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Premier League, FC Arsenal: Granit Xhaka mit emotionalem Bericht - "Ich kann die Wut sehen"

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Premier League, FC Arsenal: Granit Xhaka mit emotionalem Bericht - "Ich kann die Wut sehen"

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Xhaka: „Es ist Hass. Purer Hass“

Granit Xhaka wurde vor dreieinhalb Jahren Opfer von ausuferndem Fan-Hass. Nun fasst der Schweizer seine Erinnerungen in emotionale Worte.
Vier Tage nach seinem Wutausbruch im Heimspiel gegen Crystal Palace hat Granit Xhaka sein Schweigen gebrochen und seinen Ausraster erklärt.
Stefan Junold
Stefan Junold

Im Winter 2019/20 stand Granit Xhaka am Scheidepunkt. Er war fest entschlossen, den FC Arsenal zu verlassen, nachdem er ein einschneidendes Erlebnis mit den Fans des Klubs hatte.

In einer sportlichen Krise der Gunners verspielte das Team am 27. Oktober 2019 in der Premier League gegen Crystal Palace einen 2:0-Vorspung. Xhaka war als Kapitän aufgelaufen. (DATEN: Ergebnisse und Spielplan der Premier League)

Als der Schweizer in der 61. Minute ausgewechselt wurde, schlug ihm Unmut sondergleichen entgegen. Zuschauer im Etihad Stadium buhten und pfiffen lautstark.

„Kaum habe ich mich in Richtung Außenlinie bewegt, haben sie schon gebuht. Und es waren nicht nur ein paar, es war eine ganze Kurve. Ich war geschockt. Sowas hatte ich zuvor noch nie erlebt“, schilderte Xhaka den prägenden Tag nun in The Player‘s Tribune.

„Als ich zum Tunnel lief, schaute ich den Fans in die Augen – daran werde ich mich immer erinnern. Wenn ich meine Augen schließe, kann ich immer noch ihre Gesichter sehen. Ich kann die Wut sehen. Es ist nicht einfach so, dass sie mich nicht mögen. Es ist Hass. Purer Hass“, führte der 29-Jährige weiter aus.

Er habe nie ein Problem damit gehabt, kritisiert zu werden. Aber an jenem Tag fühlte er sich nicht respektiert.

Fan-Hass prägt Xhaka nachhaltig

Doch bei den akustischen Unmutsäußerungen war es nicht geblieben. „Die Kommentare danach haben Grenzen überschritten. Dieses Level an Hass und Respektlosigkeit wünsche ich meinem ärgsten Feind nicht“, erzählte Xhaka.

Granit Xhaka (ganz in Weiß) wurde 2019 von Arsenal-Fans gnadenlos ausgebuht
Granit Xhaka (ganz in Weiß) wurde 2019 von Arsenal-Fans gnadenlos ausgebuht

Die Geschehnisse von vor dreieinhalb Jahren prägen ihn bis heute. „Ich hasse es, jetzt aus dem Tunnel zu laufen. Ich sehe immer noch ihre Gesichter. Ich schaue nur noch nach unten.“ (NEWS: Alle aktuellen Infos zur Premier League)

Sein Verhältnis mit den Gunners-Anhängern ist nachhaltig beschädigt. „Ich weiß, dass wir nicht mehr beste Freunde werden, aber ich hoffe wir können uns mit Ehrlichkeit und Respekt behandeln“, betonte der Mittelfeldspieler, der von 2012 bis 2016 für Borussia Mönchengladbach gespielt hat.

Wechsel zu Hertha quasi beschlossen

Dass Xhaka noch immer für Arsenal aufläuft, mag für viele verwunderlich sein. Dabei stand er im darauffolgenden Januar kurz vor dem Abschied.

„Ein Vertrag eines anderen Klubs lag auf dem Tisch und ich musste nur noch unterschreiben. Ich hatte mit meiner Frau Leonita gesprochen und wir haben uns entschieden, zu gehen“, verriet Xhaka. Bei dem genannten Verein handelte es sich um Hertha BSC.

Doch Mikel Arteta, der die Londoner im Dezember 2019 als Trainer übernommen hatte, überzeugte ihn in letzter Minute von einem Verbleib.

Arteta überzeugte Xhaka

„Unsere Koffer waren da schon gepackt. Mich umzustimmen, war schwierig. Aber dann hat Mikel begonnen, darüber zu sprechen, welch große Rolle ich in seinen Plänen spielen würde. Ich mochte seine Wärme. Er war ehrlich und direkt. Klare Pläne. Ich habe gemerkt, dass ich ihm vertrauen kann“, erklärte Xhaka.

Und es hat funktioniert. Der Nati-Star hat seinen Vertrag erst vergangenen Sommer bis 2024 verlängert. Und Arteta könnte Arsenal zurück in die Champions League führen. (DATEN: Die Tabelle der Premier League)

Das dürfte auch den bisweilen gnadenlosen Gunners-Fans gefallen.