Was für ein unglaublich wichtiger Sieg für Deutschland bei der Handball-EM. Das deutsche Team rang in der Hauptrunde Norwegen mit 30:28 (15:17) nieder.
Handball-EM: Wolff übertrifft sich selbst - und sichert deutschen Big Point!
Wolff hext Deutschland zum Big Point
Absoluter Erfolgsgarant beim zweiten Sieg in der Hauptrunde war Torhüter Andreas Wolff, der eine unglaubliche Paraden-Show lieferte und mit 22 Paraden (22/50, 44 Prozent) völlig zu Recht auch zum Spieler des Spiels ausgezeichnet wurde.
Neben Wolff sprangen für das Team von Bundestrainer Alfred Gislason speziell Akteure in die Bresche, die bisher im Turnier nur Nebenrollen spielten. So übernahm im ersten Durchgang Franz Semper (insgesamt vier Tore) und in Halbzeit zwei Sorgenkind Marko Grgic (sieben Treffer).
Durch den Erfolg darf Deutschland weiter vom Einzug ins Halbfinale träumen. Mit nun sechs Punkten führt das DHB-Team die Hauptrundengruppe I an. Schon ein Sieg in den abschließenden beiden Spielen würde Deutschland zum Einzug ins Halbfinale reichen.
Handball-EM: Wolff holt Sieg fast im Alleingang
In den beiden abschließenden Gruppenspielen trifft Deutschland am Montag auf Gastgeber Dänemark (ab 20:30 Uhr im LIVETICKER) und am Mittwoch auf Frankreich (ab 18:00 Uhr im LIVETICKER).
Dort wird es auch wieder einen Andreas Wolff in Gala-Form brauchen. Gegen Norwegen begann der 34-Jährige schon in der ersten Halbzeit stark und hielt satte elf Bälle.
Mit seiner überragenden Abwehrquote von 39,29 Prozent (in Halbzeit eins) hielt er das deutsche Team gegen starke Norweger fast im Alleingang im Spiel und sorgte gleichzeitig für Begeisterung bei Kommentatoren und Experten.
Als Wolff einen starken Wurf von Superstar Sander Sagosen aus dem Winkel kratzte, jubelte Dyn-Experte und Ex-Nationaltorhüter Silvio Heinevetter: „Ah, den hat er gelesen und gerochen.“
„Findest du noch Worte zu dieser Leistung von Andi Wolff?“, fragte ihn anschließend Kommentator Markus Götz. Heinevetters Antwort kurz, aber klar: „Überragend!“
Handball-EM: Wolff sorgt für Begeisterung
Nur wenige Minuten später wurde es dann noch spektakulärer, als der deutsche Torhüter einen norwegischen Wurf von außen überragend mit dem Fuß hielt - und das mit seinem Bein über dem eigenen Kopf.
„Oh jetzt ist er da. Guck dir dieses Bein an, über Kopfhöhe“, brüllte Kommentator Götz. „Brutal. Das ist eine klassische Andi-Wolff-Parade“, ergänzte sein Experte Heinevetter.
Götz kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus: „Ich frage mich: Wie geht das überhaupt physikalisch? Was macht der Hüftknochen da?“
Und auch im ZDF sorgte die Wolff-Parade in der 21. Minute für Begeisterung. Experte Sven-Sören Christophersen warnte aber auch: „Wir haben wirklich die Herausforderung, dass wir nicht dauerhaft nur durch die Paraden von Andreas Wolff unsere Fehler kompensieren können. Der steht nach 21 Minuten bei zehn Paraden. Das möchte ich gar nicht hochrechnen. Ich weiß gar nicht, ob es sowas schon mal gegeben hat.“
Wolff entnervt Norweger komplett
Christophersen sollte Recht behalten. In den folgenden neun Minuten hielt Wolff nur noch einen Ball. Deutschland lag zur Halbzeit mit 15:17 zurück.
„Wir müssen auf jeden Fall dankbar sein, ihn zu haben. Er rettet uns immer wieder den Arsch“, wurde DHB-Star Nils Lichtlein in der Halbzeit deutlich.
In Halbzeit zwei ging die Wolff-Show dann aber einfach weiter. Immer wieder tauchten die Norweger frei vorm deutschen Torhüter auf und immer wieder hieß der Sieger Andreas Wolff.
„Jetzt ist er auch bei allen im Kopf bei den Norwegern: Sagosen gescheitert, Patrik Anderson gescheitert, die Außen auch schon“, analysierte ZDF-Kommentator Martin Schneider: „Sie versuchen es immer wieder mit Trickwürfen. Dreher, Leger, hart - egal! Ihr könnt kommen - sagt und denkt Andi Wolff.“
Und auch seine Vorderleute sollten sich weiter steigern und nutzten die Wolff-Paraden im Angriff immer häufiger für eigene Treffer. So setzte sich Deutschland in einem umkämpften Spiel verdient durch und hat beste Chancen auf das Halbfinale.