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WM 2022: So empfand Sven Ulreich seine Ausbootung 2018

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WM 2022: So empfand Sven Ulreich seine Ausbootung 2018

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So empfand Ulreich seine Ausbootung

Sven Ulreich überzeugt schon lange als Stellvertreter von Manuel Neuer. Der 34-Jährige zeigt konstant gute Leistungen, wenn er spielt. 2018 stand sogar eine WM-Nominierung im Raum. Jetzt äußert er sich dazu.
Der DFB hat sich beim Thema "One Love"-Binde und dem Umgang mit der FIFA mal wieder lächerlich gemacht. Die Konsequenz: Dem DFB wird das Rückgrat abgesprochen.
. SPORT1
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von SPORT1

Sven Ulreich ist beim FC Bayern seit Jahren der zuverlässige Stellvertreter von Manuel Neuer.

Ist der Nationaltorhüter einmal verletzt, springt Ulreich ein und weiß meistens auch mit starken Leistungen zu überzeugen.

Auch in dieser Saison kam der 34-Jährige immerhin zu acht Pflichtspiel-Einsätzen, die der Rekordmeister allesamt gewann. Ulreich trug damit zum Aufschwung der Bayern bei – spielte fünfmal zu null.

Eine noch größere Rolle spielte er in der Saison 2017/18, als er den am Fuß verletzten Neuer die gesamte Saison stark vertrat und sich so sogar in den Dunstkreis der Nationalmannschaft für die WM 2018 in Russland spielte.

So empfand Ulreich seine Nicht-Nominierung

Nominiert wurde Ulreich nicht – auch weil Neuer für die Weltmeisterschaft doch noch fit wurde.

„Wie jeder Spieler hätte ich mich gefreut, wenn der Anruf gekommen wäre. Letztlich gab es damals aber keinen konkreten Kontakt zum DFB“, erinnert sich Ulreich im Gespräch mit t-online. „Für mich wäre es ein schönes Ereignis und, ich glaube, in dem Jahr auch verdient gewesen.“

Die Augsburger beginnen mutig und belohnen sich früh mit der Führung, mit zunehmender Spielzeit blitzte dann aber immer mehr die Klasse der Münchner auf.
06:06
FC Augsburg - FC Bayern München (2:5): Tore und Highlights | DFB-Pokal

Trotzdem habe er sich für seinen Kollegen Neuer gefreut, dass dieser noch rechtzeitig fit geworden sei.

Zum DFB-Team durfte Ulreich ein Jahr später dann doch noch, wenn auch ohne Einsatz. „Bei der Nationalmannschaft dabei zu sein, ist ein Traum von jedem Spieler. Ein noch größerer Traum ist es, dann auch aufzulaufen oder eine WM mitzumachen. Ich bin aber dankbar, dass ich da überhaupt einmal dabei sein durfte.“

Ulreich stellt sich schützend vor DFB-Team

Die aktuelle WM verfolgt Ulreich vom Sofa aus München, wenn auch nicht wirklich regelmäßig: „Ich habe bisher genau zwei Spiele komplett geschaut: Deutschland gegen Spanien und Deutschland gegen Japan.“ (DATEN: Gruppen und Tabellen der WM)

Trotz der bisher eher durchwachsend laufenden WM stellt sich der 34-Jährige vor das Team von Bundestrainer Hansi Flick. „Nach dem Japan-Spiel wurde die öffentliche Kritik gleich laut. Das kann ich nicht ganz verstehen“, erklärte Ulreich.

Das Team habe eigentlich ein gutes Spiel gezeigt, es nur verpasst, die Chancen zu nutzen und hinten zwei leichte Fehler gemacht. Trotzdem „wurde gleich alles schlechtgeredet, das ist vielleicht ein bisschen ein deutsches Phänomen“, kritisierte Ulreich.

Gegen Costa Rica erwartet Ulreich einen Sieg und dann traut er dem Team noch deutlich mehr zu. „Die Nationalelf ist auf einem guten Weg und wird sich weiter steigern.“ (DATEN: WM-Spielplan 2022)

Wenn das Team nach dem holprigen Start in seinen Flow komme, traut der 34-Jährige seinen Kollegen sogar den ganz großen Wurf zu: „Am Ende stehst du vielleicht im Finale und kannst den Pokal hochhalten.“

Ulreich sieht Team bei politischen Themen nicht in der Pflicht

Auch den Einsatz der DFB-Spieler abseits des Platzes mit unter anderem der Mund-zu-Geste vor dem Spiel gegen Japan lobte Ulreich: „Das fand ich gut nach der ganzen Diskussion um die One-Love-Binde. Auf Menschenrechte und deren Einhaltung hinzuweisen, ist immer ein gutes Zeichen und deshalb richtig.“ (NEWS: Alles Wichtige zur WM)

Die Geste stellte aber nicht alle Menschen in Deutschland zufrieden, auch diese Kritik findet Ulreich deutlich zu harsch: „Aber im Endeffekt wurde das dann auch von vielen wieder negativ ausgelegt. Und es hieß: Das war zu wenig. Da sind wir wieder beim Thema: vieles wird immer zu negativ gesehen. Auch die sportliche Diskussion lief so.“

Insgesamt stünden die Spieler viel zu sehr in der Schusslinie. Sie hätten nicht entschieden, wo die WM stattfindet, deswegen sollten die Diskussionen auch andere führen. „Die Jungs in der Nationalelf sind Sportler, die alles dafür geben, um die Fans auf dem Platz zu begeistern.“

Letztlich sei es die Entscheidung jedes einzelnen, ob und wie er sich zu Dingen, die er nicht in Ordnung findet, äußern wolle. „Und wenn sich die Spieler auf den Sport und auf ihre Ziele bei der WM konzentrieren wollen, sollte das auch nachvollziehbar sein.“