Juan Bernat hatte gleich doppelten Grund zur Freude: Denn genau an seinem 33. Geburtstag endete seine 287-tägige Leidenszeit.
287 Tage Leidenszeit enden: Hoeneß-Sündenbock wagt Neustart in der 2. Liga
Hoeneß‘ Sündenbock wagt Neustart
Am Sonntag feierte der Linksverteidiger sein Debüt für seinen neuen Klub. Beim 3:1-Sieg gegen den FC Cádiz reichte es für den ehemaligen Profi des FC Bayern in der Schlussphase für die ersten Einsatzminuten im Trikot seines neuen Klubs SD Eibar.
Es ist ein Neustart in den Niederungen des spanischen Fußballs. Der kleine baskische Klub erlebte 2014 mit dem Erstligaaufstieg seine Hochzeit. Seit dem Abstieg 2021 kämpft Eibar vergeblich um die Rückkehr in LaLiga, aktuell hängt der Verein im grauen Mittelfeld der zweiten Liga fest.
Ex-Bayern-Star Bernat bestreitet erstes Spiel seit Mai 2025
Nun soll Bernat in dem kleinen Städtchen zwischen Bilbao und San Sebastián etwas Glanz versprühen. Nach über einem halben Jahr Vereinslosigkeit unterschrieb er im Februar einen Vertrag bis Saisonende in Eibar.
Der Kurzeinsatz am Sonntag war gleichzeitig sein erster Pflichtspiel-Auftritt seit seinem letzten Spiel für den FC Getafe am 18. Mai 2025.
„Ich habe trotz Schmerzen für Getafe gespielt, weil es mir in erster Linie darum ging, der Mannschaft zu helfen“, verriet er Anfang des Jahres in einem Interview mit der Sportzeitung AS.
Wegen Schambeinproblemen unterzog sich Bernat einer Operation, anschließend hielt er sich auch ohne Klub privat fit. „Ich würde gerne bis 40 spielen. Ich weiß nicht, ob ich es schaffe, aber ich achte auf meine Gesundheit, um das zu erreichen“, sagte Bernat noch.
Bernat hat in Eibar „alle überrascht“
Mit seinem Debüt für Eibar hat sich der elfmalige spanische Nationalspieler zumindest im Wettkampfgeschehen zurückgemeldet. In der vergangenen Woche schrieb die Marca, dass „bei Eibar Bernats hervorragende körperliche Verfassung alle überrascht“ habe. Die AS-Schlagzeile im Vorfeld lautete: „Bernats Zeit ist gekommen“.
„Ich habe schon lange keinen Spaß mehr am Fußball gehabt und möchte mich wieder wie ein Fußballer fühlen. Eibar hat mir diese Chance gegeben“, sagte Bernat bei seiner Vorstellung.
Es ist zugleich so etwas wie die letzte Chance für ihn, noch einmal Fuß zu fassen als Profi. Denn die vergangenen Jahre waren eher eine unglückliche Odyssee für Bernat.
Der Schritt von seinem Jugendklub FC Valencia zum großen FC Bayern 2014 schien wie der Startschuss für eine große Karriere. Der damalige Bayern-Trainer Pep Guardiola machte sich persönlich für ihn stark. „Pep wollte mich unbedingt, Bayern ebenso“, sagte Bernat kürzlich der AS. „Wenn ein Trainer wie Pep anruft, sagt kaum jemand nein. Er ist der Trainer, der mich am meisten geprägt hat.“
Hoeneß machte Bernat zum Sündenbock: „Einen Scheißdreck gespielt“
Haften blieben aus seiner Zeit in München aber vor allem die Worte von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß. Der Klub-Patron machte auf der legendären „Pressevernichtungskonferenz“ im Oktober 2018 bekanntlich Bernat für das Beinahe-Scheitern in der Champions League in der Vorsaison verantwortlich - Stichwort: Bernat habe „auf gut Deutsch einen Scheißdreck gespielt“.
Rückblickend hat der einstige Hoeneß-Sündenbock aber nur gute Erinnerungen an München. „Ich habe dort eine wunderbare Zeit erlebt, denn ich bin auch dorthin gegangen, weil Pep mich wollte, was für einen Spieler immer wichtig ist, nicht nur, dass ein Verein wie Bayern dich will, sondern auch, dass du auf Wunsch eines Trainers wie Pep dorthin kommst.“
Nach 113 Einsätzen (fünf Tore) in vier Jahren verließ Bernat die Bayern 2018 und wechselte für fünf Millionen Euro – die Hälfte dessen, was Bayern für ihn an Valencia zahlte – zu Paris Saint-Germain.
Bei PSG entwickelte er sich zwischenzeitlich zum Leistungsträger, verpasste beim Wiedersehen mit seinem Ex-Klub Bayern im Champions-League-Finale 2020 den Gewinn des Henkelpotts. Kurz darauf setzte ihn ein Kreuzbandriss fast ein Jahr außer Gefecht.
Es folgten glücklose Abstecher zu Benfica Lissabon und zum FC Villarreal. Im Januar 2025 erfolgte der endgültige Abschied aus Paris. Nun sucht Bernat in Eibar sein Glück.