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Enthüllt: Bundesliga verschmähte Salah!

Enthüllt: Bundesliga verschmähte Salah!

Mohamed Salah sticht in der mit Stars gespickten Mannschaft des FC Liverpool noch einmal hervor. Doch wie kam der Ägypter nach Europa? Sein Entdecker erkannte das Talent auf Anhieb.
Mohamed Salah sorgte im Spitzenspiel gegen Manchester City für ein unfassbares Traumtor. Ist der Ägypter aktuell sogar besser als Ronaldo und Messi?
Christopher Michel
Christopher Michel
von Christopher Michel

214 Pflichtspiele, 137 Tore, 51 Vorlagen: Mohamed Salah ist beim FC Liverpool die prägende Figur in der Offensive. (NEWS: Alles zur Premier League)

Der 29-Jährige hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der besten Offensivspieler der Welt entwickelt, er verbindet die Eigenschaften Dribbling, Spielintelligenz, Technik, Tempo und Torinstinkt.

Nicht umsonst soll Real Madrid intensiv um den Außenbahnspieler buhlen, sein Marktwert wird auf rund 100 Millionen Euro geschätzt.

FC Liverpool: Jetzt spricht Salahs Entdecker

Entdeckt wurde Salah vor etwas mehr als zehn Jahren von Sascha Empacher, Chef und Gründer der Berateragentur SPOCS Global Sports.

Der Agent war am Transferweg des heutigen Superstars voll und ganz beteiligt, er brachte ihn erst zum FC Basel und dann auch nach England. Seit fast zwei Jahrzehnten hat Empacher den afrikanischen Markt intensiv im Blick, „95 Prozent der Transfers“ nach Europa laufen über seinen Schreibtisch.

Wie wird ein Juwel wie Salah, der seinen Stammverein El Mokawloon im Alter von 20 Jahren für rund 2,5 Millionen Euro in Richtung FC Basel verlassen hat, ausgegraben?

„Ägypten ist ein sehr interessanter Fußballmarkt. Dort gibt es höchst talentierte Spieler. Salah ragte dabei noch einmal heraus“, erklärt Empacher im Gespräch mit SPORT1. Er vertraut dabei auf sein eigenes Auge und auf das seiner Mitarbeiter Yahia Aly und Ibrahim Azab, die den Markt genauestens im Blick haben.

Salah wurde 2012 auch Bundesligisten angeboten

Ägyptische Spieler gelten prinzipiell als technisch stark, das Fußballreservoir, aus dem geschöpft wird, ist groß. „Die Brasilianer Afrikas“ bringen vor allem in der Offensive spannende Spieler hervor, in der Bundesliga zeigt aktuell etwa der zweimalige Nationalspieler Omar Marmoush beim VfB Stuttgart schon diese Unbekümmertheit.

Doch der Sprung nach Europa ist groß, wie Empacher darlegt: „Knackpunkt ist oftmals die Anpassung. Vor allem kulturell und mental stehen die Spieler vor großen Herausforderungen.“

Salah hat alle diese Hürden übersprungen und sich rasant adaptiert. Im Frühjahr 2012 wurde der Angreifer vielen Klubs, darunter auch diversen Bundesligisten, in einem Highlight-Video präsentiert. Doch Basel setzte sich durch - eine gute Entscheidung, wie sich schnell herausstellen sollte.

Deshalb greifen deutsche Teams nur selten bei afrikanischen Profis zu

Deutsche Mannschaften hingegen greifen bei afrikanischen Spielern nur dann zu, wenn diese die Qualität für die erste Mannschaft mitbringen. Die durchaus begabten, taktisch, physisch und psychisch aber noch nicht ausgereiften Akteure erhalten keine Arbeitserlaubnis für die U-Mannschaften.

Sie müssen teilweise sehr lange auf ein Visum warten, im Probetraining überzeugen und sofort durchstarten.

Das Investment für Spieler aus Westafrika in Höhe von 100.000 bis 400.000 Euro oder aus Ägypten im Bereich von zwei bis sechs Millionen Euro ist vielen Klubs zu riskant, der Blick richtet sich deshalb vor allem zum Konkurrenzmarkt nach Frankreich.

