Israel-Kapitän kontert Irland: „Unser Land ist zehnmal besser“
Die kontroverse Nations-League-Partie zwischen Israel und Irland sorgt weiter für Schlagzeilen. Der Kapitän der Israelis kritisiert die Iren scharf und verteidigt sein Land.
Israels Kapitän Manor Solomon hat nach dem kontroversen Nations-League-Spiel zwischen seiner Mannschaft und Irland deutliche Worte für die Protestaktionen der Iren gefunden und deren Verhalten scharf kritisiert.
„Wenn ich sage, was ich von ihnen halte, werde ich wahrscheinlich für ein paar Spiele gesperrt, also will ich nicht sagen, was ich von ihnen halte. Offensichtlich hassen sie uns und wir mögen sie nicht“, erklärte der Angreifer, der bei West Ham United unter Vertrag steht.
„Wir haben ein Land, das zehnmal besser ist als ihres“
„Sie haben uns während des Spiels Unsinn gesagt, ich will nicht über sie reden“, führte der 27-Jährige weiter aus, um dann doch noch nachzulegen: „Sie interessieren mich nicht. Wir haben ein Land, das zehnmal besser ist als ihres, stärker als ihres. Wir haben ein großartiges Land mit großartigen Menschen.“
Sportlich war die Partie zuvor zu einer klaren Angelegenheit geraten. Irland gewann durch Tore von Troy Parrott, Adam Idah und Jack Moylan klar mit 3:0. Manor Solomon dachte aber sofort an das Rückspiel am Sonntag (20.45 Uhr): „Ich glaube an uns, dass wir es schaffen können. Ich weiß, mit wem ich hier bin, ich kenne die Spieler und das Team, wir werden da rauskommen und uns dafür revanchieren.“
Die ganze Mannschaft sei „stolz, das Trikot der Nationalmannschaft zu tragen und Israelis zu sein. Wir sind stolz auf unser Land und unsere Soldaten“, ergänzte Solomon, der als junger Erwachsener selbst in der Wehrpflichtarmee IDF gedient hatte: „Sie können all ihre Spielchen spielen. Wir sind Israelis und lieben das Land. Und das wird immer so sein.“
Irland mit Protestaktionen im Spiel gegen Israel
Die Partie zwischen beiden Nationen war schon weit vor dem Anpfiff zu einem Politikum geworden. Irland positionierte sich seit Beginn des Gazakriegs als einer der schärfsten Kritiker der israelischen Militäroffensive nach dem verheerenden Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 und boykottierte wie Spanien und andere Länder unter anderem auch den Eurovision Song Contest wegen Israels Teilnahme.
Aufgrund der angespannten Lage wurde das „Heimspiel“ Israels auf neutralem Boden in Ungarn ausgetragen. Im Vorfeld hatte die irische Mannschaft in einer internen Abstimmung darüber entschieden, ob man zu dem Spiel überhaupt antreten wolle. Torhüter Gavin Bazunu verweigerte seinen Einsatz. Trainer Heimir HallgrÃmsson bezeichnete das israelische Vorgehen im Gazastreifen im Vorfeld öffentlich als Genozid.
Die Kontroverse um das Länderspiel beschäftigte in beiden Ländern auch die Politik: Irlands Regierungschef Michael Martin sprang seinem Team bei, Israels Außenminister Gideon Sa’ar verglich Irlands Verhalten mit einem irischen Länderspiel in Deutschland 1939, als die damaligen Spieler den Hitlergruß zeigten.
Auch das übliche Zeremoniell wurde im spärlich besuchten Stadion auf ein Minimum reduziert. Es gab keine Einlaufkinder, keinen Wimpeltausch und keinen Handshake. Während der israelischen Hymne richtete die irische Mannschaft, die aus Protest schwarze Armbänder für die palästinensischen Todesopfer in Gaza trug, ihren Blick demonstrativ zum Boden.