Van Dijk greift niederländische Medien an
Liverpool-Star offenbart: Brauchte eine mentale Pause
Virgil van Dijk trifft mit den Niederlanden zum Auftakt der Nations League auf Deutschland. Seine Zukunft im Oranje-Dress war offen - auch weil der Kapitän Wertschätzung vermisste.
Virgil van Dijk hat vor dem Auftakt der Nations League gegen Deutschland (Donnerstag ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) offen über fehlende Wertschätzung seiner Person gesprochen und dabei auch Kritik an den niederländischen Medien geübt. Er beklagte sich unter anderem darüber, wie er von den Medien behandelt wurde.
„Intern habe ich das nicht vermisst, extern jedoch ziemlich oft. Ich stelle durchaus einen Unterschied zwischen national und international fest“, erklärte er in Bezug auf die Wertschätzung seitens der Medien. „Wenn man im Urlaub ist und seine Karriere in der niederländischen Nationalmannschaft Revue passieren lässt, dann möchte man natürlich Wertschätzung erfahren und auch das Vertrauen all derer spüren, die die Niederlande unterstützen“, führte er aus.
Unter seinem neuen Trainer Xavi habe er dies sofort gespürt: „Nach zehn Sekunden wusste ich bereits, dass ich weitermache. Das war einfach ein sehr gutes Gespräch“, berichtete van Dijk über den Austausch mit dem Spanier. „Körperlich gibt es keinen Zweifel, aber ich möchte auch Spaß daran haben und die Wertschätzung spüren – und die ist definitiv da“, so der Innenverteidiger weiter. Bis zur EM 2028 möchte van Dijk mindestens spielen, bis dahin wird er wohl auch als elfter Niederländer die Marke von 100 Länderspielen knacken. Aktuell steht er bei 96 Einsätzen.
Taktik-Ideen von van Dijk? „Völliger Unsinn“
Nach dem WM-Aus im Sommer gegen Marokko im Sechzehntelfinale (3:4 nach Elfmeterschießen) ließ der 35-Jährige seine Zukunft im Oranje-Dress zunächst offen. Mit Rückblick auf das Ausscheiden wandte er sich erneut an die niederländischen Medien und kritisierte die Berichte im Nachgang. „Ein Journalist sagte, es sei meine Idee gewesen, mit fünf Mann in der Abwehr zu spielen. Das ist völliger Unsinn“, stellte er klar.
Im Vergleich zu den Gruppenspielen stellte der damalige Bondscoach Ronald Koeman plötzlich um und bot eine Dreier- bzw. Fünferkette auf. Die Niederländer verloren die Partie. Kapitän van Dijk stand anschließend auch im Zentrum der Berichterstattung. „Der taktische Plan liegt nicht bei mir. Da wurde einfach Unsinn in die Welt gesetzt, um mich noch schlechter dastehen zu lassen, als es ohnehin schon der Fall war“, stellte van Dijk noch einmal klar. Auch die Behauptung, er und Koeman haben „den niederländischen Fußball ruiniert“, sei falsch und gehe „viel zu weit“.
Die Aussagen des Kapitäns schlugen auch in der heimischen Presse hohe Wellen. „Virgil van Dijk vermisst Vertrauen und Wertschätzung in den Niederlanden“, titelte etwa De Telegraaf prominent auf ihrer Sportseite. „Virgil van Dijk wehrt sich in der Pressekonferenz“, war wiederum beim Algemeen Dagblad zu lesen.