und stellte in einem Telegraph-Interview klar: „Das ist etwas, woran ich mich im Laufe meiner Karriere gewöhnt habe.“ Zudem sei er sich nicht sicher, ob alle, die ihn kritisieren, „den Fußball wirklich verstehen“, denn: „Wenn man sich die letzten großen Turniere anschaut, gab es immer ein paar Fragezeichen zu meiner Fitness oder meiner Form.“

Für seine Kritiker sei es folglich ein gefundenes Fressen, wenn der Bayern-Star mal wieder nicht treffe. „Warum? Gibt es einen Grund? Liegt es an seiner Fitness? Ist es das nicht?‘“, argumentierte Kane. Ganz England hofft gegen die Niederlande, dass diese Fragen nicht gestellt werden müssen.