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Vergessener Star vor Rückkehr auf Weltbühne?

Vergessener Star vor Rückkehr auf Weltbühne?

Der Brasilianer Oscar spielt seit fünf Jahren in China. Jetzt könnte das einstige Supertalent nach Europa zurückkehren.
Millionen-Schulden und Millionen-Transfers – das passt nicht zusammen. Jedenfalls nicht, wenn es nach José Bordalás geht. Der Valencia-Trainer feuert gegen den FC Barcelona.
von Sebastian Mühlenhof

Oscar dos Santos Emboaba Júnior, besser bekannt als Oscar, galt einst als großes Talent und sollte die brasilianische Nationalmannschaft wieder zu altem Glanz führen.

Mittlerweile ist es aber ruhig geworden um das einstige Ausnahmetalent. Seit 2017 taucht sein Name kaum noch im Zusammenhang mit dem Spitzenfußball auf.

Oscar schließt sich früh dem FC Sao Paulo an

Schon früh machte der Junge aus Americana auf sich aufmerksam. Der renommierte FC Sao Paulo holte ihn im zarten Alter von 13 Jahren in seine Nachwuchsabteilung.

Dort durchlief er eine rasante Entwicklung und stand schon mit 15 im Kader der Profi-Mannschaft. Sein Debüt gab er dann mit 16 in der Copa Sudamericana, vergleichbar mit der Europa League.

Dann geriet seine Karriere kurz ins Stocken. Er bekam wenig Spielzeit und entschied sich für einen Wechsel zum SC Internacional. In Porto Alegre brauchte er eine Saison Anlauf, ehe er dort so richtig durchstartete.

Oscar glänzt um Finale der U20-WM

2011 wurden die ersten europäischen Vereine wie der FC Barcelona, der Hamburger SV und AC Mailand auf ihn aufmerksam.

Grund war seine sehr gute U20-Weltmeisterschaft. Im Finale trumpfte er beim 3:2 nach Verlängerung gegen Portugal groß auf, erzielte alle drei Tore und sicherte seinem Land so den Titelgewinn.

Der FC Chelsea setzte sich im folgenden Sommer gegen anderen Top-Klubs durch und sicherte sich für 32 Millionen Euro Ablöse die Dienste des offensiven Mittelfeldspielers.

Viel Geld für das Talent aus Brasilien, denn in den Jahren zuvor hatten europäische Top-Teams einige schlechte Erfahrungen mit jungen Spielern aus seinem Land gemacht.

Oscar glänzt mit Willian und Hazard

Doch Oscar strafte aller Kritiker Lügen. Von Beginn an war eine Bereicherung für das Spiel des Londoner. Immer wieder zeigte er seine Genialität am Ball und verdrängte so Juan Mata aus der Startelf.

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Seine beste Zeit hatte er in der Saison 2014/2015. Dort bildete er mit Eden Hazard und Willian ein kongeniales Trio. Mit sechs Toren und acht Assists trug er entscheidend zum Gewinn der englischen Meisterschaft bei.

Dabei zeigte er auch keinerlei Nachwirkungen der 1:7-Schmach gegen Deutschland bei der Heim-WM, in der er das einzige Tor für seine Nation geschossen hatte.

Conte kommt - Oscar wechselt

Doch nach der Meisterschaft rutschte er in ein Formtief. Er erzielte in der Folgesaison nur drei magere Treffer und legte auch nur drei weitere auf.

Im Sommer 2016 wurde es für den offensiven Mittelfeldmann dann ungemütlich an der Stamford Bridge. Denn mit Antonio Conte kam ein neuer Trainer, und unter ihm hatte Oscar einen schweren Stand. Nach dem fünften Spieltag kam er bis zur Winterpause noch 36 Minuten zum Einsatz.

Deswegen entschloss sich der heute 30-Jährige im Winter zum Wechsel. Die Wahl fiel auf Shanghai SIPG, das 60 Millionen Euro Ablöse an Chelsea überwies. Oscar wurde so zum teuersten Wintertransfer aller Zeiten.

Dennoch blickt er ohne Reue zurück. „Ich habe dort eine schöne Geschichte. Ich ging sehr jung in die Premier League und das zu einer Zeit, wo die Fans wenig Vertrauen in brasilianische Spieler hatten. Ich habe geholfen, das zu ändern“, sagt er Anfang 2021 in einem Interview mit Yellow and Green Football.

Top-Leistungen unter dem Radar

Im Reich der Mitte fand Oscar seine Spielfreude wieder. Gemeinsam mit Landsmann Hulk lehrte er die chinesischen Verteidiger das Fürchten.

Bereits mit vier Toren hinten liegend, ballert sich Real-Juwel Óscar gegen Man City den Frust mit diesem Traumtor von der Seele.
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Wow! Óscar holt den Hammer raus!

Empfänger seiner teils traumhaften Pässe war aber auch Stürmer Lei Wu. 2018 erzielte er satte 27 Tore in 29 Ligaspielen, 11 davon legte Oscar auf. Insgesamt bereitete der Brasilianer in der Saison 22 Treffer vor und führte so sein Team zur Meisterschaft.

Auch nach dem Wechsel von Wu zu Espanyol Barcelona wirbelte Oscar weiter in China. In 170 Spielen für seinen Verein sammelte er starke 143 Scorer-Punkte.

Dennoch wurden seine Leistungen nicht wirklich wahrgenommen. Seit Oktober 2016 hat er kein Spiel mehr für die Nationalmannschaft mehr absolviert. Auch Gerüchte um eine Rückkehr nach Europa gab es zuletzt keine.

Rückkehr nach Chelsea?

Allerdings scheint er in Shanghai auch sehr glücklich zu sein. „Ich denke nicht daran, den Verein zu verlassen. Das hier ist für mich ein großartiges Projekt“, erklärte er.

Doch er ließ sich ein Schlupfloch offen: „Für mein Karriereende würde ich gerne zurück zu Chelsea gehen.“ Er selbst hält sich noch für gut genug für den Klub, wo er viereinhalb Jahre spielte.

Diese Einschätzung teilt scheinbar auch der FC Barcelona, auch wenn er den Brasilianer noch überzeugen muss.