Es war eine der Szenen der vergangenen Wochen: Das (zu Unrecht) wegen Abseits aberkannte Tor von Luiz Díaz, das auch Jürgen Klopp ordentlich ärgerte.
Premier League: Schiri-Legende Howard Webb macht Vorschlag nach VAR-Ärger im Spiel Tottenham - Liverpool
VAR-Skandal: Legende mit Vorschlag
Howard Webb, Boss der PGMOL (Schiedsrichtervereinigung in England), räumte nun den Fehler des VAR-Systems ein und drückte seine Enttäuschung darüber aus. Dennoch hat er einen Vorschlag, wie man es künftig besser machen kann.
„Natürlich sind wir alle enttäuscht, dass das VAR-System nicht eingegriffen hat, um einen klaren Fehler zu korrigieren. Niemand ist enttäuschter als die Offiziellen selbst, die stolz auf ihre Arbeit sind und einen positiven Einfluss auf das Spiel ausüben wollen, was in diesem Fall natürlich nicht der Fall war“, sagte die Schiri-Legende in der Sendung „Match Officials Mic‘d Up“.
Der Leiter der Schiedsrichtervereinigung sagte, dass das International Football Association Board (IFAB) eine Anpassung der Spielregeln in Erwägung ziehen sollte, um ein Zeitfenster für die Rückgängigmachung ähnlich schwerwiegender Fehler zu schaffen.
Webb legte dar, dass Darren England (VAR beim Spiel Tottenham-Liverpool) den Prüfprozess zu schnell hatte durchlaufen lassen und dadurch versehentlich auf Abseits entschieden hatte. Außerdem wurde laut Webb das Kommunikationsprotokoll nicht effektiv angewendet, was aber sehr wichtig sei, wenn man das System richtig nutzen möchte.
Er glaubt, der Fehler sei gewesen, dass sich England nur auf ein Standbild bezogen hat, um den Prozess zu beschleunigen. Dies zieht er aus den veröffentlichten Ton-Aufnahmen der Überprüfung.
Menschliches Versagen als Ursache für den Fehler?
„Menschliches Versagen kann in allen Bereichen des Lebens vorkommen, und es ist hier passiert“, sagte Webb. „Wir müssen unter anderem dafür sorgen, dass ein menschliches Versagen nicht die schädlichen Auswirkungen hat, die wir in diesem Fall erlebt haben. Wir haben erkannt, dass wir die Kommunikationsprotokolle, die beim VAR sehr wichtig sind, wiederholen müssen. Wir haben eine ganze Reihe von Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass sich der Fehler, den wir in diesem wichtigen Spiel gesehen haben, nicht wiederholt.“
Gegenseitge Überprüfung elementar wichtig
Ebenfalls elementar wichtig sei es, dass sich sowohl Schiedsrichter als auch der VAR nochmal gegenseitig überprüfen, indem der Schiedsrichter auf dem Platz seine finale Entscheidung kundgibt und der VAR dies bestätigt. Im Díaz-Fall wurde dies nicht beachtet.
In der Aufzeichnung wird zwar deutlich, dass England seinen Fehler noch erkannte, ihn aber nicht rückgängig machte. Als Michael Owen (Moderator der Sendung) Webb danach fragte, erklärte dieser, dass die Regeln dies nicht zulassen. Daraufhin schlägt er aber vor, das IFAB aber die Möglichkeit hätte, dies im Rahmen einer Regeländerung zu ermöglichen.
„Der VAR und der AVAR haben sich die Frage gestellt (ob sie ihre Entscheidung revidieren sollten; Anm. d. Red.)“, sagte Webb. „Nachdem der Groschen gefallen war, waren 20 Sekunden vergangen, aber sie haben erkannt, dass die Spielregeln das nicht zulassen. Wir haben ein System, das sicherstellt, dass der VAR konsequent eingesetzt wird.“
Nun liegt der Ball also bei den Regelmachern des IFAB.