Die von Bob Hanning trainierten Italiener sind mit einer erwartbaren Niederlage in die Handball-Europameisterschaft gestartet. Das Team des einzigen deutschen Nationalcoachs beim Turnier in Dänemark, Schweden und Norwegen unterlag zum Auftakt in Gruppe F in Kristianstad den hoch eingeschätzten Isländern mit 26:39 (12:21) und stehen vor den verbleibenden Vorrundenpartien gegen Ungarn und Polen unter Druck.
Handball-EM: Aufreger bei Hannings EM-Fehlstart
Aufreger bei Hannings EM-Fehlstart
Leo Prantner vom Hanning-Klub Füchse Berlin war mit sieben Toren der erfolgreichste Werfer der Italiener, die nach 28 Jahren ihr Comeback auf der EM-Bühne gaben. Bei den Isländern trugen Gisli Kristjansson und Omar Ingi Magnusson von Champions-League-Sieger SC Magdeburg mit sieben beziehungsweise sechs Treffern zum klaren Erfolg bei.
Für große Aufregung sorgte eine Rote Karte in der zweiten Halbzeit. Italiens Christian Manojlovic wurde nach Videobeweis in der 50. Minute des Feldes verwiesen. Beim Wurfversuch hatte der Rückraumspieler mit seinem linken Ellbogen seinen Gegenspieler im Gesicht berührt.
Handball-EM: Aufregung um Videobeweis und Rote Karte
Dyn-Kommentator Florian Schmidt-Sommerfeld konnte die Entscheidung überhaupt nicht nachvollziehen. „Das ist eine normale Bewegung von Manojlovic“, sagte er, als die spanischen Schiedsrichter an den Monitor traten. „Eine Rote Karte für den Angreifer? Das wäre ja...“
Auch Experte Leif Tissier war verdutzt, dass die Szene überhaupt überprüft wurde. „Gucken sie sich das an?“, fragte der Spieler von Hannover-Burgdorf. „Er kommt einfach aus der Bewegung, aus dem Eins-gegen-Eins und versucht hochzuspringen und zu werfen.“
Als die Referees dann den Platzverweis verkündeten schlug Hanning seine Hände ungläubig über dem Kopf zusammen. Schmidt-Sommerfeld kommentierte: „Ach komm. Das Standbild ist quatsch. Du musst das in der Bewegung sehen.“
Schiri-Wirbel: „Da ist ihnen einer durchgegangen“
Und weiter: „Da ist ihnen einer durchgegangen den spanischen Unparteiischen. Das verstehe ich gar nicht. Das ist einfach bitter für Manojlovic.“
Tissier stellte klar: „Du willst absichtliche Verletzungen des Gegners ausschließen und das hat damit absolut nichts zu tun.“
Portugal wird seiner Favoritenrolle gerecht
Portugal, das bei der WM 2025 im Viertelfinale die deutsche Mannschaft aus dem Turnier befördert hatte, wurde in Gruppe B gegen Rumänien in Herning seiner Favoritenrolle vollauf gerecht uns siegte mit 40:34 (23:15).
Am Abend steigt in Herning Co-Gastgeber und Topfavorit Dänemark gegen Nordmazedonien (20.30 Uhr im LIVETICKER) ins Turnier ein. Das Ziel des Olympiasiegers und Weltmeisters ist klar: Erstmals nach 2012 wieder Europameister werden.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)