Das Interesse an der kommende Woche startenden Fußball-WM ist in Deutschland größer als bei dem umstrittenen WM-Turnier in Katar 2022. Nur noch rund 16 Prozent der Deutschen wollen überhaupt keine Spiele der Endrunde in den USA, Mexiko und Kanada verfolgen, ergab eine am Mittwoch von der Universität Hohenheim veröffentlichte repräsentative Umfrage. Bei der Katar-WM vor vier Jahren lag dieser Anteil mit 27 Prozent noch deutlich höher.
Umfrage: WM-Skepsis kleiner als vor Katar
Umfrage: Skepsis kleiner als vor Katar
Wie die Studienmacher mitteilten, ist die Beachtung für das Turnier aber nach wie vor spürbar geringer als in der Vergangenheit. Die frühere WM-Euphorie sei bislang nicht nach Deutschland zurückgekehrt, so die Forscher der baden-württembergischen Uni mit Blick auf vergleichbare Studien zu den vorangegangenen Endrunden. „Dabei ist das allgemeine Interesse an Fußball und Sport über die Jahre hinweg bemerkenswert stabil“, sagte Studienleiter Markus Voeth.
Fans sehen „Eventisierung des Fußballs“ kritisch
Auch über den Fußball hinaus bleiben die Erwartungen der Befragten an das Turnier verhalten, so Voeth. Nur rund ein Viertel rechne mit positiven Auswirkungen auf Tourismus und Wirtschaft. Besonders kritisch bewerten viele das neue Turnierformat mit 48 Teilnehmerländern sowie die zusätzlichen Show-Elemente. Bei vielen Fans werde eine „zunehmende Eventisierung des Fußballs“ skeptisch gesehen.
Die Universität befragte vom 24. April bis 10. Mai insgesamt 1000 Teilnehmer und Teilnehmerinnen online, die Studie sei „bevölkerungsrepräsentativ“.