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HSV Hamburg vor Duell mit Kiel

Gaudin: "HSV ist eine gute Adresse"

Der HSV trifft am dritten Spieltag der Handball-Bundesliga auf den THW Kiel. Trainer Christian Gaudin spricht mit SPORT1 über den Umbruch im Klub, seine Ziele und die Jugend.
Christian Gaudin war zuletzt Nationaltrainer von Rumänien und betreute den französischen Klub Saint-Raphael Var HB
© imago
Der HSV trifft am dritten Spieltag der Handball-Bundesliga auf den THW Kiel. Trainer Christian Gaudin spricht mit SPORT1 über den Umbruch im Klub, seine Ziele und die Jugend.

Von Adrian Geiler

Christian Gaudin steht in der DKB HBL vor seiner ersten schweren Prüfung.

Der Coach des HSV Hamburg empfängt mit seinem neuen Team am 3. Spieltag Serienmeister THW Kiel (ab 17 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und im LIVESTREAM).

Nach zwei Unentschieden zum Auftakt, könnte der Franzose mit einem Sieg über den Rekordmeister ein Ausrufezeichen setzen - speziell nach dem bitteren Punktverlust gegen den TSV Hannover-Burgdorf (Bericht).

Dass der Trainer auch in diesem Duell auf einige Talente setzen wird, ist nicht unwahrscheinlich.

Vor dem Spiel gegen Kiel spricht der französische Ex-Nationaltorhüter bei SPORT1 über seine ersten Wochen beim HSV, den Umbruch im Klub sowie über die Chancen gegen den Rekordmeister.

SPORT1: Herr Gaudin, am Sonntag bestreiten Sie das zweite Heimspiel als Trainer des HSV Hamburg. Sind Sie warm geworden mit dem kühlen Norden?

Christian Gaudin: In der Zeit, in der ich bis jetzt hier war, ist das Wetter fast immer gut (lacht), das habe ich mir schlimmer vorgestellt. Das ist für mich aber kein Problem. Ich habe eine kleine Wohnung in der Nähe der Arena und fühle mich wohl.

SPORT1: Seit fast 50 Tagen sind Sie Trainer des HSV Hamburg. Wie fällt ihr Fazit aus?

Gaudin: Gut. Hier arbeiten alle daran den Spielbetrieb zu organisieren. Man darf nicht vergessen, dass wir nur wenig Zeit hatten, uns auf den Spielbetrieb vorzubereiten. Das betrifft natürlich die Mannschaft, aber auch den Verein. Uns fehlen zwei Wochen. Das merkt man schon, aber wir alle geben unser bestes.

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SPORT1: Sie kommen in einer Phase der Ungewissheit, der HSV Hamburg hatte kurzzeitig keine Lizenz für die jetzt laufende Saison. Warum tun Sie sich Hamburg an?

Gaudin: Das sehe ich nicht so. Ja, ich weiß, der Verein hatte Probleme und Sorgen, aber das ist alles vor meiner Zeit passiert. Darüber kann und möchte ich nicht reden. Der HSV Handball ist nach wie vor eine gute Adresse. Den Champions-League-Sieger gibt es so nicht mehr, bei uns ist vieles neu, gerade die Mannschaft. Sie hat immer noch eine gute Qualität. Keine Mannschaft der Welt wird besser, wenn sie einen Duvnjak, Canellas, Lackovic oder Nilsson verliert. Ich bin mit meinem jetzigen Kader zufrieden und wir sind in der Lage, Spiele zu gewinnen. Wir haben viele junge Spieler integriert. Das braucht alles seine Zeit.

SPORT1: Ihr Geschäftsführer Christian Fitzek hat nach dem Auftakt-Remis gegen Gummersbach bei SPORT1 gesagt, dass der Trainer viel Zeit bekommt. Spüren Sie dieses Vertrauen?

Gaudin: Es tut immer gut, als Trainer zu Wissen, das die Geschäftsführung hinter einem steht. Christian weiß, wie Handball funktioniert. Er hat Fachwissen in diesem Sport, kennt unseren Kader. Er weiß, das wir Zeit brauchen.

SPORT1: Glauben Sie, dass Sie diese Zeit in der Medienstadt Hamburg auch bei anhaltendem Misserfolg bekommen werden?

Gaudin: Was ist Misserfolg? Ein Abstieg wäre Misserfolg und das ist nicht unser Ziel, natürlich nicht. Für alle anderen Platzierungen ist es zu früh, darüber zu sprechen. Die Menschen sollen in jedem Spiel sehen, dass wir alles geben. Wenn die Medien das auch sehen, glaube ich schon, dass wir eine Weile spielen können. Ich hoffe das zumindest.

SPORT1: Am Sonntag empfangen Sie also den THW Kiel, Rekordmeister, einen der besten Vereine der Welt. Kribbelt es schon?

Gaudin: Das kommt immer erst kurz vor dem Spiel. Wir bereiten uns auf dieses Spiel vor, wie auf jedes andere auch. Alles andere wäre auch falsch. Alle wissen um die Qualitäten des THW, keine Frage. Aber wir fangen bei Null an und gehen nicht schon vorher in das Spiel, um es zu verlieren. Wir wollen gewinnen. Das wird ganz, ganz schwer, aber es ist nicht unmöglich und wir werden es versuchen.

SPORT1: Angesprochen auf Hamburgs Chancen gegen Kiel sagte SPORT1-Experte Stefan Kretzschmar: Wenn nicht jetzt, wann dann? Kiel sei noch nicht eingespielt. Hat er Recht?

Gaudin: Na klar, er ist Experte (lacht), aber aus Kieler Sicht ist das genau so. Sagen wir mal so: Wir gehen nicht als Favorit in das Spiel.

SPORT1: Der Verein ist in einem Jahr des Umbruchs. Was muss passieren, damit Sie mit der Saison zufrieden sind?

Gaudin: Ich glaube, man darf nie wirklich zufrieden sein. Dann hört man auf intensiv zu arbeiten. Die Fans, Partner und Sponsoren sollen erkennen, dass wir für unseren Sport leben und täglich arbeiten. Wenn nach dem Spiel alle nach Hause gehen und sagen: 'Die haben alles gegeben', dann kann man kurz zufrieden sein. Es wäre schön wenn wir verletzungsfrei bleiben und der ein oder andere junge Spieler aus der eigenen Jugend ein Bundesligaspieler wird.

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