So geht Umbruch: Italiens Auferstehung
Die Squadra Azzurra kann nach langer Zeit mal wieder überzeugen. Gleich kippt die Stimmung im Land ins Positive- zwei ganz besondere Geschichten inklusive.
Nach dem ersten Sieg unter dem neuen Trainer Roberto Mancini stimmt die sonst so kritische italienische Presse Lobeshymnen an. „Mancinis Revolution funktioniert: Italien gibt sich einen Ruck und zerfetzt die Türkei. Seit langer Zeit haben die Azzurri nicht mehr so gut gespielt“, lobte die Gazzetta dello Sport.
La Repubblica sprach von der „Auferstehung der Azzurri“ und bescheinigte der Mannschaft eine technisch herausragende Leistung, wie man sie „seit ewigen Zeiten nicht mehr gesehen“ habe.
Tuttosport schrieb nach dem „Desaster“ mit dem 0:2 gegen Belgien von einer beinahe perfekten Vorstellung und befand: „Trainer Mancini hat die Nationalelf endlich im Griff.“
Eine besondere Familiengeschichte verzückt Italien
Die Squadra Azzurra präsentierte sich am Montag in der Tat wie ausgewechselt und gewann im strömenden Regen von Bursa mit 4:1 (3:0). Für den italienischen Trainer der Türkei, Vincenzo Montella, wird die Luft damit immer dünner.
Bei Italien stand Sassuolo-Stürmer Sebastiano Esposito bei seinem Debüt im Blickpunkt. Der ältere Bruder von Inters Torjäger Pio Esposito überzeugte auf der linken Seite und sorgte damit für eine besondere Familiengeschichte: Die Espositos sind das erste Brüderpaar in der Squadra Azzurra seit 26 Jahren.
Zuletzt waren die Inzaghi-Brüder gemeinsam für Italien aufgelaufen. Die Gazzetta dello Sport feierte die „blauen Brüder“. Der Corriere dello Sport schrieb: „Die Brüder Esposito beflügeln Mancinis Team.“
Auch Mancini zeigte sich nach dem überzeugenden Auftritt zufrieden. „Alle haben ein großes Spiel gemacht, ein Kompliment an jeden Einzelnen“, sagte der Nationaltrainer. Die gesamte Mannschaft habe gut und mit hohem Pressing gespielt. „Es war ein schwieriges Spiel. Jetzt müssen wir versuchen, unsere Kräfte zu sammeln“, sagte Mancini.
Am Freitag (20.45 Uhr) geht es in der Nations League weiter mit dem Gastspiel bei Tabellenführer Frankreich.
Die erfolgreiche Rückkehr eines Pechvogels
Eine überzeugende Leistung dort würde eine klare Trendwende für die leidgeprüften Italiener bedeuten. Eine besondere Rolle kommt auf dem Weg zurück zu altem Glanz auch einem ehemaligen Pechvogel zu. Alessandro Bastoni, der den Führungstreffer gegen die Türkei erzielt hatte, will die Fehler der Vergangenheit wettmachen.
Bastoni war beim entscheidenden Playoff-Spiel um das WM-Ticket gegen Bosnien-Herzegowina vom Platz geflogen. „Es war unvermeidlich, dass meine Gedanken wieder nach Zenica zurückkehren würden. Ich stehe dem italienischen Volk noch in den nächsten vier Jahre in der Schuld“, sagte er im ersten Spiel nach seiner Sperre.
In schwierigen Situationen habe er sich „stets dafür entschieden, erhobenen Hauptes daraus hervorzugehen und meine Verantwortung zu übernehmen.“ Er richtete daher eine besondere Forderung an die Fans: „Ich bitte die Fans, diejenigen von uns zu kritisieren, die älter sind und mehr Rückgrat haben als die jüngeren Spieler.“
mit Sport-Informations-Dienst