WM 2026>

Menschenrechtsrat Brasiliens beklagt WM-Rassismus

Menschenrechtsrat Brasiliens beklagt WM-Rassismus

Die Vorfälle bei der WM sollen die Vereinten Nationen und die FIFA zum Handeln bringen.
Der Weltverband wird zum Handeln aufgefordert
Der Weltverband wird zum Handeln aufgefordert
© GETTY IMAGES/AFP/SID/Mattia Ozbot
Die Vorfälle bei der WM sollen die Vereinten Nationen und die FIFA zum Handeln bringen.

Der brasilianische Nationale Menschenrechtsrat hat die Vereinten Nationen und den Fußball-Weltverband FIFA zum Handeln gegen einen aus seiner Sicht während der WM 2026 sichtbar gewordenen „transnationalen strukturellen Rassismus“ aufgefordert. Das Gremium verwies in einer der Nachrichtenagentur AFP übermittelten Mitteilung auf mehrere rassistische Vorfälle während des Turniers, darunter Beleidigungen gegen Frankreichs Kapitän Kylian Mbappé.

Zudem forderte der Rat die Gastgeber USA, Mexiko und Kanada, die teilnehmenden Nationalverbände sowie die FIFA auf, die Vorfälle zu untersuchen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Auch Spaniens früherer Regierungschef Mariano Rajoy hatte die französische Nationalmannschaft als Team „ohne Franzosen“ bezeichnet.

„Die Weltmeisterschaft bringt Millionen Menschen zusammen und sollte die Begegnung zwischen Völkern und Kulturen repräsentieren“, erklärte Ratspräsidentin Ivana Leal. Zugleich beklagte sie, dass Rassismus „eine globale Herausforderung“ für die Menschenrechte bleibe.

Leal verwies auf Zahlen aus dem eigenen Überwachungssystem der FIFA. Demnach wurden allein während der Gruppenphase mehr als sechs Millionen Beiträge in sozialen Netzwerken analysiert. Rund 89.000 davon seien als beleidigend eingestuft worden, darunter mehrere Tausend mit rassistischem Inhalt. Nach Angaben des Rates liegt dieser Wert 13-mal höher als die bei der WM 2022 in Katar registrierte Zahl.