Rekordnationalspieler Lothar Matthäus rät Bundestrainer Julian Nagelsmann, bei der Fußball-WM im Sommer „auf keinen Fall“ auf Jungstar Lennart Karl zu verzichten.
Matthäus widerspricht Nagelsmann bei Karl
Matthäus rät Nagelsmann zu Karl
Er würde den Offensivspieler von Bayern München „auf jeden Fall mitnehmen“, sagte Matthäus dem kicker, „weil er etwas hat, das vielleicht kein anderer Spieler in der Mannschaft hat: die Unbekümmertheit, die Frechheit, die Qualität“. Außerdem verfüge Karl (18) schon jetzt über internationale Erfahrung.
Nagelsmann hatte Karls WM-Nominierung in seinem vieldiskutierten Kicker-Interview zuletzt von Bedingungen abhängig gemacht: „Er darf nicht zu uns kommen und dann die graue Maus sein, sondern er muss diese jugendliche Frische und das Freche reinbringen. Sonst kann ich auch einen Erfahrenen mitnehmen, der verlässlich seinen Stiefel spielt“, sagte der Bundestrainer. Matthäus hält den Gedanken offensichtlich für falsch und rät in jedem Fall zu Karl.
Beim Kölner Said El Mala (19), der anders als Karl bereits vom Bundestrainer in die Nationalmannschaft berufen worden war, ist Matthäus skeptischer. „Er ist noch kein Stammspieler beim 1. FC Köln“, meinte der 64-Jährige, außerdem habe der FC generell weniger Spiele und El Mala damit weniger Bewährungschancen.
Matthäus: Harmonie ist der Schlüssel zum Erfolg
Andererseits besitze der Youngster ebenfalls „hohe Qualität, Geschwindigkeit, ein gutes Dribbling, einen guten Abschluss“. Der WM-Kader sei mit 26 Profis groß, „da sollte man schon überlegen, wer eine Qualität hat, die der Mannschaft sonst fehlt. Und darauf, wer die Rolle als Ergänzungsspieler annimmt.“
Die Harmonie im Team ist für Matthäus der Schlüssel zum Erfolg. Nagelsmann müsse schaffen, was Franz Beckenbauer beim WM-Triumph 1990 hinbekommen habe: „Dass alle das eigene Ego hintanstellen und das Gesamte sehen.“ Da sei die DFB-Auswahl aber bereits „auf einem guten Weg“.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)