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Manchester United: Sir Alex Ferguson wird 80 - Scout Düwel erzählt von Rotwein-Abend und Pommes-Empfehlung

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Manchester United: Sir Alex Ferguson wird 80 - Scout Düwel erzählt von Rotwein-Abend und Pommes-Empfehlung

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Deutscher Scout: So tickte Ferguson

Deutscher Scout: So tickte Ferguson

Trainer-Legende Sir Alex Ferguson feiert seinen 80. Geburtstag. Sein einstiger Weggefährte Norbert Düwel erzählt die schönsten Anekdoten über Rotwein, Pommes und den berühmten Kaugummi.
Berater Jorge Mendes verrärt auf der DVD "Ronaldo", weshalb sein Schützling 2003 trotz zahlreicher anderer Angebote in Manchester gelandet ist und welche Rolle Sir Alex Ferguson dabei spielte.
Christopher Mallmann
Christopher Mallmann

Sir Alex Ferguson stand in der Schlange wie jeder andere auch.

Der damalige Trainer von Manchester United hatte sich in der Klubkantine angestellt, um sich das Mittagessen abzuholen. Direkt hinter ihm: sein neuer Scout Norbert Düwel, der Ferguson zunächst gar nicht erkannte. (Alle News und Hintergründe zur Premier League)

„Es war während meiner ersten Zeit in Manchester und für mich war die Umgebung neu“, erzählt Düwel 14 Jahre später bei SPORT1. „Ich stellte mich in der Vereinskantine an und plötzlich sehe ich Ferguson vor mir. Er hatte sich genauso angestellt wie ich.“

Ex-Scout erzählt: Ferguson „empfahl mir die Pommes“

Ferguson habe sich zu ihm umgedreht, ihn angelächelt und anschließend eine kulinarische Empfehlung gemacht.

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„Er empfahl mir die Pommes, die wären immer gut“, berichtet Düwel über seine erste Begegnung mit Ferguson, der an diesem Freitag - dem 31. Dezember 2021 - seinen 80. Geburtstag feiert.

Jene erste Begegnung trug sich 2007 zu, damals begann der gebürtige Bayer seine Tätigkeit in Manchester als internationaler Scout. Das bedeutete: „Viel herumreisen, Partien anschauen, Spieler beobachten“, erklärt Düwel.

Und anschließend Bericht erstatten, und das nicht irgendwem. Sir Alex Ferguson stand zwischen 1986 und 2013 an der Seitenlinie der Red Devils, coachte United über 1500 Spiele hinweg.

Ferguson trainierte Manchester United von 1986 bis 2013
Ferguson trainierte Manchester United von 1986 bis 2013

Ferguson war „freundlich und herzlich“

Die Erfolge lesen sich wie Fabelzahlen: 38 Titel, darunter zwei Champions-League-Siege und 13 Englische Meisterschaften - mehr geht kaum.

Sein Erfolgsgeheimnis sei dabei vor allem die Art gewesen, mit Menschen umzugehen: „Er hat eine soziale Ebene gefunden, mit der er jeden eingeschlossen hat“, erklärt Düwel, der für ManUnited ebenfalls als Gegneranalyst tätig war. „Seine Art war immer freundlich und herzlich. Richtig familiär.“

Davon zeugt auch ein Erlebnis mit Düwels Kindern. „Als er sie zum ersten Mal gesehen hat, hat er sie direkt in den Arm genommen. Sie durften Fotos mit ihm machen.“

„Manchmal wurde er auch sehr laut“

Dass Ferguson dennoch hart durchgreifen konnte, will Düwel nicht verschweigen: „Er war der Boss, das wusste jeder Spieler. Manchmal wurde er auch sehr laut, er konnte sich richtig aufregen.“

Davon hätten die Spieler aber nur profitiert: „Er hatte zu jedem eine intensive persönliche Bindung. Natürlich auch zu Ronaldo (Cristiano Ronaldo; Anm. d. Red.). Ohne Ferguson wäre er nicht das, was er heute ist.“

Jenen legendären Kaugummi, für den Ferguson berühmt ist, habe er derweil nur während der Spiele im Mund gehabt.

„Die hat er genutzt, um seine Anspannung zu kontrollieren“, erzählt Düwel. „Im Training oder in anderen Situationen hatte er keinen Kaugummi im Mund.“

Ferguson bei Rotwein in Plauderlaune: „Kam kaum noch hinterher“

Wenn es nicht der Kaugummi war, gab es doch einen anderen Grund, warum Düwel zunächst Schwierigkeiten hatte, den in Glasgow geborenen Coach zu verstehen. Die Rede ist von Fergusons schottischem Akzent, der außerhalb der Kameras noch einmal „deutlich schärfer“ gewesen sei.

„Am Anfang war es schwer“, sagt Düwel lachend. „Besonders einmal im Trainingslager, das muss 2008 gewesen sein. Wir saßen mit einer Gruppe zusammen, es wurde Rotwein getrunken. Als Ferguson da in Plauderlaune geraten ist, kam ich kaum noch hinterher.“

Düwel arbeitete bis Januar 2010 mit Ferguson zusammen, dann trennten sich die Wege. Der 53-Jährige ging als Co-Trainer zu Hannover 96, wo er mit Mirko Slomka sehr erfolgreich war. 2014 wurde er Chefcoach bei Union Berlin. Das Engagement endete 2015.

Ferguson hat er natürlich nie vergessen. „Er war ein Weltlasse-Trainer und er ist eine herausragende Persönlichkeit“, sagt Düwel, in dessen Zeit zwei Meisterschaften sowie ein Champions-League-Sieg fielen. „Ich habe viel von ihm gelernt.“