Es hätten seine letzten Minuten im Trikot der Selecao werden können: Beim Stand von 1:1 nahm Portugal-Trainer Roberto Martinez die lebende Legende Cristiano Ronaldo im WM-Sechzehntelfinale gegen Kroatien vom Feld. Der Kapitän war entsprechend bedient.
WM: Trainer-Ärger? Ronaldo-Szene mit brisanter Note
Ronaldo-Szene mit brisanter Note
Mit Ruben Neves setzte der Coach in der Schlussphase auf defensive Stabilität. Ronaldo schien die Entscheidung nicht ganz wahrhaben zu wollen. Etwas ungläubig ging sein Blick zur Anzeigetafel, anschließend trottete er kopfschüttelnd vom Platz.
WM: Kühler Handschlag zwischen Ronaldo und Trainer Martinez
Von seinen Mitspielern gab es schnell aufbauenden Applaus, die schienen die Miene des Rekordspielers aber nur wenig zu erhellen. Neves bekam zwar noch eine flüchtige Umarmung auf dem Weg auf den Platz, seinen Trainer würdigte Ronaldo dann jedoch keines Blickes mehr. Immerhin gab es quasi im Vorbeigehen noch den Handschlag für den spanischen Coach.
Im Anschluss wollte der Superstar allerdings kein Öl ins Feuer gießen, sondern äußerte sich nach dem wilden Spiel diplomatisch und allgemein. „Um einen Wettbewerb dieser Größenordnung zu gewinnen, müssen wir leiden können. Heute war es so weit“, erklärte der ausgewechselte Angreifer.
Ronaldo: Erster K.o.-Treffer bei einer WM
Dabei hätten die Wechsel von Martinez, der zuvor mit Bruno Fernandes und Vitinha schon weitere Leistungsträger vom Platz genommen hatte, durchaus zum Politikum werden können.
Denn in der engen Schlussphase wäre aus Ronaldos Auswechslung beinahe sein letzter Abgang im Nationaltrikot überhaupt geworden. Vor Anpfiff hatte seine Schwester verkündet, die WM sei Ronaldos letzter Auftritt im Nationaltrikot. Bestätigen wollte der 41-Jährige seinen bevorstehenden Abschied später nicht.
Grund zum Jubeln gab es dann doch noch. Dank des späten Siegtreffers von Goncalo Ramos kann er die Rücktrittsgedanken vorerst um mindestens drei Tage nach hinten schieben. Portugal trifft im Achtelfinale am Montag auf Spanien.
Für den portugiesischen Rekordspieler war das Spiel gegen Kroatien ein Auf und Ab der Gefühle. Nach 61 Minuten traf er zunächst sehenswert zum vermeintlichen Ausgleich, wurde jedoch unmittelbar danach vom Linienrichter zurückgepfiffen.
Sieben Minuten später gelang dem Superstar dann aber doch noch sein erster Treffer in einem WM-K.o.-Spiel. Per Elfmeter besorgte er den Ausgleich und legte den Grundstein für Portugals Weiterkommen.