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FC Barcelona: Aus von Lionel Messi wirklich endgültig?

Barcas Messi-Statement nur Druckmittel?

Der FC Barcelona verkündet das Ende der Zusammenarbeit mit Lionel Messi. Steckt mehr dahinter?
Lionel Messi verlässt den FC Barcelona und schließt sich Paris an. Künftig müssen die Katalanen ohne Weltklasse-Aktionen des Superstars auskommen.
Der FC Barcelona verkündet das Ende der Zusammenarbeit mit Lionel Messi. Steckt mehr dahinter?

Diese Meldung war lange unvorstellbar.

Der FC Barcelona gab am Donnerstag bekannt, dass Lionel Messi nicht zum Klub zurückkehren werde. Nach 778 Pflichtspielen seit seinem Debüt im Oktober 2004 mit 672 Toren und 305 Vorlagen ist Messis Zeit in Barcelona beendet.

Oder gibt es doch die Möglichkeit auf eine weitere “radikale Wende”, wie die spanische Marca unmittelbar vor dem Messi-Aus titelte?

Barca schiebt Liga den schwarzen Peter zu

Denn ein neuer Vertrag zwischen den Katalanen und ihrem Superstar kam laut Klubangaben schlussendlich nur wegen “wirtschaftlicher und struktureller Hindernisse”, also Bestimmungen der spanischen Liga, nicht zustande.

Obwohl, so schrieb es Barca, eine Einigung mit Messi erzielt wurde “und beide Parteien die klare Absicht hatten, heute einen neuen Vertrag zu unterzeichnen”.

In diesen Zeilen wird klar: Der FC Barcelona schiebt der spanischen Liga die Schuld für den geplatzten Deal, den unerfüllten Wunsch, in die Schuhe, auch wenn Präsident Joan Laporta tags drauf bei einer Pressekonferenz einräumte: “Die LaLiga-Regel könnte flexibler sein, aber das ist keine Entschuldigung. Ich bin traurig, aber ich denke, wir haben das Beste für Barça getan.”

Liga-Präsident warnt Barca

Tatsächlich hatte Liga-Präsident Javier Tebas den Klub mehrfach vor dem großen Knall gewarnt.

“Barcelona hat seine Gehaltsobergrenze überschritten”, sagte Tebas am 21. Juni: “Ich hoffe, dass sie Lionel Messi halten können, aber um das zu tun, müssen sie an anderer Stelle Abstriche machen.”

“Von den 700 Millionen Euro Verlusten (in La Liga, Anm. d. Red.) entfällt die Hälfte auf Barcelona”, erklärte Tebas.

Die Schuldenkrise des Vereins hatte durch die Corona-Pandemie und Misswirtschaft unter Joan Laportas (Barca-Präsident, Anm. d. Red.) Vorgänger Josep Maria Bartomeu zuletzt dramatische Züge angenommen - auch wegen astronomischer Gehälter für Messi.

Barca bekommt Coutinho & Co. nicht los

Wenige Wochen später verschärfte Tebas seine Wortwahl.

“Wenn es keine Abgänge gibt, ist es unmöglich, dass Messi bei Barcelona bleibt”, sagte der 59-Jährige Anfang Juli beim TV-Sender La Sexta.

In dieser Transferperiode hat Barca für Junior Firpo (Leeds United, 15 Millionen), Jean-Clair Todibo (OGC Nizza, 8,50 Mio.) und Carles Alena (FC Getafe, 5 Mio.) zwar 28,5 Millionen Euro eingenommen, die Großverdiener wie Philippe Coutinho oder Samuel Umtiti stehen aber weiter im Kader.

Nur Abgänge wie diese und die daraus folgenden Erlöse hätten wohl den von Tebas gewünschten Effekt erzielt, um einen Messi-Deal zu ermöglichen.

Messis Barca-Aus wirklich endgültig?

Zumal mit Sergio Aguero, Eric Garcia und Memphis Depay drei neue Stars kamen, die zwar keine Ablöse kosteten, aber das Gehaltsbuch trotzdem füllen.

Barca erkannte Tebas wohl nur als leere Drohungen an, strahlte öffentlich Zuversicht aus - und muss nun mit den Konsequenzen leben. Doch ist Messis Aus beim FC Barcelona wirklich schon beschlossene Sache?

Oder soll das veröffentlichte Statement nur als Druckmittel für Tebas und die spanische Liga dienen? Nach dem Motto: “Es liegt an euch, wenn ihr den besten Spieler der Welt weiter in der Liga haben wollt.”

Barca-Statement nur ein Druckmittel?

Derartige Gedankengänge machten am Donnerstagabend schnell die Runde.

Schließlich wäre ein Abgang Messis, der seit dem 1. Juli vertragslos ist, nicht nur ein Verlust für die Strahlkraft des FC Barcelona, sondern auch für die spanische Liga (Kommentar: Etwas Besseres konnte Barca nicht passieren)

Denn es sind die Stars, die Interesse, Einschaltquoten und Sponsorengelder generieren - und damit in Spanien seit dem Abgang von Cristiano Ronaldo vor allem Messi.

Kann die Liga dem Druck standhalten? Barcas letzte Hoffnung heißt Tebas.