„Wir müssen uns vor Cristiano Ronaldo verbeugen“

Ronaldo wurde "vom Trainer vorgeführt"
2:54

Ronaldo wurde "vom Trainer vorgeführt"

Der portugiesische Verbandspräsident Pedro Proenca bezieht Stellung zur "Causa Ronaldo". Er spricht von einem Missverständnis.

Pedro Proenca, Präsident des portugiesischen Verbands, hat Position zum Fall Cristiano Ronaldo bezogen – und deutlich gemacht, dass er ihn im Sinne des Superstars beigelegt sehen will: Ronaldo werde ins Nationalteam zurückkehren – sofern er dies wolle. Jesus‘ vergangenen Entscheidungen wollte er aber nicht weiter bewerten.

„Erklärungen werde ich nicht abgeben, es sind absolut normale Gespräche zwischen Trainern und Spielern. Es ist ein rein sportlicher Bereich, ein Verbandspräsident mischt sich nicht in diese Fragen ein“, sagte Proenca am Sonntag nach dem 2:1-Sieg der Portugiesen gegen Norwegen.

Cristiano Ronaldo steht die Tür bei der Selecao wieder offen
Cristiano Ronaldo steht die Tür bei der Selecao wieder offenCristiano Ronaldo steht die Tür bei der Selecao wieder offen© IMAGO/NTB

Für ihn sei Ronaldo der beste Spieler der Geschichte, ein „Spieler, der mehr als zwei Jahrzehnte dem portugiesischen Fußball gewidmet hat“. Der Verbandschef ging sogar noch weiter und forderte: „Wir müssen uns vor Cristiano Ronaldo verbeugen“.

Cristiano Ronaldo darf zurückkehren

„Er ist aus eigener sportlicher Leistung in der Nationalmannschaft – und das muss absolut unbestritten sein. Er wird immer Teil dieser Mannschaft sein, wann immer er sportlich dazu in der Lage ist. Cristiano weiß das, er weiß, dass das das die Haltung ist“, erklärte Proenca weiter.

Trainer Jesus hatte zuvor klargemacht, dass Ronaldo zur Mannschaft zurückkehren dürfe. Die Entscheidung liege aber beim Superstar selbst.

DEINE MEINUNG

Ronaldo hatte das Trainingslager des Nationalteams in Dänemark am Mittwoch überstürzt verlassen und das Ende seiner Karriere in der Selecao angedeutet. Auslöser war Jesus‘ Ankündigung, den Nationalhelden wie schon im vorherigen Spiel auf die Bank zu setzen. Zu viel für den Rekordtorschützen der Portugiesen; ein Privatjet brachte ihn mitten in der Nacht nach Madrid.

Nachdem der Fall höchste Wellen geschlagen hat, ist inzwischen auch Jesus darum bemüht, die Wogen zu glätten: „Für mich ist Cris bei der nächsten Nominierung – sofern er bei Al-Nassr spielt – ein Spieler, der nominiert werden kann“, betonte der Coach am Sonntag.

„Ronaldo hätte die Nationalmannschaft womöglich schon verlassen“

Verbandspräsident Proenca bezeichnete die Unruhe nun als ein „Missverständnis, das zu Hause gelöst werden muss“.

Ronaldo pflege eine starke Beziehung zu Trainer Jesus, von der Proenca selbst Zeuge sei: „Denn wäre das nicht der Fall … seien wir ganz offen: Ronaldo hätte die Nationalmannschaft womöglich schon verlassen. Er tut es nicht – eben wegen dieser Beziehung und des gegenseitigen Respekts“, verdeutlichte er.

Doch es sei auch wichtig gewesen, „diese vier Spiele ruhig zu beenden, denn das sportliche Thema war es, was uns leitete. Nun sei es an der Zeit, „das Missverständnis zu klären“.

Ziel sei es, „dass wir im November alle wieder mit unserer Nationalmannschaft zusammen sein können“, schloss der 55 Jahre alte Proenca seine Stellungnahme ab.

Abonniere den Fußball-Newsletter und bleibe immer am Ball! Alle Tore und News direkt in dein Postfach