Spaniens Handballer haben bei der EM drei Tage nach der Niederlage gegen Deutschland auch beim Start in die Hauptrunde eine bittere Pleite kassiert – und dabei mit der letzten Spielaktion für Entsetzen gesorgt.
Handball-EM: "Völliger Unsinn" - Entsetzen nach Spanien-Drama
Entsetzen nach Spanien-Drama
Gegen den nächsten deutschen Gegner Norwegen unterlag der Europameister von 2018 und 2020 in Herning in einem dramatischen Spiel mit 34:35 (16:16). Überragender Norweger war der Hannoveraner August Pedersen mit elf Toren.
In einer über die komplette Distanz engen Partie gelang Tobias Gröndahl 32 Sekunden vor Ende der entscheidende Treffer. Kurz vor dem Ende scheiterte Spanien dann beim Versuch, zumindest noch einen Punkt zu retten.
Handball-EM: Spanien scheitert mit Kempa-Versuch
So musste Norwegen in den letzten elf Sekunden in doppelter Unterzahl agieren. Die Spanier brauchten daraufhin nur drei Sekunden, um Linksaußen Ian Barrufet freizuspielen.
Dieser setzte allerdings überraschend nicht zum Wurf an, sondern versuchte, einen Pass auf Aleix Gomez zu spielen, um einen Kempa-Trick auszuführen. Norwegens Pedersen fing allerdings den Ball ab.
Dyn-Kommentator Markus Herwig war fassungslos, dass sich Barrufet den freien Wurf nicht nahm. „Sie spielen es viel zu kompliziert. Der Winkel ist doch gar nicht so schlecht“, meinte er. „Warum er nicht selber abgeschlossen hat, erschließt sich mir nicht. Sie versuchen stattdessen den Kempa.“
Presse reagiert mit Unverständnis
Auch die heimische Presse zeigte sich entsetzt, dass Spanien die Chance auf den Ausgleich durch den fehlgeschlagenen Pass liegen ließ. „Eine Spielaktion, die sich als völliger Unsinn herausstellte“, urteilte Mundo Deportivo. Es sei „eine grausame Niederlage“.
Die Marca schrieb von einer „letzten, kuriosen Aktion, bei der sie den Ball verloren“, während die AS die Ausführung als „unverständlich“ abstempelte.
Auf der Webseite des dänischen Senders TV2 hieß es: „Was haben sich die Spanier dabei gedacht?“
„Ich hoffe, wir lernen daraus“
Unmittelbar nach dem gescheiterten Kempa stoppten die Referees erneut das Spiel, um zu überprüfen, ob Pedersen bei seiner Abwehraktion im Kreis gestanden hatte. Nach Ansicht der Videobilder gab es allerdings keinen Siebenmeter für die Spanier, die daraufhin als Verlierer vom Feld gingen.
Rückraumspieler Alex Dujshebaev haderte anschließend mit den finalen Szenen: „Vielleicht müssen wir uns mehr auf die letzten Aktionen konzentrieren, angemessen spielen und keine unnötigen Fehler machen. Ich hoffe, wir lernen daraus.“
Spanien hat schlechte Karten
Spanien hat nun denkbar schlechte Karten im Kampf um das Halbfinale, das nur die beiden besten Teams der starken Gruppe um Titelverteidiger Frankreich und Olympiasieger Dänemark erreichen.
Mit-Gastgeber Norwegen, das ebenfalls ohne Punkt in die Hauptrunde gestartet war, hat noch alle Chancen auf den Einzug in die Runde der letzten vier - am Samstag (20.30 Uhr) geht es für Norge gegen die DHB-Auswahl.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)