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Handball-EM: "Ein Spiel schaffe ich noch" - Superstar mit verblüffender Statistik

Superstar mit verblüffender Statistik

Das EM-Finale ist für Dänemark und Deutschland das neunte Spiel innerhalb von 18 Tagen. Mathias Gidsel übertrifft seine Gegenspieler bei den gespielten Minuten um Welten – hat damit aber überhaupt kein Problem.
Vor dem EM-Finale zwischen Dänemark und Deutschland warnt Mathias Gidsel vor den deutschen Qualitäten - und will keine alten Erinnerungen wach werden lassen.
Das EM-Finale ist für Dänemark und Deutschland das neunte Spiel innerhalb von 18 Tagen. Mathias Gidsel übertrifft seine Gegenspieler bei den gespielten Minuten um Welten – hat damit aber überhaupt kein Problem.

440 – das ist die Anzahl an Minuten, die Dänemarks Superstar Mathias Gidsel seit dem 15. Januar bei der Handball-EM auf dem Feld verbracht hat. In puncto Spielzeit ist der Welthandballer in eigenen Sphären unterwegs. Schwedens Hampus Wanne knackt ansonsten als einziger Spieler die Sieben-Stunden-Marke, auf Platz drei folgt laut offiziellen EHF-Statistiken Island-Torwart Viktor Gisli Hallgrimsson bereits mit deutlichem Abstand (6:27 Stunden).

Zum Vergleich: Deutschlands Dauerläufer Lukas Zerbe bringt es beim DHB-Team auf einen Höchstwert von fünf Stunden und 45 Minuten. „Wir haben das sehr gut auf mehr oder weniger alle verteilt. Wenn man dann sieht, dass der Gidsel mit 7:20 Stunden dasteht, glaube ich nicht, dass sich irgendwer über Müdigkeit bei uns beschweren kann“, sagte entsprechend DHB-Trainer Alfred Gislason.

Bei Dänemark befindet sich mit Weltklasse-Kreisläufer und Kapitän Magnus Saugstrup (6:15 Stunden, Platz sechs) ein weiterer Spieler innerhalb der Top 10 der gespielten Minuten, bei Deutschland folgen auf Zerbe (Platz 11) Johannes Golla, Julian Köster, Andreas Wolff und Lukas Mertens, die zwischen 5:35 Stunden und 5:20 Stunden auf dem Feld standen.

Handball-Superstar sicher: „Das bedeutet gar nichts“

Vorteil also für Deutschland im Finale am Sonntag? Nicht so, wenn es nach Gidsel selbst geht. „Ich glaube, das bedeutet gar nichts“, stellte er klar. Seiner Meinung nach komme es weniger auf die Breite des Kaders an als auf die „Start-Sieben, die besten Spieler“, die die Partie entscheiden würden. „So ist das in einem Finale.“

Gidsel, der mit 61 Treffern auch die Torschützenliste der EM anführt, sieht nicht etwa in der deutschen Breite eine Gefahr, sondern vor allem in der Unberechenbarkeit: „Die große Stärke von Deutschland ist, dass wir nicht wissen, was von Köster, Grgic, Uscins, Knorr kommt. Sie haben so viele X-Faktoren.“ Dies mache die Aufgabe „schwieriger“.

Und wie verhält es sich mit Gidsels Kraftreserven? „Die Energie ist morgen egal. Wenn du keine Energie für ein Finale hast, bist du nicht an der richtigen Stelle. Nach einem Ruhetag bin ich auch bereit.“ Auch seine äußerlichen Verschleißerscheinungen, darunter einige Kratzer im Gesicht, würden keine Rolle spielen. „Ich werde nicht schöner von Spiel zu Spiel. Du merkst deinen Körper jetzt, aber du vergisst es, wenn du in die Halle gehst. Klar, der Körper merkt das, aber ein Spiel schaffe ich noch.“

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