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Handball-EM: "Es fühlt sich unglaublich unfair an" - Schweden wittert Skandal

„Fühlt sich unglaublich unfair an“

Schwedens Handballer verpassen das Halbfinale, schon bevor ihr finales Hauptrunden-Spiel angepfiffen wird. Danach entlädt sich bei einem Schweden-Star der Frust, während die Presse heftige Kritik an den norwegischen Schiedsrichtern des Kroatien-Spiels übt. Eine Szene sorgt besonders für Ärger.
Die schwedische Handball-Nationalmannschaft gewinnt ihr letztes Gruppenspiel bei der Handball-EM gegen die Schweiz klar - das Turnier-Aus war allerdings schon besiegelt. Trainer Michael Apelgren und Spieler Hampus Wanne sprechen darüber wie es war, mit diesem Wissen ins Spiel zu gehen.
Schwedens Handballer verpassen das Halbfinale, schon bevor ihr finales Hauptrunden-Spiel angepfiffen wird. Danach entlädt sich bei einem Schweden-Star der Frust, während die Presse heftige Kritik an den norwegischen Schiedsrichtern des Kroatien-Spiels übt. Eine Szene sorgt besonders für Ärger.

Schon bevor der Ball zum finalen Hauptrunden-Spiel der Schweden bei der Handball-EM angeworfen wurde, war klar, dass das Halbfinale im eigenen Land bereits außer Reichweite liegt. „Schwedischer Flop. Das Fiasko ist komplett“, titelte das schwedische Boulevardblatt Expressen deshalb folgerichtig.

Aufgrund des Weiterkommens von Dänemark und Überraschungsteam Island hieß es im Aftonbladet: „Wir werden der kleine Bruder des Nordens.“ Zudem wurde bereits am Mittwochabend die Trainerfrage gestellt. „Kann Michael Apelgren jetzt noch im Amt bleiben?“, lautete die Überschrift eines entsprechenden Kommentars.

Dass die schwedische Mannschaft die Pflichtaufgabe gegen die Schweiz souverän mit einem 34:21-Sieg löste, ist deswegen schnell zur Nebensache geworden. Hinter Kroatien und Island reicht Platz drei in der Hauptrunden-Gruppe lediglich für das Spiel um Platz fünf am Freitag. Gegner wird dann Portugal sein (15 Uhr im LIVETICKER).

Handball-EM: Schweden-Star lässt Frust freien Lauf

Sinnbildlich für die Gemütslage war der Frust von Star-Spielmacher Felix Claar, der seinen Unmut im Spiel gegen die Schweiz ausdrückte, indem er nach seiner Auswechslung eine Trinkflasche auf den Boden schmetterte und in ihre Einzelteile zerlegte. Seine Teamkollegen, die zunächst noch zusammengezuckt waren, mussten in der Folge aufräumen und den Boden wischen.

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„Es ist besser, es in einer Flasche auszulassen, als in einem Menschen“, sagte Teamkollege Sebastian Karlsson zu der Szene.

„Ich habe etwa sieben Minuten gespielt, drei Würfe vergeben und einen technischen Fehler gehabt. Ich war einfach sauer auf mich selbst“, meinte der Flaschenwerfer im Nachgang selbst.

Handball-EM: Szene aus Kroatien-Spiel beschäftigt Schweden

In schwedischen Medien wurde allerdings vor allem über eine Szene diskutiert, die sich in der Endphase des Spiels zwischen Gruppensieger Kroatien und Ungarn abspielte.

39 Sekunden vor Schluss gelang Ungarns Rechtsaußen Zoran Ilic der vermeintliche Ausgleich, der jedoch wegen eines strittigen Offensivfouls einkassiert wurde. In der Folge traf Kroatien noch und gewann mit 27:25.

Bei einem Unentschieden wäre es zwischen Schweden, Kroatien und Island (dann alle sieben Punkte) zu einem Dreiervergleich gekommen, in dem Island (Tordifferenz aus direkten Duellen +7) und Schweden (0) vor Kroatien (-7) gelandet wären.

Dementsprechend groß war der Unmut der schwedischen Medien und Experten, zumal in Lars Jörum und Havard Kleven auch noch ein Gespann aus dem rivalisierenden Norwegen diese Partie leitete.

Schweden-Ärger: „Es fühlt sich unglaublich unfair an“

„Diese Entscheidung sorgt für Kritik – der Richter ist Norweger“, titelte Aftonbladet. „Die Schiedsrichter konnten dem Druck vielleicht nicht standhalten“, sagte der 156-malige Nationalspieler und heutige TV-Experte Martin Frändesjö in der Übertragung bei Viaplay.

„Es war dieser letzte Angriff. Es fühlte sich sehr zweifelhaft an und es fühlte sich wie ein Tor an. Ich finde, Ungarn hatte eine Menge gegen sich. Man sah, dass Chema Rodriguez (Ungarns Trainer, Anm. d. Red.) nicht zufrieden war. All diese 50/50-Entscheidungen, die sich normalerweise ausgleichen, gingen am Ende gegen Ungarn. Ein riesiger Fehlschlag unter den Bedingungen, die wir hatten.“

Die ehemalige Nationalspielerin Johanna Ahlm schlug in dieselbe Kerbe: „Diese Situation ist so schwer und so anstrengend. Was ich nicht verstehe, ist, dass man nicht rausgeht und sich das ansieht. In der Hitze des Gefechts, es sind noch 30 Sekunden zu spielen, fühlt es sich so unglaublich unfair an.“

Handball-EM: Auch Ungarn-Profi kritisiert Schiedsrichter

Ungarns Ilic, dessen Treffer aberkannt wurde, konnte die Entscheidung ebenfalls nicht nachvollziehen. „Als ich die Wiederholung gesehen habe, fand ich, dass er drinnen (im Kreis, Anm. d. Red.) steht, und ich würde das Tor geben“, meinte der Rechtsaußen.

Er gab außerdem an, dass seinem Team durchaus bewusst war, dass Schweden durch einen Sieg der Kroaten aus dem Turnier ausscheidet: „Alle wussten, dass Schweden ausscheidet, wenn Kroatien gewinnt.“

Ilic meinte abschließend: „Ich finde, wir spielen fantastischen Handball. Aber es wird genauso entschieden wie gestern gegen Schweden. Der Schiedsrichter hilft wieder ein wenig der anderen Mannschaft. Aber was kann man machen? So ist der Sport.“

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