Die Wege von Isaac Vorsah (2007 aus Ghana nach Hoffenheim) oder Abdul Rahman Baba (2012 aus Ghana nach Fürth) sind die Ausnahme.

In einem Testspiel gegen Basel überragt Salah

Eine attraktive Adresse für afrikanische Talente ist daher vor allem der FC Liefering. Hier können diese auf sehr ordentlichem Niveau in der zweiten österreichischen Liga heranreifen und in Salzburg das nötige Rüstzeug draufpacken, um dann zu den großen europäischen Teams zu wechseln.

Seit Juni 2012 kooperieren die beiden Vereine, der Transfer von Salah ging zuvor schon über die Bühne.

Der Weg des Angreifers führte daher nicht nach Österreich, sondern in die Schweiz. Er stach bei einem Testspiel der ägyptischen U23 gegen Basel heraus. „Die eindrückliche Arbeitsprobe des Mohamed Salah“, titelte die „Tageswoche“ im März 2012 nach dem Doppelpack beim 4:3-Erfolg der Ägypter.

Der damalige Trainer Heiko Vogel schwärmte: „Ich habe einen sehr positiven Eindruck von Persönlichkeit und Charakter gewonnen. Salah wirkte schüchtern, aber er hat klare Vorstellungen von seinen Zielen und dem Fußball, den er spielen will.“

Mohamed Salah begann seine Europa-Karriere beim FC Basel
Mohamed Salah begann seine Europa-Karriere beim FC Basel

Beim FC Chelsea misslingt der Durchbruch

Basel überwies 2,5 Millionen Euro und bekam einen Angreifer, der seinen Marktwert nach 37 Torbeteiligungen in 79 Pflichtspielen vervielfachte.

Der FC Chelsea, ausgestattet mit einer exzellenten Scoutingabteilung, griff 2014 zu, der damalige Trainer José Mourinho holte den noch immer blutjungen Offensivallrounder für 16,5 Millionen Euro nach London.

Obwohl Salah in einem von Topstars gespickten Team nur 19 Mal zum Einsatz kam, traf er zweimal und legte vier Treffer vor. Der große Durchbruch blieb ihm aber verwehrt. (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

Er teilte jedoch das Schicksal mit Kevin De Bruyne oder Romelu Lukaku, die hochveranlagt waren, aber an Top-Spielern wie Eden Hazard, Oscar oder Willian noch nicht vorbeikamen.

Deshalb klappte es bei Salah in der Serie A

Salah zog auf Leihbasis weiter in die Serie A. Bei AC Florenz tankte er Selbstvertrauen, bei AS Rom startete er dann in zwei Spielzeiten mit 34 Treffern und 22 Vorlagen vollumfänglich durch. „Die italienische Liga lag Mohamed sehr gut. Der Fußball in der Serie A ist etwas langsamer. Er konnte mit seinem Tempo überragen“, erklärt Empacher.

Seinen absoluten Durchbruch feierte Salah beim AS Rom
Seinen absoluten Durchbruch feierte Salah beim AS Rom

Die AS überwies 2016 rund 15 Millionen Euro an die Blues und bekam ein Jahr später 35 Millionen Euro vom FC Liverpool. Die Reds hatten Salah schon zu Zeiten in Basel auf dem Zettel, drei Jahre später kam es zur Zusammenarbeit.

„Eine exzellente Entscheidung“, findet Empacher. In der Tat fanden Topf und Deckel zueinander, der Champions-League-Sieg und vor allem der nationale Titelgewinn sind eng mit Salahs Namen verbunden. (Tabelle der Premier League)

Salah bei Real? „Er muss seinen Träumen folgen“

Ob sich die Wege dennoch trennen? Führt der Weg nach Madrid? „Er muss seinen Träumen folgen“, sagt Empacher.

Ob in diesen die Königlichen vorkommen? Es könnte der Peak einer Karriere sein, die im Nordwesten der Schweiz ihren Ursprung genommen hat und als Vorbild für viele junge afrikanische Spieler dient.