Bei der 31:38-Niederlage im Supercup gegen den SC Magdeburg waren die Füchse Berlin klar unterlegen. Schon zur Halbzeit stand ein 15:20 zu Buche – was der frühere Bundestrainer Dagur Sigurdsson zum Anlass für scharfe Kritik nahm.
"Unheimlich schwach": Ex-Bundestrainer rechnet mit Füchsen ab
Hartes Urteil nach Supercup-Pleite
„Alles ging in die selbe Richtung von Anfang an. Berlin ist unheimlich schwach. Es ist keine Härte da in der Abwehr. Die Torhüterleistung ist gar nicht da“, bemängelte der Isländer, der inzwischen als kroatischer Nationaltrainer tätig ist, in seiner Rolle als Dyn-Experte.
Im Angriff der Berliner laufe zudem alles nur über Superstar Mathias Gidsel, fuhr Sigurdsson fort: „Im Alleingang. Es tut mir ein bisschen leid für ihn.“
Sigurdsson: „Ich sehe mehrere Probleme für Berlin“
Die Füchse müssen in der neuen Saison unter anderem den Abgang von Leistungsträger und Rückraumspieler Lasse Andersson verkraften. Zwar habe es Matthes Langhoff „gut gemacht“, meinte Sigurdsson, der jedoch mahnte: „Man guckt zu viel auf den Rückraum, man sieht ihn gar nicht. Links außen auch gar nichts. Ich sehe mehrere Probleme für Berlin.“
Der Isländer fordert klare Änderungen: „Irgendwas müssen sie machen. Am besten mit ein bisschen mehr Härte hinten. Mehr Herz. Es ist einfach nicht genug Kampf für mich.“
Nach dem Spiel legte Sigurdsson noch einmal nach: Die Füchse würden mit „Bauchschmerzen“ in die neue Saison starten. „Die haben keine Wechselmöglichkeiten im Rückraum“, betonte er. „Sie haben durchgespielt mit den gleichen drei Spielern. So wird man ausrechenbar und einseitig und das hält man nicht aus gegen eine Weltklasse-Mannschaft in Topform wie Magdeburg.“
Gidsel kann es nicht alleine richten
Magdeburg unterstrich direkt zum Auftakt seine Titelambitionen für die kommende Spielzeit. Diese steht jedoch voll im Zeichen der Heim-WM im Januar. Vor 10.199 Fans im Münchner SAP Garden, wo in 144 Tagen auch der deutsche WM-Auftakt steigt, konnten die deutschen WM-Anwärter erstmals ihre Bewerbungen einreichen. Im Fokus standen aber andere.
Magdeburgs Torwart Matej Mandic etwa, der Kroate brillierte gerade in den ersten 20 Minuten mit mehreren starken Paraden. Die Füchse hatten es letztlich Welthandballer Mathias Gidsel zu verdanken, dass Magdeburg mit „nur“ fünf Punkten Vorsprung in die Halbzeit ging. Der Däne erzielte in den ersten 30 Minuten sieben Treffer.
Nach der Pause war aber auch der Unterschiedsspieler zunehmend machtlos. Magdeburg hielt die Füchse konsequent auf Abstand, als Felix Claar nach etwas mehr als 40 Minuten zum 30:21 traf, war das Spiel entschieden.
Mit Sport-Informations-Dienst (SID)