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Handball-WM 2023: "Es nervt uns alle"; Gislason hadert mit Viertelfinal-Gegner - Stimmen zu Deutschland - Norwegen

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Handball-WM 2023: "Es nervt uns alle"; Gislason hadert mit Viertelfinal-Gegner - Stimmen zu Deutschland - Norwegen

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Knorr: „Es nervt uns alle“

Deutschland kassiert gegen Norwegen die erste Niederlage bei der Handball-WM 2023. Spieler und Trainer hadern vor allem mit der Abschlussschwäche im Angriff und blicken ehrfürchtig auf die kommende Aufgabe gegen Frankreich. Die Stimmen zum Spiel.
Die deutsche Nationalmannschaft ist bei der Handball-WM nicht zu stoppen. Für das Viertelfinale hat die DHB-Auswahl bereits ihr Ticket gebucht. Besonders viel Lob bekam Torwart Andreas Wolff von seiner Mannschaft.
. SPORT1
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von SPORT1

Trotz der ersten Niederlage (26:28) hat Deutschland sein Können bei der Handball-WM auch gegen Mitfavorit Norwegen unter Beweis gestellt. Lange Zeit agierte die DHB-Auswahl mit den Skandinaviern auf Augenhöhe, der Gruppensieg schien zum Greifen nahe.

Doch vor allem die schwache Wurfausbeute wurde der Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason am Ende zum Verhängnis. Entsprechend selbstkritisch äußerten sich die Nationalspieler über ihre Leistung. Zudem blicken sie mit einer gehörigen Portion Respekt der Aufgabe im Viertelfinale gegen Frankreich entgegen. (Einzelkritik: Rechter Rückraum von der Rolle)

SPORT1 hat die Stimmen aus der ARD und der Mixed Zone zusammengefasst.

Handball-WM: Gislason trotz Niederlage mit Lob

Alfred Gislason (Bundestrainer): „Erstmal ein Riesen-Kompliment an die Mannschaft und die Jungs. Das war eine sehr gute Leistung insgesamt. Es ist wirklich schade. Wir hätten das Spiel mit einer besseren Wurfquote nach Hause fahren können. Die Mannschaft hat einen großen Charakter und in der Breite wird sie immer besser. Letztendlich werfen wir den Sieg weg. Man muss natürlich die gute Leistung von Bergerud (Norwegischer Torhüter, Anm. d. Red.) anerkennen, aber von Andi auf der anderen Seite genauso.“

... über die deutsche Leistung: „Die Abwehr war ab der 15. Minute sehr gut. Wir sind am Anfang nicht gut reingekommen. Natürlich haben sie gut begonnen, Norwegen hat wie Frankreich viel Wurfkraft aus dem Rückraum. Mit der zunehmenden Spielzeit haben wir aber immer besser gestanden und Andi, der hereinkam, hat uns zusätzliche Sicherheit gegeben. Wir haben sehr gut Chancen herausgespielt und in der zweiten Halbzeit zehnmal alleine vor dem Torhüter gestanden. Aber leider haben wir sie nicht untergebracht.

... über den Viertelfinal-Gegner Frankreich: „Ich hätte gerne die Spanier gehabt. Deswegen war es mir wichtig, das Spiel zu gewinnen. Frankreich und Spanien sind beides Weltklasse-Mannschaften. Die offensive Abwehr der Spanier haben wir in den letzten Spielen sehr gut gelöst.“

Juri Knorr: „Natürlich tut diese Niederlage weh. Es ist klar, dass wir nicht unser bestes Spiel gemacht haben, das müssen wir uns selbst zuschreiben. Trotzdem war einiges drin. Es nervt uns alle. Wie das Spiel gelaufen ist, ist natürlich ärgerlich.“

Knorr: Dann haben wir gegen Frankreich „keine Chance“

... über Erkenntnisse aus dem Spiel: „Wir nehmen die Erkenntnis mit, dass wir eine Chance haben, Norwegen zu schlagen, obwohl wir nicht unser bestes Spiel machen. Beiden Mannschaften sind am Ende ein bisschen die Kräfte ausgegangen. Dass am Ende nicht die entscheidende Entschlossenheit da war, müssen wir uns auch vorwerfen. Es geht ja zum Glück weiter für uns, das haben wir uns erkämpft. Natürlich macht uns das Spiel heute Mut, aber wir wissen auch, dass wir mit dieser Leistungen gegen Frankreich wahrscheinlich keine Chance haben werden.“

... über das kommende Viertelfinalspiel: „Obwohl wir nicht ganz die Energie und Euphorie hatten, wie beim Niederlande-Spiel, waren wir bis zum Schluss dran. Ich bin mir sicher, dass wir am Mittwoch mit einem anderen Gesicht antreten und zeigen, dass wir Charakter haben, dass wir wieder aufstehen können.“

Die deutschen Handballer sind nach den beiden Auftaktsiegen gegen Katar und Serbien schon für die Hauptrunde qualifiziert. Im Training wurde deswegen Fußball gespielt und einer zauberte besonders.
01:40
Handball-WM: Juri Knorr zaubert beim Fußball im Training des DHB-Teams

