Seit 9 Uhr sind auf dem Trainingsgelände in Valdebebas die Tore zur Wahl geöffnet. Bis 20 Uhr läuft die Abstimmung über den neuen Präsidenten von Real Madrid. Nach der vollständigen Auszählung wird gegen 23 Uhr das Ergebnis erwartet, ob Enrique Riquelme der neue Präsident wird – oder ob Florentino Pérez seine Ära fortsetzen darf.
"Letzte Schlacht" bei Real Madrid: Pérez und Riquelme geben Stimme ab
„Letzte Schlacht“: Wahl bei Real läuft
Beide Präsidentschaftsanwärter stimmten am Vormittag ab. Pérez gab um exakt 9.59 Uhr seine Stimme ab, wie die Marca dokumentierte. Herausforderer Riquelme schritt knapp eine Stunde später um 10.49 Uhr zur Urne.
Presse ruft „letzte Schlacht“ bei Real Madrid aus
„La batalla final“, auf Deutsch: „Die letzte Schlacht“, titelte die Marca am Sonntagmorgen und blickte mit Spannung auf den zuletzt immer mehr ausufernden Wahlkampf bei den Königlichen.
Riquelme hat am Samstag beim Wahlkampf-Finale noch einmal die große Bühne gesucht. In Madrid sprach der Herausforderer, ehe es für ihn Richtung Urnen nach Valdebebas ging. Der Ton: sichtbar erschöpft, aber maximal auf Angriff und Mobilisierung gestellt.
Im Zentrum stand eine Warnung, die Riquelme als Schicksalsfrage für den Klub ausrief. „Wir wählen zwischen dem Verkauf des Klubs und einem Klub, der seinen Mitgliedern gehört“, wurde Riquelme in der Marca zitiert.
Riquelme ging einen Tag vor der Entscheidung noch weiter: „Morgen ist der wichtigste Tag von Real Madrid – institutionell gesehen – in den vergangenen 20 Jahren.“ Er bat die Unentschlossenen, zur Wahl zu gehen, und verwies auf das Tempo seiner Kampagne: In zweieinhalb Wochen sei ein Projekt entstanden, getragen von „mehr als 100“ Helfern „24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche“.
Riquelme glaubt weiter an Klopp
Gleichzeitig teilte er gegen seinen Rivalen aus – vor allem wegen fehlender sozialer Themen und eines aus seiner Sicht verweigerten direkten Vergleichs. „Ich hätte mich gern mit einem großen Florentino Pérez von früher gemessen“, sagte Riquelme, beklagte aber eine Kandidatur „ohne jeglichen sozialen Vorschlag“ und „ohne Debatte“. Einen offenen Austausch – notfalls auch über Klubmedien – hätte er erwartet.
Beim Trainer-Thema blieb der 37-Jährige trotz aller Zweifel demonstrativ stur. Riquelme bekräftigte, Jürgen Klopp sei „unser einziger Kandidat“, und schob nach: Ein Präsident dürfe sich nicht in Kabinen-Entscheidungen einmischen – „wahrscheinlich“ habe Klopp deshalb bislang nicht übernommen. Allerdings dämpfte Klopps Agent die Erwartungen deutlich und erklärte, der Coach sei in seiner Rolle bei Red Bull glücklich und habe keine Ambitionen, wieder einen Klub zu trainieren.
Auch bei Transfers wich Riquelme keinen Millimeter zurück. Er wolle sein „Prestige“ nicht aufs Spiel setzen – und die von ihm genannten Stars wie Rodri und Erling Haaland sollen „diesen Sommer“ in Madrid spielen. Zum Abschluss machte er klar, warum er antritt: aus „moralischer und ethischer Verpflichtung“ als Mitglied – damit der Klub nicht in die Hände eines Investmentfonds gerät. Sein letzter Satz klang wie ein Befehl an die eigene Basis: „Für uns zählt nur der Sieg.“