Mit 19 Jahren zählt Louey Ben Farhat zu den Shootingstars beim Karlsruher SC. Sechs Tore und zwei Vorlagen in 19 Zweitliga-Spielen brachten ihn auch aufs Radar der tunesischen Nationalmannschaft. Trainer Sabri Lamouchi hätte ihn gerne auch mit zur Weltmeisterschaft in den USA, Kanada und Mexiko genommen. Vom Vater des Spielers gab es jetzt aber offenbar die Absage.
WM-Wirbel um Zweitliga-Talent: Vater soll Nationalcoach abgesagt haben
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„Heute Morgen hat mich Louey Ben Farhats Vater angerufen. Er sagte mir, es sei zu früh, ihn in die Auswahl aufzunehmen und lehnte ab. Ich war schockiert“, erklärte Lamouchi: „Ich habe Louey angerufen, aber er ging nicht ran. Ich habe seinen Vater erneut angerufen, aber auch er ging nicht ran.“
Nie wieder für die Nationalmannschaft?
Dieses Verhalten schmeckte dem Trainer überhaupt nicht: „Das ist respektlos. Die Sache ist erledigt“, erklärte er weiter.
Der in Waiblingen geborene Offensiv-Spieler wäre theoretisch auch für den DFB spielberechtigt. Zwar debütierte er Ende März beim 1:0 Sieg über Haiti und durfte Tage später gegen Kanada über eine ganze Halbzeit ran, festgespielt ist er damit allerdings noch nicht. Theoretisch wäre ein Verbandswechsel noch möglich.
Anfang des Jahres hatte er sich jedoch bewusst für die Tunesier entschieden und auch die WM als ein Ziel ausgerufen.
Bekannte Gesichter finden sich im Kader der Nordafrikaner dennoch: Mit Ellyes Skhiri (Eintracht Frankfurt), Rani Khedira (Union Berlin), Ismaël Gharbi (Augsburg) und Elias Saad (Hannover 96) stehen gleich vier Profis aus der ersten und zweiten Bundesliga im Aufgebot.