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WM: Aufregerszene um Kylian Mbappé - "Warum schlägt er ihn?"

Wirbel nach Schlag gegen Mbappé

Kylian Mbappé wird im WM-Achtelfinale von einem Gegenspieler geschlagen. Dieser kommt ungeschoren davon. Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich hadert mit der Entscheidung.
Nach einem Foul von Diego Gomez an Desiré Doué bekommt Frankreich nach VAR-Intervention einen Elfmeter. Die Paraguayer ziehen alle Register und malträtieren auch den Elfmeterpunkt. Für den Magenta-Kommentator eine "Riesen-Sauerei". Kylian Mbappé ist es egal - er trifft und schießt Frankreich ins Viertelfinale.
Kylian Mbappé wird im WM-Achtelfinale von einem Gegenspieler geschlagen. Dieser kommt ungeschoren davon. Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich hadert mit der Entscheidung.

Aufregung um Kylian Mbappé: Der Starstürmer der Franzosen hat im WM-Achtelfinale gegen Paraguay (Endstand: 1:0) von Gegenspieler Matías Galarza einen Schlag abbekommen.

Mbappé drohte in der 20. Spielminute im Laufduell zu enteilen, als Galarza plötzlich mit der rechten Hand ausholte und damit Mbappé absichtlich auf den linken Arm schlug. Der Franzose schrie auf, ging theatralisch zu Boden und rollte sich auf dem Rasen hin und her.

WM: Hätte Galarza vom Platz fliegen müssen?

Schiedsrichter Ilgiz Tantashev ließ zunächst weiterlaufen, ein Schuss von Ousmane Dembélé landete kurz darauf neben dem Tor. Mbappé blieb noch einige Momente auf dem Boden liegen, konnte die Partie aber fortsetzen.

Galarza kam ungestraft davon. Mbappé hatte wohl eine Tätlichkeit ausgemacht und redete vehement auf Tantashev ein. Doch der Unparteiische blieb bei seiner Entscheidung. Auch der VAR intervenierte nicht.

„Ich habe mir im Live-Bild schon gedacht: Das sieht aber komisch aus, warum schlägt er ihn? Es ist eigentlich ein astreiner Schlag. Es ist jetzt auch nicht die typische Tätlichkeit, dass man jetzt sagt, das ist eine glatt Rote Karte“, erklärte Schiedsrichterexperte Patrick Ittrich bei MagentaTV.

Ittrich: „Regeltechnisch eine Rote Karte“

Und rein regeltechnisch? „Es ist fernab vom Ballgeschehen, er nimmt die Faust und schlägt ihm Richtung Schulter. Das ist für mich regeltechnisch eine Rote Karte“, sagte Ittrich.

Dass der VAR nicht eingriff, verwunderte den Ex-Schiedsrichter durchaus: „Auch eine versuchte Tätlichkeit ist eine Tätlichkeit. Es hätte sich keiner beschweren können, wenn sich der Videoassistent gemeldet hätte und gesagt hätte, wir schicken ihn raus.“

Ittrich verwies aber auch auf die lockere Linie bei der WM. Die Schiedsrichter seien angewiesen, vieles laufen zu lassen. Sein Urteil war aber eindeutig: „Für mich ist es eher Rot und damit auch ein Eingriff des VAR.“

Die Aktion sei „schon merkwürdig. Man fragt sich, was in einem Spieler vorgeht. Eigentlich gehört so was bestraft“, sagte Ittrich.

Galarza entnervte schon Musiala

Experte Manuel Baum hatte auch einen „klaren Schlag“ erkannt. „Es ist ein Schlag und insofern hätte er sich nicht beschweren dürfen, wenn er da vom Platz fliegt“, sagte Baum.

Galarza hatte im Sechzehntelfinale schon DFB-Star Jamal Musiala mit einer Reihe von Nickligkeiten auf die Palme gebracht. Dieser revanchierte sich in der Verlängerung mit einem Tritt.

In der 77. Minute ereignete sich noch eine zweite Aufregerszene um Mbappé. Diesmal bekam er einen leichten Tritt vom am Boden liegenden Juan Caceres an die Wade ab.

WM: Frankreich im Viertelfinale

Wieder ging der 27-Jährige theatralisch zu Boden, doch auch diese Aktion blieb ohne Konsequenzen. Auch Caceres kam mit seiner vermeintlichen Tätlichkeit ungeschoren davon.

Nach dem Abpfiff ging Ittrich mit der Leistung des Unparteiischen hart ins Gericht. „Die bisher schlechteste Schiedsrichterleistung bei dieser WM. Das Paraguay aus diesem Spiel ohne Rote Karte geht, ist unfassbar“, meckerte Ittrich. Der Schiedsrichter habe „total die Kontrolle verloren. Als Schiedsrichter hast du das Spiel zu managen. Das ist hier komplett in die Hose gegangen.“

Trainer Didier Deschamps sagte: „Sie haben viele Fouls gemacht, vor allem gegen Kylian. Ich kann mich an 2018 erinnern. Gegen Uruguay musste ich ihn vom Platz nehmen, weil sie ihn fast umgebracht haben. Ich möchte keine Spieler verlieren wegen sowas. Aber die ganze Bank war bereit, nur Soldaten in der Mannschaft.“

Ein Foulelfmeter nach Videobeweis von Mbappé (70.) rettete Les Bleus schließlich, nachdem deren furchteinflößende Staroffensive zuvor lange wirkungslos geblieben war. Im Viertelfinale trifft Frankreich auf Marokko.