Bei Gareth Bale heißt es so schön: „Wales. Golf. Madrid.“ Bei Lionel Messi ist über eine große Affinität zum Golf nichts bekannt, allerdings hat er mit dem Waliser trotzdem etwas gemeinsam: Er scheint die Nationalmannschaft derzeit deutlich über seinen Klub zu stellen.
Lionel Messi mit Argentinien auf den Spuren von Gareth Bale und Neymar
Warum Messi bei PSG für Ärger sorgt
Der Start Messis in der neuen Zeitrechnung „nach dem FC Barcelona“ war holprig - auch weil der Superstar nie so wirklich fit war. Der Messi, den die Fußball-Welt bei Paris Saint-Germain derzeit sieht, hat wenig mit dem Messi aus Katalonien zu tun. (DATEN: Tabellen der Champions League)
Da sehen es die Verantwortlichen von PSG alles andere als gern, dass der Argentinier vor einigen Tagen den Abflug nach Südamerika gemacht hat, obwohl er zuvor nicht einsatzfähig für die Franzosen war. Es ist überdeutlich: Der Weg zu einem WM-Titel mit Argentinien hat für Messi oberste Priorität.
Messi als Anziehungsmagnet in Südamerika
Seit der 34-Jährige bei PSG unter Vertrag steht, hat er nur 325 Minuten in der Ligue 1 gespielt. Auf der anderen Seite stand er 450 Minuten für Argentinien in der WM-Qualifikation auf dem Rasen. Der Kapitän der argentinischen Nationalmannschaft soll nun auch gegen Uruguay (nach europäischer Zeit in der Nacht von Freitag auf Samstag) beginnen.
Es spricht für die Anziehungskraft des Starspielers, dass selbst die Fans von Argentiniens größtem Rivalen hoffen, dass er am Freitag auf dem Platz steht. Er soll einer der Gründe sein, wegen dem das Estadio Campeón del Siglo in Montevideo bis auf den letzten Platz gefüllt sein soll. Sein Auftreten soll sogar höhere Ticketpreise rechtfertigen, wie der uruguayische Verbandschef Ignacio Alonso sagte: „Sie sind normal für ein wichtiges Spiel mit Weltklassespielern, und es könnte sogar das letzte Mal sein, dass Lionel Messi in Uruguay spielt.“
In Paris ist Messi ebenfalls ein Anziehungsmagnet. „Ein König in Paris“, titelte die französische Zeitung L‘Union bei seiner Vorstellung. Doch wirklich königlich war seine Regentschaft in Frankreich bislang nicht, weswegen Sätze wie die von Alonso in der französischen Hauptstadt nicht gerne gehört werden dürften.
Situation um Messi erinnert an Neymar
Wenn es nach PSG-Sportdirektor Leonardo gegangen wäre, dann hätte Messi die Reise nach Südamerika gar nicht angetreten. (DATEN: Spielplan und Ergebnisse der Champions League)
„Es ist nicht logisch und diese Situationen bedürfen einer Regelung durch die FIFA“, erklärte Leonardo bei Le Parisien, um noch eindeutiger nachzulegen: „Wir sind nicht einverstanden, den Spieler abzustellen, der unserer Meinung nach nicht in der körperlichen Verfassung ist oder sich im Reha-Prozess befindet.“
Der Verein soll allerdings machtlos sein, was auch an einer brisanten Klausel liegen könnte, die angeblich im Vertrag des Stürmers verankert ist. Diese erlaubt es Messi offenbar, Länderspiele gegenüber PSG-Spielen zu priorisieren. Im Gegensatz zu Bale scheint der Argentinier also sogar eine rechtliche Grundlage zu haben.
Was für PSG erschwerend hinzukommt: Der Ärger rund um Messi erinnert doch sehr deutlich an die Situation mit einem anderen Superstar des Klubs: Neymar scheint Spiele mit Brasilien oft auch etwas wichtiger zu nehmen als Partien mit seinem Klub.