Englands Presse geht mit „machtlosem“ Tuchel hart ins Gericht

"Enttäuschend!" Kane-Frust nach Elfer-Patzer
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"Enttäuschend!" Kane-Frust nach Elfer-Patzer

Die englische Nationalmannschaft unterliegt Weltmeister Spanien - nicht zuletzt Thomas Tuchel muss sich in der Presse kritische Worte anhören. Aber auch Harry Kanes Fehlschuss hallt nach.

Mal wieder am Ziel vorbeigeschrammt: Thomas Tuchel und die englische Nationalmannschaft haben im Duell mit Weltmeister Spanien den Kürzeren gezogen. Schwere Fehler kamen den Three Lions beim 2:3 teuer zu stehen – in einem Spiel, das man „an einem anderen Tag“ gewonnen hätte, wie Kapitän Harry Kane monierte.

Der Bayern-Star selbst hatte sich vom Elfmeterpunkt einen seltenen Fehlschuss erlaubt. Zumindest als Hauptverantwortlicher wurde er in weiten Teilen der englischen Presse aber nicht ausgemacht. Vielmehr geriet die teils chaotische Abwehrleistung in die Kritik. Und auch Trainer Tuchel kam nicht ungeschoren davon. Denn wie schon bei der WM, die nicht mit dem erhofften Titelgewinn endete, wurden ihm Unzulänglichkeiten angekreidet.

Thomas Tuchel und England verlieren gegen Spanien
Thomas Tuchel und England verlieren gegen SpanienEngland v Spain Group 3 UEFA Nations League – Season 2026 2027 – Wembley Stadium England head coach Thomas Tuchel reacts during the England v Spain UEFA Group 3 Nations League Match at Wembley Stadium London, Season 26 27, September 27 2026 London United Kingdom© IMAGO/Dave Shopland

„Thomas Tuchel entwickelt eine unglückliche Angewohnheit – eigentlich sollte es sein besonderes Merkmal sein, England über die Ziellinie zu schleppen, doch er war erneut machtlos, als Spanien den Klassenunterschied deutlich machte“, schrieb die Daily Mail.

Individuelle Fehler kosten England gegen Spanien

So machtlos der deutsche Coach im WM-Halbfinale gegen Argentinien gewesen sei, so machtlos habe er sich im Duell mit Spanien präsentiert.

Das berühmt-berüchtigte Blatt urteilte daher: „Tuchel dürfte nach dieser katastrophalen Defensivleistung den Druck spüren.“

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Gleich zwei Gegentreffern waren direkte Fehler der englischen Hintermannschaft vorausgegangen: Vor dem 0:1 nach nur zwei Minuten, dem schnellsten Gegentor in Wembley seit 69 Jahren, patzte Marc Guéhi entscheidend. Der Verteidiger von Manchester City vertändelte den Ball im Aufbau gegen Lamine Yamal, der den Fehler eiskalt ausnutzte und zur frühen Führung traf.

Vor dem Ausgleich zum 2:2 leistete sich dann Teamkollege Nico O’Reilly den entscheidenden Fehler. Ohne Bedrängnis passte er auf der linken Abwehrseite den Ball direkt in die Füße von Dani Olmo. Der Spanier ließ sich nicht zweimal bitten und leitete den Ball von außen direkte in die Mitte auf Alex Baena. Dieser ließ Trafford im englischen Kasten aus rund 16 Metern keine Chance.

Tuchels Team „defensiv unfähig“

„England findet seine DNA: Defensively Not Able“, titelte The Telegraph fast schon spöttisch. Defensiv unfähig also sei das Tuchel-Team. Die BBC meinte: „England gibt sich dem Chaos hin – aber es benötigt Kontrolle, um die großen Preise zu gewinnen.“ Das Spanien-Spiel habe deutlich gemacht, dass dieses Team so nie am Ziel ankommen werde.

Die Sun wiederum zeigte mit dem Finger konkret auf zwei England-Stars: „Guehis Schnitzer und Kanes Elfer-Fehlschuss kosten die Three Lions gegen den Weltmeister.“ The Mirror („Paying the penalty“) spielte ebenfalls auf den Bayern-Stürmer an.

Ganz anders fiel das Urteil in Spanien aus. Während Tuchel in England kritisiert wurde, bekam sein Gegenüber in der Heimat viel Lob ab. „Es gibt einen Grund, warum Luis De La Fuente zum besten Trainer der Welt gewählt wird“, meinte die As mit Blick auf die kommende Wahl beim Ballon d’Or. Ein weiteres „Meisterwerk“ habe der Coach abgeliefert, gerade rechtzeitig sei die Magie auf der Bank und dem Rasen aufgetaucht.

Die Marca jubelte derweil: „Spanien sät Panik: Der Weltmeister sendet in Wembley eine Botschaft der Unbezwingbarkeit.“

Verehrende Bilanz: Tuchel freut sich zumindest über Reaktion

Nimmt man das wilde 6:4 aus dem Spiel um Platz drei gegen Frankreich bei der WM hinzu, hat England zum ersten Mal seit Juni 1995 (3:3 gegen Schweden, 1:3 gegen Brasilien) in zwei aufeinanderfolgenden Spielen drei oder mehr Tore kassiert. In den letzten sechs Spielen waren es gar 13 Gegentore – und damit fast doppelt so viele wie in den ersten 17 Spielen unter Tuchel (7).

„Es war ein furchtbarer Start, der schlechteste Start, den man sich vorstellen kann, was es gegen eine Mannschaft wie diese so schwer macht. Die Reaktion war sehr gut. Nach zehn bis zwölf Minuten waren wir die bessere Mannschaft, aber wir haben zu viele Fehler gemacht“, analysierte Tuchel bei ITV Sport.

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