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Matthäus zerlegt Nagelsmann in alle Einzelteile

Matthäus zerlegt Nagelsmann

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus legt in seiner Kritik gegen Julian Nagelsmann nach. Der 65-Jährige zerlegt den früheren Bundestrainer in alle Einzelteile.
Nach dem Rücktritt von Julian Nagelsmann klärt SPORT1-Reporter Manfred Sedlbauer über die Ereignisse der letzten 24 Stunden auf.
Rekordnationalspieler Lothar Matthäus legt in seiner Kritik gegen Julian Nagelsmann nach. Der 65-Jährige zerlegt den früheren Bundestrainer in alle Einzelteile.

Rekordnationalspieler Lothar Matthäus hat in seiner Kritik gegen den ehemaligen Bundestrainer Julian Nagelsmann nachgelegt – und dabei auch die DFB-Führung in die Verantwortung gezogen.

„Das gesamte Projekt ‚Bundestrainer Julian Nagelsmann‘ ist krachend gescheitert“, leitete Matthäus seine Kolumne bei der Bild ein.

Sein Vorwurf: Unter Nagelsmann habe die deutsche Nationalmannschaft „keine Führung auf dem Platz“ gehabt, „keine spielerische Qualität, kein gutes Abwehrverhalten, kein Miteinander. Das war ein reiner Hühnerhaufen.“

„Nagelsmänner ohne Widerspruch“

Der 38-Jährige habe schlicht „viel zu viele Fehler gemacht“: „Mit der Aufstellung, mit der Taktik, auch schon mit der Nominierung für diese WM. Er hatte keinen Plan B, er hat seine Linie stur durchgezogen. Gut gemeinte Ratschläge von außen (was noch verständlich und in Ordnung ist), aber leider auch von innen, ignorierte er offenbar. Und sein Trainerstab bestand nur aus kleinen Nagelsmännern ohne Widerspruch“, schrieb Matthäus weiter.

Zusätzlich habe es an der Kommunikation mit den Spielern gehapert: „Lieber Nachrichten per WhatsApp als persönliche Gespräche? Eigentlich undenkbar für eine Führungskraft. Nagelsmann war auch viel zu selten bei Vereinsspielen in den Stadien. Oder bei der U21.“

Matthäus‘ Schlussfolgerung: „Auch die Verantwortlichen beim DFB haben einiges falsch gemacht. Sie haben zu lange zugeschaut. Immer in der Überzeugung, dass Nagelsmann ein guter Trainer ist – was er rein technisch sicherlich ist. Und in der Hoffnung, dass es gutgehen würde. Dabei waren die Defizite schon länger zu erkennen.“

WM-Desaster: „Noch teurer, noch krachender“

Dabei stellt Matthäus nun die Frage, wer für die sieben Millionen Euro Abfindung aufkomme: „DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig? DFB-Präsident Bernd Neuendorf? Die zu erwartende Millionen-Ablöse für den wahrscheinlichen neuen Bundestrainer an Red Bull macht das gesamte WM-Desaster noch teurer, noch krachender!“

Matthäus ist überzeugt, „dass Jürgen Klopp das alles besser macht, wenn er Bundestrainer wird“.

Der 59-Jährige befindet sich nach Nagelsmanns Rücktritt in ersten Gesprächen mit dem DFB – hat bei Red Bull aber noch einen Vertrag bis 2029. Ein Hindernis?

„Ich habe tatsächlich darüber nachgedacht, ob Klopp beide Jobs machen könnte. Ich hätte auch kein Problem damit, wenn er als Bundestrainer eine Red-Bull-Cap trägt. Aber das wäre vielen Fans wohl nicht zu vermitteln. Und ein Bundestrainer muss sein Amt zu 100 Prozent ausüben“, sagte Matthäus.