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Werners Tor sorgt für Wutanfall bei Tuchel

Werners Tor sorgt für Wutanfall bei Tuchel

Der FC Chelsea springt dank eines Siegs gegen Southampton auf Platz 1 - mit Timo Werner im Blickpunkt, der als Matchwinner auch eine kuriose Bestmarke aufstellt.
Timo Werner stellt sich offenbar ein Ultimatum. Das berichtet jedenfalls der englische Telegraph.
Alexandra Müller
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von Moritz Thienen, Robin Klausmann

Es war eine ziemlich emotionale Achterbahnfahrt für Timo Werner: Zunächst einmal mehr Ernüchterung nach einem wiederholt aberkanntem Saison-Tor - dann doch noch das Happy End:

Der deutsche Nationalspieler hat Champions-League-Sieger FC Chelsea zumindest für eine Nacht an die Tabellenspitze der Premier League geschossen. (SERVICE: Alle News zur Premier League)

Timo Werner: Achterbahnfahrt bei Chelsea

Werner knackte das Bollwerk des in Unterzahl spielenden Außenseiters FC Southampton beim 3:1 (1:0) nach einer Traumkombination mit seinem Treffer zum 2:1 (84.).

Chelsea um Coach Thomas Tuchel, für das zudem Trevoh Chalobah (9.) und Ben Chilwell (89.) trafen, übernahm mit 16 Punkten aus sieben Spielen die Tabellenführung vom FC Liverpool (14). (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Die Mannschaft des deutschen Teammanagers Jürgen Klopp kann allerdings am Sonntag (17.30 Uhr) im Spitzenspiel gegen Manchester City (13) kontern.

Auch City kann im Siegesfall Erster werden. Southampton wiederum hängt durch die Niederlage weiter im Tabellenkeller fest.

Tuchel lässt Rüdiger durchspielen und Havertz draußen

Doppelt bitter: James Ward-Prowse war bei Southampton kurz nach seinem Ausgleich (61., Foulelfmeter) wegen groben Foulspiels an Jorginho mit Roter Karte des Feldes verwiesen worden (77.).

Doch der Platzverweis schlug sich bei Chelsea, wo Antonio Rüdiger durchspielte und Kai Havertz nicht zum Einsatz kam, zunächst keineswegs nieder. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Dann aber kam Werners großer Moment kurz vor Schluss, als er eine Vorlage von César Azpilicueta aus kurzer Distanz mit links über die Line brachte.

Vor seinem ersten Saisontreffer hatte der Deutsche wie so oft schon im Trikot der Blues seit seinem Wechsel im Juli 2020 Frust geschoben angesichts einer kuriosen wie verzichtbaren Bestmarke.

Werners andauernde Leidenszeit mit dem Videobeweis

Werners Kopfball ins Tor (41.) nach Flanke von Callum Hudson-Odoi wurde nach Videobeweis wieder zurückgenommen.

Der irreguläre Treffer war laut Chelsea-Kommentatoren der nunmehr 16 (!) Treffer des 25-Jährigen, das nach VAR aberkannt wurde.

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Das brachte Tuchel auf die Palme. Die vom Schiedsrichter angeführte Szene, die zur Annullierung des Treffers führte, war die Balleroberung Azpilicuetas auf dem rechten Flügel. Es folgten die Hereingabe, Lukakus vergeblicher Versuch, sie zu erreichen und eine Flanke von Callum Hudson-Odoi von der linken Seite, ehe Werner vollstreckte.

Tuchel: „Ich war sehr sauer“

„Ich war sehr sauer, weil ich nicht glauben konnte, dass so etwas in der Premier League passieren kann, dass man zu einer Fifty-fifty-Szene zurückgeht, die mit dem Tor nicht einmal mehr eng zusammenhängt“, erklärte der Trainer im Nachgang seine heftigen Proteste bei Schiedsrichter Martin Atkinson, der ihn dafür mit der gelben Karte bedachte.

„Vor der Saison hieß es, wir wollen keine Pfiffe für leichte Berührungen, sondern Fußball als Kontaktsport. Und jetzt stehen wir hier mitten im Londoner Regen in einem intensiv geführten Spiel und der Schiedsrichter gibt das Tor nicht.“

Bei Werner-Toren habe die Häufung an VAR-Entscheidungen schon ein Déja vu zur Folge: „Jedes Mal, wenn er ein Tor schießt, haben wir das Gefühl, dass es eine VAR-Entscheidung gibt, die ihm das Tor wegnimmt.“

Werner: „Das zieht dich runter“

Werner selbst räumte ein, dass es „dich immer ein bisschen runter, wenn du triffst, mit den Fans feierst - und es dann aberkannt wird.“ 30-mal durfte er jubeln, nur 14 Tore wurden wirklich gegeben. „Das ist heftig“, meinte Werner, „aber ich bleibe dran.“

Mit seinem späten Treffer zum 2:1 zeigte er auf dem Platz die richtige Reaktion.

Und in der Schlussphase machte Chilwell mit dem 3:1 den Deckel drauf: Nachdem sowohl Azpilicueta als auch Starstürmer Romelu Lukaku am Pfosten sowie an der Latte gescheitert waren, drückte der Verteidiger den Ball ins Tor.

Dabei hätte Southampton-Keeper Alex McCarthy den Ball um ein Haar noch von der Linie gekratzt - doch Schiedsrichter Atkinson gab den Treffer nach Anzeige durch die Torlinientechnik.