... über die Bedeutung des Spiels gegen Frankreich: „Das ist wahrscheinlich das größte Spiel meiner Karriere, da muss man nicht drum herumreden. So eine Chance hatte ich und viele aus unserer Mannschaft noch nicht, auf so einer Bühne ins Halbfinale einzuziehen.“

DHB-Team braucht gegen Frankreich ein „nahezu perfektes Spiel“

Johannes Golla: „In der ersten Halbzeit war die Abwehr zu löchrig. Wir haben nicht genug dagegenhalten und die Torhüter zu wenig unterstützt. In der zweiten Halbzeit ist es ein wenig gekippt: Wir haben dann eine stabile Abwehr gestellt, aber einfach zu viele freie Bälle verworfen. Es hat nicht viel gefehlt. Es wäre natürlich schöner, sich mit einem Sieg zu verabschieden, aber wir wissen das einzuordnen. Das Gefühl könnte natürlich besser sein, wenn wir die zwei Punkte auch noch geholt hätten.“

... über die Stärken der Franzosen: „Die individuelle Qualität, sie sind auf seit Jahren auf einem hohen Niveau. Sie haben schon das ein oder andere Viertelfinale mehr gespielt als wir. Sie sind individuell so gut besetzt, dass da jeder den Unterschied machen kann. Wir müssen als Mannschaft geschlossen dagegen halten, wenn wir eine Chance haben wollen.“

... über das kommende Viertelfinalspiel: Gegen Frankreich braucht man sicherlich ein nahezu perfektes Spiel. Wir müssen eine stabile Abwehr stellen, brauchen eine gute Torwartleistung und müssen unser Selbstvertrauen im Angriff finden. Das klingt schon fast nach einem perfekten Spiel und das ist natürlich auch unser Ziel. Es geht jetzt um alles gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Für uns als junge Mannschaft ist es schön da auf der Bühne zeigen zu können, was leisten können.“

Rune Dahmke: „Wir machen insgesamt kein besonders gutes Spiel, sind aber trotzdem die ganze Zeit dran. Wir hatten die Möglichkeit, das Spiel zu gewinnen, aber dann zu viele Fehler in der zweiten Halbzeit. Dazu kommen noch ein paar Abschlussschwierigkeiten, gerade gegen Bergerud. Da wird es natürlich schwer, da hat Norwegen einfach zu große Klasse, das noch aus der Hand zu geben.“

... über das kommende Viertelfinalspiel: „Wir sind natürlich ein bisschen enttäuscht, dass wir heute nicht gewinnen konnten. Aber das muss jetzt vergessen werden, wir haben jetzt die bisher größte Aufgabe vor uns. An einem guten Tag haben wir auch eine sehr gute Chance.“

Jannik Kohlbacher: „Es war eine Mannschaft auf Weltklasse-Niveau, gegen die wir super mitgehalten haben. Eine bessere Generalprobe kann man nicht haben. Am Ende hängt das an uns selbst. Wenn wir die freien Dinger machen, gewinnen wir das.“

Witzke über Rote Karte: „Kann es nicht ändern“

Luca Witzke: „Wir machen 52 Minuten ein gutes Spiel, dann machen wir ein paar Fehler zu viel und am Ende reicht es nicht. Norwegen war stark am Ende und das macht den Unterschied heute aus. Wir wollten den Lauf fortsetzen, können aber trotzdem stolz sein, was wir bisher erreicht haben.“

... über seine Rote Karte: „Ich hatte das Gefühl, dass ich klar den Schritt hinmache, aber dann stolpere oder leicht wegrutsche. Ich hätte mir gewünscht, dass sich das nochmal angeschaut wird, weil ich mir keine Absicht unterstelle. Ich denke, dass zwei Minuten auch gerechtfertigt gewesen wären. Aber am Ende haben sie es so entschieden und ich kann es nicht ändern.“

Andreas Wolff: „Wir nehmen aus dem Spiel mit, dass wir gegen eine Top-Mannschaft lange mitgehalten haben, aber in der ein oder anderen Situation Abgezocktheit vermissen lassen. Wir können nicht zufrieden sein, dass wir ein Spiel verloren haben, aber ich denke, die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, macht uns Hoffnung gegen Frankreich. Wir dürfen jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken und nicht schlechtreden, was gar nicht so schlecht ist. Wir sind eine junge Mannschaft und haben uns eine Lektion erteilen lassen, hoffen aber, dass wir in Zukunft gegen diese Weltklasse-Mannschaften als Sieger vom Platz gehen.“

... ob der Rückschlag zur richtigen Zeit kam: „Es kann immer mal gut sein, so einen Dämpfer zu kassieren. Ich denke nicht, dass wir aufgrund dieses Spiels Selbstvertrauen einbüßen. Wir haben toll gekämpft und gut gespielt, aber vielleicht wird dem ein oder anderen bewusst, dass gegen so einen Gegner hundert oder hundertzehn Prozent Konzentration vonnöten sind, um zu gewinnen und dass es nicht reicht, an seinem Limit zu spielen, sondern seine Grenzen verschiebt in so einem Turnier.“