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Knorr? Gislason findet deutliche Worte

Knorr? Gislason findet deutliche Worte

Juri Knorr schöpft auch gegen Dänemark nicht sein volles Potenzial aus. Vom Trainer und einem Teamkollegen erhält der DHB-Star aber Rückendeckung.
Nach der öffentlichen Kritik an Juri Knorr nehmen Trainer Alfred Gislason und Nils Lichtlein den Spielmacher in Schutz.
Juri Knorr schöpft auch gegen Dänemark nicht sein volles Potenzial aus. Vom Trainer und einem Teamkollegen erhält der DHB-Star aber Rückendeckung.

Mit deutlichen Worten hat Deutschlands Handball-Nationaltrainer Alfred Gislason auf Nachfragen zur Leistung von Juri Knorr reagiert. Der Isländer findet, dass der Spielmacher zu sehr im Fokus stehe.

„Er ist ein Teil von diesem Team und hat auch super Leistungen gebracht in den letzten Jahren. Weiter werde ich nicht auf ihn eingehen“, sagte Gislason einen Tag nach der Niederlage gegen Dänemark, durch die der vorzeitige Einzug ins EM-Halbfinale verpasst wurde.

Knorr, der bereits in den Spielen gegen Portugal und Norwegen keinen guten Tag erwischt hatte, schaffte es nicht, der Partie gegen den Turnierfavoriten seinen Stempel aufzudrücken. Der 25-Jährige stand nicht in der Startformation und brachte beim 26:31 nur einen seiner vier Würfe im gegnerischen Tor unter.

Handball-EM: Gislason & Co. stärken Knorr den Rücken

„Wir sind eine Mannschaft und ich habe es immer als sehr unfair empfunden, wenn ein Spieler rausgepickt wird“, wollte Gislason nicht näher auf Knorr eingehen und sagte bezüglich des entscheidenden Spiels gegen Frankreich am Mittwoch: „Ich habe natürlich große Hoffnung, dass er gut spielt.“

Gislasons Vorwurf an die Medien: Auch in Phasen, in denen Knorr „super gespielt“ habe, habe sich zu viel um ihn gedreht. Deshalb habe es auch Phasen gegeben, „als wir vor zwei Jahren ein Presseverbot machen mussten. Die Presse war immer hinter ihm her und hat ihn unter Druck gesetzt.“

Auch von der Mannschaft gab es Rückendeckung. „Wir wissen alle, dass Juri ein Kopfmensch ist und sich viele Gedanken macht“, ergänzte Teamkollege Nils Lichtlein. Gemeinsam versuche man, Knorr aufzubauen, wobei der Umgang mit den eigenen Leistungen sehr individuell sei. „Jeder muss wissen, wie sehr er das will. Wenn wir die ganze Zeit auf ihn zugehen, würde ihn das genauso unter Druck setzen.“

EM-Duell gegen Frankreich im Fokus

Knorr hatte noch vor dem Spiel gegen Dänemark überaus kritisch auf seine jüngsten Leistungen geblickt und deutlich gemacht, wie sehr dies an ihm nage. Nach der Partie hatte er gemischte Gefühle: „Es war besser als in den letzten Jahren, vielleicht sind wir näher rangekommen, aber es bringt uns natürlich nichts. Wir müssen das akzeptieren, dass Dänemark am Ende wieder besser war. Es war ein Schritt nach vorne.“

Frankreich sieht er im direkten Duell in der leichten Favoritenrolle, „aber wir sind nahe dran und können sie schlagen“.

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