Titel futsch? Flensburg gefrustet

Titel futsch? Flensburg gefrustet

Die erste Heimpleite der SG Flensburg-Handewitt seit 2017 droht ihr die Meisterschaft zu kosten. Der tragische Held Jim Gottfridsson ist besonders gefrustet.
Jim Gottfridsson wurde tragischer Held bei Flensburgs Heimpleite
Jim Gottfridsson wurde tragischer Held bei Flensburgs Heimpleite
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. SPORT1
von SPORT1
am 18. Juni

Spektakuläre Wende im Meisterrennen der Handball-Bundesliga: Der THW Kiel hat sich wenige Spieltage vor Saisonende der HBL die Tabellenführung zurückgeholt und geht damit in der Pole-Position in den Saisonendspurt.

Das Team von Filip Jicha setzte sich am 35. Spieltag gegen Frisch Auf! Göppingen mit 31:23 (15:11) durch, während Rivale SG Flensburg-Handewitt patzte: Die Norddeutschen verloren zuhause gegen die Füchse Berlin mit 29:33 (15:14) - die erste Niederlage in der "Hölle Nord" seit Dezember 2017.

Damit hat die Mannschaft von Trainer Maik Machulla die Entscheidung in der Meisterschaft nicht mehr selbst in der Hand, sondern muss auf einen Ausrutscher des THW Kiel hoffen (Tabelle der Handball-Bundesliga).

Flensburg verliert gegen Berlin

"Wir sind extrem enttäuscht", reagierte Trainer Maik Machulla auf die Pleite. Manager Dierk Schmäschke ergänzte: "Das wäre ein wichtiger Schritt gewesen, wir haben es nicht geschafft.

Besonders betrübt war Flensburgs Jim Gottfridsson, der mit einem Fehlpass kurz vor Schluss entscheidenden Anteil an der Niederlage hatte. "Das ist, als wenn du die Meisterschaft wegschmeißt", fluchte der Schwede bei Sky.

Vor der Pause hatte Flensburg zwischenzeitlich mit 13:9 in Führung gelegen, im weiteren Verlauf der Partie machte sich jedoch bemerkbar, dass Flensburg ersatzgeschwächt ins Team ging - vor allem, dass Berlin im Rückraum mehr durchwechseln konnte, machte sich bezahlt. Auch ein Kurzauftritt der als Keeper Nummer 3 zurückgekehrten Legende Henning Fritz für einen Siebenmeter (den der 46-Jährige aber nicht hielt) änderte nichts an der Flensburger Niederlage (Henning Fritz im SPORT1-Interview: So lief das Comeback).

Die beiden Außen Lasse Svan und Hampus Wanne waren mit je sieben Treffern die erfolgreichsten Flensburger Werfer. Berlins dänischer Rechtsaußen Hans Lindberg steuerte elf Tore zum Sieg seiner Mannschaft bei. Die Füchse haben damit den angestrebten vierten Tabellenplatz am Saisonende zum Greifen nah.

Lindberg bester Werfer bei Berlin

Neun Tore des norwegischen Topstars Sander Sagosen und sechs Treffer von Harald Reinkind waren die Grundlage des Kieler Erfolgs gegen Göppingen.

Nach 35 Spieltagen liegt der THW mit 63 Punkten auf Platz eins. Flensburg folgt mit einem Zähler Rückstand. Erst am 33. Spieltag hatten die Flensburger sich Platz eins gesichert, nachdem Kiel gegen den SC Magdeburg verloren hatte.

Die beiden Meisterschafts-Aspiranten müssen noch jeweils zweimal auswärts und einmal zu Hause antreten. Kiel spielt bei den Eulen Ludwigshafen und dem aktuellen Tabellenvierten Rhein-Neckar Löwen und hat zudem Pokalsieger TBV Lemgo-Lippe zu Gast an der Förde. Flensburg reist zur bereits als Absteiger feststehenden HSG Nordhorn-Lingen und nach Erlangen und empfängt im letzten Saisonspiel die HBW Balingen-Weilstetten.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)