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Handball-EM: Dahmkes doppeltes „Familienduell“

Dahmkes doppeltes „Familienduell“

Gegen Norwegen kommt es für Rune Dahmke zu einem pikanten Aufeinandertreffen mit Sander Sagosen. Seine Frau beobachtet das genau.
Die deutschen Handballer starten gegen Dänen-Schreck Portugal in die EM-Hauptrunde. Andreas Wolff und Rune Dahmke warnen vor zwei gefährlichen Brüdern.
Gegen Norwegen kommt es für Rune Dahmke zu einem pikanten Aufeinandertreffen mit Sander Sagosen. Seine Frau beobachtet das genau.

Vor dem doppelten „Familienduell“ gegen Norwegen ist Rune Dahmke nicht gerade zu beneiden. Der Linksaußen der deutschen Handballer trifft am Samstag (20.30 Uhr) auf seinen Schwager Sander Sagosen, seine Ehefrau Stine Oftedal Dahmke bewertet das pikante Aufeinandertreffen als norwegische TV-Expertin. Der Familienchat glüht.

„Es ist schon gut, dass es da zwei Seiten gibt, einmal den norwegischen und dann mehr auf meiner Seite den deutschen“, berichtete Dahmke am Freitag auf der Pressekonferenz im deutschen Teamquartier. Die Norweger seien „schon ein stolzes Land, das kann man so festhalten. Es wird dann zwar schon gratuliert, sollten wir den besseren Ausgang haben in dem Spiel, aber ich sage mal mit ein bisschen weniger Euphorie, als wenn das für die Norweger ausgehen würde.“

Für wen jubelt Dahmkes Frau?

Wie denn seine norwegische Frau, Olympiasiegerin von 2024, mehrmalige Welt- und Europameisterin, reagieren würde? Für wen jubelt die frühere Welthandballerin? „Gute Frage. Ich habe mich bisher nicht getraut, sie zu fragen, weil ich die Antwort nicht hören möchte“, sagte Dahmke und lachte. Er findet es aber „okay, wenn sie sich aufgrund ihrer derzeitigen beruflichen Situation ein wenig für Norwegen entscheidet. Aber ich weiß, dass sie insgeheim auch ein kleiner Fan von Deutschland geworden ist.“

Seit 2024 sind die Dahmkes verheiratet, sie leben in Kiel. Im Juli 2025 kam mit Tochter Amelie ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt. Gesprochen wird bislang „immer Englisch“, doch „jetzt sprechen wir mit der Kleinen Norwegisch - und dann, wenn meine Familie kommt, Deutsch. Ich bin mal gespannt, was am Ende dabei rauskommt.“ Er selbst spreche „Baby-Norwegisch mit Amelie. Wir sind da ziemlich auf einem Niveau, würde ich sagen.“ Dahmke lachte.

Am Samstag gilt der volle Fokus dem Duell mit seinem Schwager. Mit Sagosen, Ehemann der Schwester seiner Frau, spielte Dahmke drei Jahre lang zusammen in Kiel. „Wenn ich ihn nur vom Spielfeld kennen würde, dann wüsste ich jetzt nicht, ob er direkt meine erste Wahl in der Freundessuche wäre. Aber er ist wirklich ein fantastischer Kerl. Oberstes Regal“, erzählte Dahmke gut gelaunt auf dem Podium. Er habe aber „natürlich auch wenig Chancen gehabt, mich durch die familiäre Konstellation gegen ihn zu entscheiden“.

Handball-EM: Deutschland führt Gruppe an

Für die deutsche Mannschaft könnte Dahmke vor dem Duell als eine Art Spion fungieren. „Ich glaube schon, dass ich relativ gut weiß, was er macht“, sagte der Linksaußen. Sagosen, der das Spiel der Norweger als „sehr guter Entscheider“ lenkt, sei „schon ziemlich gut, von daher kann ich mir auch denken, dass er sich noch ein, zwei Sachen überlegt“.

Ob es nach dem Spiel Sprüche geben wird? „Ich hoffe, ich bin der, der die Sprüche drückt. Sonst kann ich mir das wahrscheinlich ein Jahr anhören“, so Dahmke, der bei der EM bislang nur sporadisch zum Einsatz gekommen ist.

In Todesgruppe I liegt Deutschland vor dem zweiten Spieltag als einziges Team mit 4:0 Punkten an der Spitze. Norwegen steht wie Olympiasieger Dänemark, Titelverteidiger Frankreich und Portugal bei 2:2 Zählern. Spanien hat noch keinen Punkt. Nur die besten zwei Mannschaften erreichen das Halbfinale.