Dieser 2:0-Sieg im Stadtderby gegen Espanyol war für Joan García ein ganz besonderer. Nicht nur wurde der Torhüter des FC Barcelona zum Spieler des Spiels gewählt - er zeigte gegen seinen Ex-Klub auch noch teils spektakuläre Paraden.
Seine Leistung grenzte an "Science-Fiction"
„Eines Außerirdischen würdig“
„Er spielte ein unvergessliches Spiel“, lobte die spanische Zeitung As den Mann, der Marc-André ter Stegen als Nummer 1 bei Barca verdrängt hat, und ergänzte: „Was Joan García geleistet hat, grenzt an Science-Fiction.“
„Er ist einer der besten Torhüter der Welt“, freute sich Trainer Hansi Flick nach der Partie auf der Pressekonferenz. „Ich glaube, er wird nie vergessen, was er hier erlebt hat. Er war einer der Verantwortlichen für den Sieg“, ergänzte der Deutsche.
Barcelona: Unschöner Beginn für García
Für García begann der Abend eher unschön. Fans von Espanyol, die ihm den Wechsel zum Stadtrivalen mehr als übel nehmen, begrüßten ihn mit Pfiffen, Beleidigungen und Transparenten, die ihn teils als „Judas“ oder „Ratte“ bezeichneten.
Auch während des Spiels bekam der 24-Jährige die Abneigung der Heimfans zu spüren. Bei jedem Ballkontakt wurde er ausgepfiffen. Doch davon ließ er sich nicht beirren. „Er lieferte ein großartiges Spiel und ließ sich von der feindseligen Atmosphäre nicht beeindrucken“, schrieb die Marca.
Kurios lief eine Szene in der 20. Minute: García wehrte zunächst einen Schuss in die Mitte ab, Pere Milla hatte die Chance den Nachschuss zu verwandeln. Doch García reagierte geistesgegenwärtig und „opferte“ Mitspieler Gerard Martin als eine Art Schutzschild und schubste ihn in den Versuch von Milla. Mit Erfolg: Martin blockte den Ball ab.
„Das bestätigt nicht nur seine Intelligenz, sondern auch sein Spielverständnis“, lobte die Marca diese Situation. Mundo Deportivo fasste das Spiel Garcías so zusammen: „Eine beeindruckende Leistung, an die man sich noch lange erinnern wird.“
„Paraden, die einem Außerirdischen würdig waren“
Kurz vor der Pause wurde es erneut spektakulär. Nach einer Flanke an den ersten Pfosten war es erneut Milla, der García mit einem Kopfball aus rund fünf Metern eine Glanzparade abverlangte. Blitzschnell reckte der Spanier die rechte Hand hoch und lenkte den Ball über den Querbalken.
Die As schwärmte von einer „monumentalen Leistung“ sowie „meisterhaften Paraden, die einem Außerirdischen würdig waren“. Dank späten Treffern von Robert Lewandowski und Dani Olmo konnte Barca das Spiel noch gewinnen. Der beste Spieler der Partie stand allerdings zwischen den Pfosten.
„Joan ist unglaublich. Er ist ein großartiger Torwart“, lobte Torschütze Olmo bei Movistar Plus. Mitspieler Fermín López schlug in dieselbe Kerbe: „Er ist ein großartiger Torwart und hat ein großartiges Spiel gemacht.“
García: Besondere Rückkehr im Derby
Der 24 Jahre alte García traf erstmals seit seinem Wechsel im Sommer wieder auf seinen Jugendverein. Als 15-Jähriger kam er 2016 zu Espanyol, durchlief dort alle Jugendabteilungen und stieg schließlich zur Nummer eins auf. Es folgte der Wechsel zum Rivalen. Ein außergewöhnlicher und besonders gewagter Schritt.
García war der erste Spieler seit Igor Korneev 1994, der innerhalb der Stadt den Verein wechselte.