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Frauen-Bundesliga: Bayern-Star begründet drastischen Schritt

Bayern-Star erklärt drastischen Schritt

Bayern-Star Alara hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Nun spricht sie ausführlich über die Gründe.
Im Podcast "SPORT1 Deep Dive" spricht Nationalspielerin Linda Dallmann über den Vergleich zwischen Frauen- und Männerfußball.
Bayern-Star Alara hat sich zu einem drastischen Schritt entschieden. Nun spricht sie ausführlich über die Gründe.

Im November wurde Alara erst 19 Jahre alt. Sie gilt als eines der größten Juwelen im Frauen-Team des FC Bayern. Und sie sah sich schon dazu gezwungen, in ihrer jungen Karriere einen drastischen Schritt zu gehen. Sie hat nur noch ihren Vornamen auf dem Trikot stehen und nutzt ihren Nachnamen auch sonst nicht mehr.

Denn mit vollem Namen heißt die Teenagerin Alara Sehitler. Der bedauerliche Hintergrund der Trikotentscheidung: Ihr türkischer Nachname war mit Bezug zu Adolf Hitler in Sozialen Medien für Nazi-Parolen missbraucht worden. Also entschloss sich das Juwel, im Verein wie im Nationalteam nur noch unter ihrem Vornamen aufzulaufen.

Bayern-Juwel wurde wegen ihres Nachnamens verhöhnt

Nun spricht die Spielerin des Spitzenreiters der Frauen-Bundesliga ausführlich über diesen drastischen Schritt. Im Kicker erklärte sie: „Mir war immer bewusst, was mein Name auslösen könnte. Am Anfang war mir das aber egal, weil ich meinte: Es ist am Ende eine andere Bedeutung, es ist ein türkischer Nachname.“

In den Sozialen Medien bekam das Talent zahlreiche Nachrichten, die auf den Nachnamen Bezug nahmen. Immer wieder wurde sie verhöhnt oder es wurden Nazi-Sprüche geformt.

Alara legt Nachnamen ab

„Es hat einfach nicht mehr aufgehört. Gefühlt war nur noch mein Nachname zu sehen und nicht ich als Spielerin. Das Thema überlagerte das, was für mich entscheidend ist: der Sport. Irgendwann habe ich gesagt: Okay, vielleicht gehe ich den Schritt, dann steht es nicht mehr auf dem Trikot, dann erscheinen die Bilder nicht mehr, dann kommen vielleicht auch nicht mehr diese Kommentare.“

Also läuft sie beim FC Bayern und dem DFB nur noch mit ihrem Vornamen auf - und auch die Aufmerksamkeit kann wieder auf den Fußball gelegt werden.

Namenswechsel: „Das erleichtert vieles“

„Ich finde, Alara sieht auf dem Trikot auch ganz cool aus. Ich bekomme keine Nachrichten mehr. Am Ende ist es immer noch mein Nachname, der auch erwähnt werden darf und kann, aber es entstehen nicht mehr die Bilder. Die Medien müssen nicht mehr darauf achten, dass die ersten zwei Buchstaben nicht abgedeckt sind, wenn ich beim Torjubel stehe. Das erleichtert vieles“, gab die 19-Jährige ganz offen zu.

Vor ihrer Entscheidung hatte sie mit ihren Eltern gesprochen und die unterstützten ihre Tochter sofort. Also nahm die Profispielerin direkt Kontakt zum DFB und ihrem Verein auf. Auch dort stand man direkt helfend zur Seite.

Nur ein kleines Problem bleibt noch. Bisher hat sich Alara noch nicht wirklich entschieden, wie sie im Stadion aufgerufen werden möchte. Es gibt verschiedene Varianten. „Ich habe schon vorgeschlagen, dass man es bei mir einfach andersherum macht: Die Stadionsprecher sprechen meinen Nachnamen aus und die Zuschauer schreien dann den Vornamen.“