Die Zukunft von Rúben Amorim bei Manchester United ist plötzlich wieder komplett offen - nachdem der Trainer der Red Devils mit einem erstaunlichen Auftritt auf einer Pressekonferenz für große Verwunderung gesorgt hat.
Premier League: Großer Knall bei Manchester United um Amorim!
United-Knall! Amorim verblüfft auf PK
Nach dem 1:1 seines Teams bei Leeds United wurde Amorim nach seinem Befinden gefragt - und holte zum Rundumschlag aus. Er kritisierte dabei unter anderem den Sportdirektor und die Scouting-Abteilung des Klubs und forderte recht unverhohlen mehr Kompetenzen ein.
„Hören Sie damit auf. Ich bin hierhergekommen, um Manager von Manchester United zu sein … nicht um Trainer von Manchester United zu sein. Das ist klar", sagte er zum Einstieg.
„Ich weiß, dass ich nicht Tuchel heiße“
Diesen Punkt betonte er gleich noch einmal: „Ich möchte nur sagen, dass ich der Manager dieser Mannschaft sein werde, nicht nur der Trainer, und das habe ich auch ganz klar zum Ausdruck gebracht.“
Amorim weiter: „In jeder Abteilung, in der Scouting-Abteilung, muss der Sportdirektor seine Arbeit machen.“ In der Premier League war es lange üblich, dass der Trainer gleichzeitig auch die Aufgaben eines Managers, der für die Transfers maßgeblich verantwortlich ist, übernimmt.
„Ich weiß, dass ich nicht (Thomas) Tuchel heiße, nicht (Antonio) Conte und auch nicht (José) Mourinho, aber ich bin der Manager von Manchester United, und das wird auch so bleiben, bis der Vorstand in 18 Monaten oder zu einem anderen Zeitpunkt beschließt, mich zu ersetzen“, bekräftigte Amorim.
Kündigen werde er nicht, erklärte er außerdem. Er werde seinen Vertrag (läuft bis Sommer 2027) erfüllen. Und er nannte Gary Neville stellvertretend für die kritischen Stimmen der Experten: „Wenn die Leute nicht mit den Gary Nevilles und der Kritik an allem, umgehen können, müssen wir den Verein ändern. Das möchte ich nur sagen.“
Amorim: „Ich beginne, zu verstehen ...“
Die Reaktion auf den Auftritt ließ nicht lange auf sich warten. So schrieb das Boulevardblatt The Sun: „Red .. and burried“, in Anspielung auf die englische Redewendung für „tot und begraben“. Amorims Zukunft sei äußert fraglich, berichtet unter anderem auch die seriöse Tageszeitung The Guardian.
In deren Beitrag wird behauptet, dass der angesprochene Sportdirektor, Jason Wilcox, dem Coach jüngst mitgeteilt habe, dass man im Wintertransferfenster keine gewichtigen Verpflichtungen tätigen wolle.
Dazu passt Amorims folgende Aussage: „Ich habe das Gefühl, dass wir, wenn wir ein perfektes 3-4-3 spielen wollen, viel Geld ausgeben müssen und Zeit brauchen. Ich beginne zu verstehen, dass das nicht passieren wird.“
Heftig fiel die Reaktion von TV-Experte Jamie Carragher aus. Dieser äußerte sich mit großem Unverständnis zu Amorims Ansagen.
Carragher erklärt Amorim für „kaum kompetent“
„Es kann nur zwei Gründe geben – entweder geht es um den Transfermarkt im Januar und das Gefühl, dass er nicht unterstützt wird oder seine Vorgesetzten stellen infrage, dass er derzeit zwischen verschiedenen Systemen hin- und herwechselt", analysierte die Liverpool-Legende zunächst recht nüchtern bei Sky Sports.
Dann wurde er deutlich: „Egal, worum es geht, ich glaube nicht, dass er in irgendeiner Weise in der Lage ist, die Leute zu hinterfragen, die ihn ernannt haben. Er ist nicht gut genug. Er ist nicht gut genug, um Trainer von Manchester United zu sein. Er ist derzeit kaum kompetent genug, um Trainer in der Premier League zu sein.“
Der Verein habe im Sommer bereits viel Geld ausgegeben (250 Millionen Euro): „Er kann sich jetzt nicht über die Finanzen im Januar beschweren. Manchester United hat im Sommer eine riesige Summe ausgegeben. Vergessen Sie nicht, dass sie nicht in der Champions League und auch nicht im europäischen Fußball vertreten waren, und das lag zum großen Teil an ihm.“