Lothar Matthäus hat den DFB scharf kritisiert. Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann warf Matthäus dem Deutschen Fußballbund fehlende Weitsicht bei der vertraglichen Gestaltung vor.
Nagelsmanns DFB-Deal: Dieses Detail ärgert Lothar Matthäus
Matthäus verwirrt von Nagelsmann-Vertrag
„Wenn er (Julian Nagelsmann, Anm. d. Red.) in der Vorrunde ausgeschieden wäre, dann wäre eine Lösung laut Vertrag wahrscheinlich möglich gewesen“, erklärte der Ex-Weltfußballer im Interview mit den Sendern RTL und ntv. „Aufgrund dessen, dass er das Sechzehntelfinale erreicht hat, war der Vertrag dann eben über die nächsten zwei Jahre gültig.“
Matthäus wirft dem DFB deshalb fehlende Weitsicht vor, sich nicht auch für den Fall eines Ausscheidens vor dem Achtelfinale abgesichert zu haben. Demnach dürfte man „nicht nur mit der Hoffnung in der Gegenwart davon ausgehen, dass man eine erfolgreiche Weltmeisterschaft spielt.“
Die Entscheidung, mit Nagelsmann bereits 2025 zu verlängern und ihn mit einem bis 2028 gültigen Arbeitspapier auszustatten, sei vollkommen ohne Not getroffen worden: „Sie haben den Vertrag mit Julian Nagelsmann verlängert. Sie haben die Zahlen reingeschrieben. Sie haben die Klauseln reingeschrieben. Das war nicht unter Zwang, sondern eine überzeugende Situation für die Verantwortlichen, dass Julian Nagelsmann der richtige Nationaltrainer bis 2028 ist.“
Matthäus kritisiert DFB für Nagelsmann-Verlängerung
Trotz Nagelsmanns freiwilligem Rücktritt muss der DFB dem Ex-Bundestrainer nun eine millionenschwere Ablösesumme bezahlen. „Das ist sehr viel Geld, was man ganz sicher auch für andere Zwecke beim DFB verwenden hätte können. Ich glaube, die Vertragsgestaltung war nicht glücklich von DFB-Seite aus“, meinte Matthäus.
Die Vertragsverlängerung stellte sich letztendlich also als kostspieliger Fehler heraus und verschärft die finanzielle Lage des deutschen Fußballbundes weiter. Schließlich gingen dem DFB durch das frühe Ausscheiden gegen Paraguay auch zahlreiche FIFA-Prämien für das Erreichen weiterer – eigentlich eingeplanter – K.o.-Runden verloren.
Auch die Verpflichtung des Wunschkandidaten Jürgen Klopp könnte zum finanziellen Kraftakt für den DFB werden. Der Head of Soccer von Red Bull hat schließlich wie Nagelsmann einen langfristig gültigen Vertrag.